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Der Westen holt die Kulturrevolution nach

Der Westen holt die Kulturrevolution nach

Der Westen holt die Kulturrevolution nach

Der zurzeit bekannteste Afroamerikaner George Floyd wurde mit einer weißen Kutsche zu seiner letzten Ruhestätte gefahren und dann in einem goldenen Sarg beerdigt.

Familienmitglieder und Freunde versammelten sich in Houston, Texas und teilten am Grab ihre schönen Erinnerungen an Floyd, der nur 46 Jahre alt wurde, weil er Ende Mai in Polizeigewahrsam erstickt war.

Floyds Nichte Brooke Williams hielt eine emotionalen Rede und appellierte: „Keine Hassverbrechen mehr.“

Sie sagte, der weiße Polizist würde keine Reue zeigen, obwohl er sein Knie fast neun Minuten lang in Floyds Nacken drückte und „beobachtete, wie die Seele meines Onkels seinen Körper verließ.“ Das sei nicht nur Mord, sondern ein Hassverbrechen, sagte sie, auch wenn noch kein Gericht entschieden hat, ob es Mord oder Totschlag oder Fahrlässigkeit war.

Bei der Beerdigung wurde eine Montage von Floyds Fotos gezeigt, die sein Leben nachzeichneten.

Nach der Klimahysterie, bei der eine minderjährige Schulabbrecherin als Prophetin verkauft wurde, folgte die Corona-Hysterie. Nachdem sich diese totgelaufen hatte, folgt nun die Rassismushysterie. Auslöser ist ein Krimineller, der nun ein Held sein soll.

1998 verbüßte Floys seine erste Haftstrafe. Er war zehn Monate im Gefängnis, weil er eine Schusswaffe gestohlen hatte. 2002 war er wegen eines Kokaindeliktes acht Monate im Gefängnis. 2004 wiederum wegen eines Kokaindeliktes und 2005 ebenfalls. Danach verbüßte Floyd eine Haftstrafe von fünf Jahren. Er war mit mehreren Personen in das Haus einer Schwangeren eingedrungen und hatte der Frau eine Pistole an den Bauch gehalten. Er hatte ihr damit gedroht, abzudrücken, wenn sie sich nicht ruhig verhalte. Während er die Schwangere in Schach hielt, räumten seine Komplizen Wertgegenstände aus dem Haus. Ein Nachbar hatte die Tat beobachtet und sich das Kennzeichen des Wagens gemerkt, mit dem die Räuber sich vom Tatort entfernten.

Dieser Mann wird jetzt als Held gefeiert, löste Rassenunruhen aus, die von politischen Gruppierungen gekapert wurden, um offenbar eine Kulturrevolution auszulösen.

Abgesehen davon, dass Geschäfte geplündert und angezündet wurden, ganze Blocks dem zerstörerischen Mob zum Opfer fielen, müssen auch Statuen dran glauben.

Erst waren es welche, die an Südstaaten-Generäle erinnerten, dann folgten aber auch Statuen von Columbus. Auch eine Churchill-Statue war Angriffen ausgesetzt, als sich die Hysteriewelle auf Europa ausdehnte. Sogar Gandhi ist inzwischen umstritten.

Die zurzeit herrschende Hysterie nimmt immer groteskere Ausmaße an. Bücherverbrennungen gibt es heute vielleicht nicht mehr, digitale Verbrennungen aber sehr wohl. So entfernte HBO Max den Klassiker „Vom Winde verweht“ von Victor Fleming aus dem Jahr 1939 aus dem Programm und setzten den Film auf die schwarze Liste.

Es ist schon skurril, dass linke Ideologen einen Film quasi verbieten, bei dem die erste Schwarze überhaupt einen Oscar für ihre schauspielerische Leistung erhalten hat. (Bekommen hatte die begehrte Trophäe Hattie McDaniel für ihre Rolle als Hausangestellte Mammy.)

HBO Max sagte, der Film von 1939 sei „ein Produkt seiner Zeit“ und zeige „ethnische und rassistische Vorurteile“, die „damals falsch waren und heute falsch sind“.

Diese Aussage erinnert an „1984“ von George Orwell, der in seinem dystopischen Buch, das sich an kommunistischen Systemen orientiert, detailliert beschrieb, wie eine Gesellschaft nur in der Gegenwart lebt. In dem Buch heißt es: „Statuen, Inschriften, Denkmäler, Straßennamen – alles, was Licht auf die Vergangenheit werfen konnte, war systematisch abgeändert worden.“

Dieser quasi vom Staat verordnete Existentialismus führt dazu, dass die Vergangenheit ausradiert wird und wenn es überhaupt einen Bezug zu ihr gibt, dann wird sie immer wieder so verändert, dass sie zum aktuellen Regierungsstil passt.

Was „Vom Winde verweht“ betrifft, will man dem Publikum offenbar nicht zutrauen, sich selbst ein Urteil bilden zu können.

Das ist keine These, denn in seiner Erklärung führte HBO Max genau das aus: Es sei „unverantwortlich“, den Film auf der Plattform ohne „eine Erklärung und eine Verurteilung“ der „rassistischen Darstellungen“ anzubieten.

Es hieß, der Film werde zu einem nicht näher festgelegten Zeitpunkt mit einer „Diskussion seines historischen Kontextes“ auf die Plattform zurückkehren.

„Vom Winde verweht“ spielt während und nach dem amerikanischen Bürgerkrieg. Basierend auf dem Roman von Margaret Mitchell zeigt er Sklaven, die mit ihrem Los zufrieden zu sein scheinen und die nach der Abschaffung der Sklaverei ihren früheren Besitzern treu bleiben.

„Vom Winde verweht“ erhielt zehn Oscars und ist nach Inflationsbereinigung immer noch der finanziell erfolgreichste Film aller Zeiten.

Drehbuchautor John Ridley schrieb Anfang Juni in der „Los Angeles Times“, der Film verherrliche die Sklaverei im Süden und verewige „schmerzhafte Stereotypen von farbigen Menschen.“ Ridley hatte den Oscar für das Drehbuch von „12 Years a Slave“ aus dem Jahr 2013, Regie Steve McQueen, bekommen.

Der Wortlaut der Erklärung von HBO Max ähnelt den Hinweisen, die Tom- und Jerry-Trickfilmen und anderen alten Animationsfilmen bei verschiedenen Streaming-Diensten beiliegen. Früher galt Tom und Jerry als Gewalt verherrlichend, jetzt aber als rassistisch.

Der Disney-Konzern weist seine Abonnenten darauf hin, dass einige seiner älteren Filme – darunter der Trickfilm „Dumbo“ aus dem Jahr 1941 – „veraltete kulturelle Darstellungen enthalten könnten.“

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, die über die Entscheidung von HBO Max sprach, verglich die Entfernung des Films von der Plattform mit Diskussionen darüber, ob die USA Militärstützpunkte umbenennen sollte, die nach konföderierten Generälen benannt sind, die während des Bürgerkriegs gegen den Norden kämpften. „Wo ziehen Sie hier die Grenze?“

Der BBC-Medienredakteur Amol Rajan kommentieren, dass „dies der Beginn einer neuen Front in unseren Kulturkriegen sein könnte, die von digitalen Medien angetrieben wird.“

Post source : https://www.bbc.com/news/entertainment-arts-52990714

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