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Es gibt keine neue Normalität

Es gibt keine neue Normalität

Es gibt keine neue Normalität

Da Thailand weiterhin Corona-Fälle in nur einstelligem Bereich meldet, werden Vorschriften gelockert, und die Leute kehren in Einkaufszentren, Restaurants und an Strände zurück. Die Pandemie scheint bald ein Ende zu haben.

Wir können beginnen, zum „normalen“ Leben zurückzukehren, Corona wird in die Geschichtsbücher eingehen, und mit dem Thema werden sich dann die Historiker beschäftigen.

Wenn wir uns jedoch der Normalität annähern, sollten wir nicht vergessen, Lehren aus der Pandemie zu ziehen.

Corona machte die allgegenwärtigen Unterschiede in der thailändischen Gesellschaft deutlich, insbesondere die sozioökonomische Ungleichheit.

Während der Pandemie beobachteten wir, wie sich die Reichen zu ihren Strandhäusern in Hua Hin oder in ihre Eigentumswohnungen an der Bangkoker Sukhumvit Road zurückzogen. Von dort aus konnten sie sich bequem selbst isolieren. Über ihr Einkommen mussten sie sich keine Sorgen machen, denn das floss weiter.

Ihre Arbeitsplätze waren und sind nicht gefährdet. Selbst wenn sie die Quarantäne durchbrachen, indem sie beispielsweise in Hua Hin Partys feierten (der HALLO hatte darüber berichtet), konnten sie dies ohne wirkliche Konsequenzen tun. Aufgrund ihres Reichtums und ihrer Macht wussten sie, dass sie in der Lage sein würden, die besten Ärzte in Privatkrankenhäusern zu bezahlen.

Das steht in starkem Kontrast zu Bürgern aus den unteren sozioökonomischen Schichten. Viele von ihnen sind Tagelöhner, die ihre Arbeit während der Corona-Krise verloren haben. Da viele dieser Leute aus den ländlichen Provinzen stammen und nicht in Bangkok leben, mussten sie Miete bezahlen und für andere tägliche Ausgaben Sorge tragen, während sie gleichzeitig die Aufforderung der Regierung befolgten, zu Hause zu bleiben. In dieser Gruppe stieg die Selbstmordrate, weil die Leute verzweifelt oder psychisch angeschlagen waren.

Zu diesem Zeitpunkt begann die Regierung eine Kampagne mit dem Titel „Bleiben Sie für Ihr Land zu Hause“. Diese Kampagne zur Förderung der sozialen Distanzierung ist eine wichtige Maßnahme im Bereich der öffentlichen Gesundheit, um die Ausbreitung von Corona zu verhindern.

Dass es für Thais der unteren Einkommensschichten schwierig war, ständig zu Hause zu bleiben und kein Geld mehr verdienen zu können, interessierte die Regierung anfangs herzlich wenig. Es gab keine staatlichen Maßnahmen, um diejenigen zu unterstützen, die sich zu Hause nicht bequem selbst unter Quarantäne stellen konnten. Es gab keine zusätzliche Unterstützung für körperliche oder psychische Gesundheitsprobleme, die während der Krise auftraten.

Die Unterstützung mit Geld (die 5000-Baht-Hilfsaktion) begann erst später im weiteren Verlauf der Pandemie und erreichte selbst dann nicht jeden, der das Geld dringend gebraucht hätte. Es gab verschiedene Nachrichten von älteren Menschen, deren Geld knapp wurde, weil sie die Geldautomaten nicht benutzen konnten, sowie Berichte über Obdachlosen, die keinen Zugang zu diesen Hilfsgeldern hatten, weil sie kein Bankkonto hatten.

Thais sind erfinderisch. Küchenschränke wurden auf Straßen gestellt, die von Spendern mit Lebensmitteln gefüllt wurden (siehe Fotos). Der Inhalt dieser Schränke half vielen hungrigen und durstigen Leuten dabei, über die Runden zu kommen.

Laut einer Studie des thailändischen Wissenschaftsforschungsinstituts (TSRI) kam das Helikoptergeld bei nur knapp 52 Prozent der in Bangkok lebenden Bedürftigen an.

Die gesellschaftliche Ungleichheit ist nicht während der Pandemie aufgetreten. Vielmehr hat sie schon immer innerhalb des Gefüges der thailändischen Gesellschaft existiert. Die Ungleichheit hat sich während der Corona-Krise lediglich verschärft.

In einem Bericht der Credit Suisse aus dem Jahr 2018 wurde festgestellt, dass Thailand die weltweit höchste Einkommensungleichheit aufweist. Das obere ein Prozent der Gesellschaft besitzt mehr als der Rest der 99 Prozent zusammen, wobei die unteren zehn Prozent der Thais null Prozent des Vermögens halten. Die fünf reichsten thailändischen Familien besitzen ein Vermögen von 2,3 Billionen Baht, und in den letzten fünf Jahren hat sich ihr Vermögen um eine Billion Baht erhöht. Auch über diese fünf Familien („Big Five“) hatte der HALLO berichtet.

Dieser enorme Unterschied ist ein Hinweis auf die zunehmende Ungleichheit in der thailändischen Gesellschaft.

Es wäre wichtig, zusammenzuarbeiten und zu versuchen, diese Unterschiede zu minimieren. Wenn wir dieses Problem angehen wollen, müssen wir erkennen, dass der Kern dieses Problems ist, dass Regeln und Gesetze die Machthaber begünstigen. Dies führt zu einer ungleichen Verteilung der Ressourcen an die Reichen und Mächtigen, die wiederum viel schneller mehr Wohlstand ansammeln können. Ohne Interventionen werden wir nach der Rückkehr zur Normalität merken, dass die Oberschicht weiterhin von der Arbeit der unteren Einkommensklassen profitiert und sich nichts geändert hat.

Unsere größte Herausforderung besteht darin, herauszufinden, wie wir sicherstellen können, dass unsere Ressourcen die Mehrheit der Bevölkerung erreichen. Unsere Lösungen sollten im Kern auf den Abbau der systemischen Ungleichheit abzielen.

Zum Beispiel sollten wir nicht nur auf den Schutz der Arbeitnehmerrechte drängen, sondern auch auf andere Reformen, die es Geringverdienern ermöglichen, in Würde zu leben und zu arbeiten.

Letztendlich liegt die Macht, diese Reformen umzusetzen, in den Händen der Regierung. Während der Corona-Krise haben wir gesehen, dass die Regierung in der Lage ist, Änderungen ohne die Hindernisse einer langwierigen, bürokratischen Bürokratie schnell umzusetzen. Der wahre Test für die Regierung besteht nun darin, den Bürgern zu beweisen, dass sie ihre Position nutzen wird, um in diesem Kampf um Gerechtigkeit mit den Leuten zusammenzuarbeiten und die Lebensbedingungen aller Menschen in Thailand zu verbessern.

Wir können das Thema Pandemie nicht abschließen, wenn wir nichts gelernt haben. Wir müssen die Ungleichheit bekämpfen, die durch Corona noch deutlicher wurde, und Wege finden, das Leben für jeden Bürger zu verbessern.

Post source : https://www.thaienquirer.com/13472/opinion-there-is-no-new-normal-there-are-old-problems-that-need-fixing-now/

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