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Condo-Markt ohne Chinesen in Schwierigkeiten

Condo-Markt ohne Chinesen in Schwierigkeiten

Condo-Markt ohne Chinesen in Schwierigkeiten

Der gebürtige Pekinger Bobby He hat ein Dutzend chinesische Freunde, die Eigentumswohnungen in thailändischen Touristenzentren wie Bangkok, Phuket und Pattaya besitzen.

„Einige haben sogar drei Wohneinheiten im selben Projekt gekauft“, sagte er. „Sie wollen ihren Ruhestand in Thailand zu verbringen. Eine Wohneinheit ist für sie selbst vorgesehen, während die anderen beiden vermietet werden sollen, um zum Lebensunterhalt beizutragen.“

Obwohl Immobilien in Thailand für chinesische Käufer im Vergleich zu ihrem Heimatmarkt ein attraktives Schnäppchen darstellen, verlieren diese thailändischen Investitionen an Wert, da die Coronavirus-Pandemie die Weltwirtschaft nach wie vor erheblich ausbremst.

Bobby He sagte, er habe von einem chinesischen Investor gehört, der 3,8 Millionen Baht für eine Eigentumswohnung am Stadtrand von Bangkok ausgegeben habe, nur um später zu erfahren, dass der Entwickler die Preise auf unter drei Millionen Baht senkte.

Es ist kein Geheimnis, dass Thailands Wohnimmobilienmarkt stark von chinesischen Investoren abhängt, die in den letzten Jahren aufgrund der Nähe des Königreichs zu China, der günstigeren Lebenshaltungskosten und des angenehmen Wetters zur größten Einnahmequelle wurden.

Nach Angaben der thailändischen Zentralbank (Bank of Thailand) machten Chinesen und Hongkong-Chinesen 43 Prozent der Ausländer aus, die 2018 eine Summe von insgesamt 92,16 Milliarden Baht aus dem Ausland nach Thailand transferierten, um Eigentumswohnungen in Thailand zu kaufen. Käufer aus den USA, Singapur, Taiwan, Großbritannien und Japan gehörten 2018 ebenfalls zu den großen Geldgebern.

Ausländer dürfen 49% eines Eigentumswohnungsprojekts in Thailand besitzen. Grundbesitz ist ihnen untersagt.

Chinesische Investitionen sind jedoch seit einem Jahr aus Südostasiens zweitgrößter Volkswirtschaft aufgrund des starken Baht und des schwelenden Handelskonflikts zwischen den USA und China zurückgegangen. Die Pandemie hat Salz in die Wunde gerieben.

Huang Cheng, gebürtig aus der südwestchinesischen Stadt Chengdu, besitzt mehrere Eigentumswohnungen in Bangkoks Wong Wian Yai und On Nut – diese beiden Viertel sind bei chinesischen Airbnb-Reisenden sehr beliebt. Obwohl Huang vor der Pandemie problemlos Eigentumswohnungen für mindestens 1000 Baht pro Tag vermietet hat, stehen die meisten jetzt leer.

Trotz der Diskussion, Reisende, insbesondere Chinesen, im vom Tourismus abhängigen Land zuzulassen, sagen Marktbeobachter voraus, dass die Tourismusaktivitäten erst im letzten Quartal des Jahres wieder an Fahrt aufnehmen werden.

Die thailändische Tourismusbehörde prognostiziert, dass die Zahl ausländischer Reisender in diesem Jahr um fast zwei Drittel auf 14 Millionen schrumpfen wird, die niedrigste Zahl seit 14 Jahren. Das Land verzeichnete 2019 einen Besucherrekord von 39,8 Millionen Ausländern. In den Monaten April, Mai und Juni kamen wegen der geschlossenen Grenzen und der Sperrung der Flughäfen für kommerzielle internationale Flüge überhaupt keine Touristen ins Königreich.

Thailand meldete bis Mitte Juni wenig mehr als 3100 bestätigte Coronavirus-Fälle, wodurch die Pandemie im Vergleich zu Nachbarländern wie beispielsweise Singapur, das im gleichen Zeitraum über 38.500 Fälle verzeichneten, weitgehend unter Kontrolle gebracht wurde.

Der thailändische Immobilienmarkt geriet durch die asiatische Finanzkrise von 1997 ins Trudeln und gewann erst 2010 wieder an Dynamik. In den Jahren 2012 und 2013 wurden rekordverdächtige Investitionen in Eigentumswohnungsprojekte getätigt – dank des Anreizes der Regierung für Erstkäufer von Wohneigentum.

Laut Krungsri Research, dem Forschungsinstitut der Bank of Ayudhya, wurden in Bangkok von 2010 bis 2018 durchschnittlich 105.000 neue Wohneinheiten pro Jahr fertig gestellt. Der Absatz belief sich jedoch nur auf rund 96.000 Einheiten pro Jahr, was den Leerstand erhöhte.

Da die Pandemie die Wirtschaft des Landes schädigt, wenden thailändische Entwickler verschiedene Taktiken an, darunter 50 Prozent Rabatt, um potentielle Käufer zum Kauf zu animieren.

Der Condo-Trend „dürfte sich sowohl in Bezug auf Angebot als auch Nachfrage verlangsamen“, sagte Risinee Sarikaputra, Direktorin für Forschung und Beratung von Knight Frank Thailand. Sie sagte, es werde voraussichtlich „weitere zwei Jahre dauern, bis sich der Markt für Eigentumswohnungen verbessert.“ Aktuell stünden in Bangkok rund 100.000 Einheiten zum Verkauf, fügte sie hinzu.

Das Unternehmen AP (Aspire Condo), verzeichnete im ersten Quartal einen Rückgang des Nettogewinns um über 40 Prozent auf 618 Millionen Baht. Der Umsatz ging um 31 Prozent zurück.

Der Rivale Sansiri, der für ausländische Käufer wegen der Premium-Eigentumswohnungen bekannt ist, verzeichnete einen Totaleinbruch: Der Nettogewinn schrumpfte um 85 Prozent auf 62 Millionen Baht. Das Unternehmen spürte bereits im vergangenen Jahr die Krise. Da waren beim Vorverkauf nur drei Milliarden Baht mit ausländischen Käufern umgesetzt worden, 2018 waren es noch 14 Milliarden Baht gewesen.

Bobby He, der in Bangkok lebt, ist vorsichtig geworden. Derzeit investiert er nur in eine Immobilie, in der er nach Fertigstellung in den nächsten zwei Jahren mit seiner Partnerin leben möchte.

„Es ist zurzeit besser, auf Nummer sicher zu gehen“, sagte er.

Post source : https://asia.nikkei.com/Economy/Thailand-s-condo-market-sinks-as-Chinese-investment-ebbs

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