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Der letzte Vorhang

Der letzte Vorhang

Der letzte Vorhang

Als die Regierung das Land in diesem Monat in der dritten Phase der Lockerung wieder öffnete, blieb das Scala-Kino geschlossen. Es gibt Gerüchte, wonach im Lichtspielhaus der letzte Vorhang gefallen sein könnte. Die Gerüchte wurden nicht bestätigt, aber die Leute scheinen sie zu glauben, schreibt Sirinya Wattanasukchai.

Wir haben schon vor einiger Zeit gehört, dass das Kino seinen Betrieb einstellen würde, weil sich der Betreiber die finanzielle Belastung nicht leisten kann. Und wir haben schon so oft gehört, dass das Property Management der Chulalongkorn University (PMCU), der reiche Vermieter, dieses Grundstück, das sich in einer erstklassigen Gegend von Bangkok befindet, zurückfordern und es wie die Nachbarschaft sanieren möchte.

Wie die meisten Filmfans und Architekturbegeisterten hatte ich dies tatsächlich eine Weile vorausgesehen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis diese Voraussage eintraf.

Gegen Ende des Jahres 2017 waren Cineasten über Gerüchte verärgert, dass die PMCU die Kinos Lido und Scala abreißen würde. Aber das Unternehmen wies die Spekulationen am letzten Tag des Jahres 2017 zurück und sagte, man habe keine Pläne, eines der beiden Filmtheater zu schließen oder zu zerstören. Der Betreiber fand die finanzielle Belastung jedoch zu hoch, so dass die PMCU das Lido übernahm, um es zu sanieren.

Die PMCU sagte dann, sie suche nach der besten Lösung für das Scala, da Experten vorgeschlagen hätten, das Gebäude für einen Mehrzweckgebrauch umzubauen. Es wäre dann nicht nur ein Kino, sondern auch ein kreativer Veranstaltungsraum.

PMCU sagte auch, man habe den Betreiber stets unterstützt, indem man den Vertrag verlängert und die Miete gesenkt habe, damit der Betreiber seinen Fans im mittlerweile 50 Jahre alten Kino auch spezielle Filmfestivals anbieten könne.

2020 sind die Gerüchte immer noch nicht abgeklungen. Apex, der Betreiber und langjährige Mieter, hat sich nicht gerührt und die PMCU hat nichts weiter angekündigt. Man kann sich gut vorstellen, dass dies das Ende des Filmtheaters bedeuten könnte.

Ich unterhielt mich mit dem amerikanischen Forscher Philip Jablon, der über ein Jahrzehnt lang historische Filmorte und Filmtheater in Thailand und den Nachbarländern dokumentiert hat. Er war über die Gerüchte auch nicht gerade überrascht. Er dachte dabei an einen alten Plan der PMCU aus dem Jahr 2012, beide Kinos abzureißen, um Platz für mehr Einkaufszentren zu schaffen.

In den USA sei das aber anders, erklärte er, da die alten Kinos dort zunehmend integraler Bestandteil der Stadterneuerungsbemühungen geworden sind.

Wie viele andere Architekten sowie der Verband siamesischer Architekten auch, glaubt Jablon an die Idee, dass das Filmtheater in ein Kinozentrum und einen Veranstaltungsort umgebaut werden könnte. Wegen seiner erstklassigen Lage, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen ist, und seinem historischen und architektonischen Hintergrund eignet es sich perfekt für einzigartige Filmprogramme und andere kulturelle Veranstaltungen.

Jablon sagte, wenn er eine Chance hätte, wäre es ein ideales Projekt, das Scala in ein Kinozentrum zu verwandeln, einen Ort für verschiedene Inhalte, die von Filmexperten in ganz Thailand kuratiert werden.

Vorträge und Filmfestivals könnten Leute dazu verleiten, für dieses einzigartige Erlebnis nach Bangkok zu kommen. Es sollte ein Mitgliedersystem mit filmbezogenen Produkten im Gebäude vorhanden sein, damit die Leute immer wieder zurückkehren und der Betreiber einen Gewinn erzielen kann.

Ich bin voll und ganz einverstanden mit dem, was Jablon sagte. Natürlich könnten auch andere kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Ich bin mir aber nicht sicher, ob der Vermieter mit dieser Idee zufrieden sein wird. Aus seiner Sicht wäre es einfacher, die Nachbarschaft einfach zu modernisieren und die Miete zu erhöhen.

Ein Mieter hat mir erzählt, dass seine Miete bei der ersten Vertragsverlängerung um 30 Prozent gestiegen ist. Der erste Vertrag lief vier Jahre und endete 2019.

Aufgrund der Pandemie hat die PMCU die Miete im März halbiert und im April und Mai auf diese vollständig verzichtet. Was mit Juni ist, weiß der Mieter noch nicht, hofft aber das Beste. Er ist besorgt über die Mieterhöhung, wenn der Mietnachlass in naher Zukunft endet und er die volle Miete inklusive 30-prozentiger Mieterhöhung zahlen muss.

Da sein Unternehmen ausschließlich auf Touristen angewiesen ist, befürchtet der Mieter, dass seine Einnahmen ein oder zwei Jahre nicht mehr so hoch sein werden wie vor der Pandemie. Wie soll es also möglich sein, dass sich das Unternehmen nach Corona erholt, ganz zu schweigen von der weiter steigenden Miete?

Es würde nicht schaden, wenn die PMCU die Art-Deco-Architektur in ihrer modernisierten Nachbarschaft bewahren würde. Ein guter Architekt sollte in der Lage sein, die 50 Jahre alte Architektur zu integrieren. Die Chance wird allerdings verloren gehen, wenn die Universität das Gebäude nicht retten kann, da so viele Fakultäten dieses einzigartige Kino nutzen könnten, das wohl das einzig verbliebene freistehende Lichtspielhaus in der Stadt ist, in dem bis zuletzt noch Filme gezeigt wurden.

Architekturstudenten könnten viel von dem Art-Deco-Gebäude lernen, während Theater- und Musikstudenten die Bühne nutzen könnten.

Es wäre demnach ein Win-Win-Projekt. Das historische Gebäude würde erhalten bleiben, der Ruf des Vermieters würde wiederhergestellt und die Öffentlichkeit könnte Filme und andere Veranstaltungen im Scala genießen.

Post source : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1932068/lets-hope-its-not-the-final-curtain-at-the-scala

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