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Underwater (USA 2020)

Underwater (USA 2020)

Underwater (USA 2020)

Der Film enthält allseits bekannte Themen, wie sie schon in „Alien“, „Deep Star Six“ oder „Abyss“ zu sehen waren. Damit kann man den Film in einem Satz zusammenfassen.

„Alien“ ist 41 Jahre alt und ein Meilenstein der Filmgeschichte. „Underwater“ ist dagegen einfach nur schlecht. Langeweile in Kombination mit Bildschirmverdunklung. Die Figuren bleiben einem fremd und geben keinen Spielraum, sich mit ihnen zu identifizieren. Wer da nacheinander abnippelt, ist einem schlichtweg schnurzpiepegal. Man fragt sich anfangs: Wer ist da jetzt tot? Der oder der? Aber das ist dann irgendwann auch wurscht.

Die Hauptdarstellerin Kirsten Stewart – die hier eine Art Alien-Ripley sein soll? – sieht aus wie Annegret Kramp-Karrenbauer. Da ist schon ab der ersten Einstellung der Ofen aus.

The Informer (Großbritannien 2019)

Ein für die Polizei arbeitender Informant ist bei der polnischen Mafia. Sein Boss schickt ihn in den Knast, die Polizei hilft nicht, sondern glaubt, das sei eine gute Idee. Nun muss der Informant ins Gefängnis, weil sonst seine Familie von der Mafia gekillt wird etc. etc. etc. Ausgelutschte Story, schon X Mal besser woanders gesehen, zuletzt bei „Brawl in Cell Block 99“.

Erde und Blut (Frankreich 2020)

Nicht Erde und Blut, sondern Regen und Schlamm. Alles eine braun-graue Soße. Der Film wäre in s/w mit richtiger Ausleuchtung besser gewesen. Nach fünf Minuten weiß man, wie der Film endet: Vater, der mit seiner Tochter auf dem Land lebt, bekommt Krebsdiagnose. Böse Buben rücken an, denn sie wollen Drogen haben, die andere böse Buben in seinem Haus versteckt haben. Wie geht das wohl weiter? Charakterisierung der Figuren? Fehlanzeige.

Interessant fand ich lediglich, dass in diesem französischen Film die Weißen ausgestorben sind. Hier treten Araber (Vater/Tochter und Böse-Buben-Fraktion 1) gegen Schwarze (Böse-Buben-Fraktion 2) an.

Extraction (USA 2020)

Über Netflix-Filme wird oft viel gemosert. Aber: Wie bei jedem anderen Studio gibt es hier gute und weniger gute Filme. „Erde und Blut“ war zugegebenermaßen richtig übel, aber: „Extraction“ zählt ganz sicher zu den besseren Produktionen.

Viel Neues gibt es nicht (Problemlöser mit Knarre befreit entführtes Kind = Dauer-Action), dennoch: Mir gefiel die Location – das soll Bangladesch sein, wurde aber in Thailand gedreht. In einem Film kann man den Zuschauern immer ein X für ein U vormachen. Es ist schon sehenswert, wie gut hier irgendwo in Thailand Dhaka nachgebaut wurde.

Der absolute Höhepunkt des Films ist eine über zehnminütige Verfolgungsjagd, erst auf der Straße, dann in einem Wohnhaus. Eine Plansequenz: Ein Take, kein Schnitt. Diese Szene ist derartig unglaublich gut, dass es sich allein deshalb lohnt, den Film zu sehen. Diese Sequenz ist allerdings nicht dem Realismus geschuldet, sondern ist einfach ein Gimmick. Wenn auch ein gut gelungenes.

1917 (Großbritannien 2019)

Das Beste zum Schluss und mit „1917“ noch einmal zu den eben erwähnten Plansequenzen. Der Film ist eine Ein-Take-Produktion, das heißt, es gibt keinen Schnitt.

Es wird eine einfache Geschichte erzählt: Zwei britische Soldaten bekommen im 1. Weltkrieg den Auftrag, die deutschen Linien zu durchbrechen, um einer anderen britischen Einheit eine Nachricht zu überbringen.

Trotz der simplen Geschichte fand ich den Film spannend. Das liegt an der atmosphärischen Dichte. Hier wird gut rüber gebracht, dass jede Minute etwas passieren könnte. Und es passiert auch viel. Für die beiden Soldaten gibt es immer nur ein Vorwärts, kein Verharren. Ich war die ganze Zeit über total angespannt.

Ob man einen Film gut findet, hat sicherlich auch etwas mit Erwartungshaltung zu tun. Wobei ich zugeben muss, dass ich bei dem Regisseur Sam Mendes („American Beauty“) sehr viel erwartet habe.

Bei den Dreharbeiten wurde viel geschummelt, der Film wurde nicht durchgängig in einem Take gedreht wie beispielsweise der deutsche Film „Victoria“ oder die norwegische Produktion „Utoya 22. Juli“.

Das sind echte One-Take-Filme. Beide sind nicht nur wegen der technischen Leistung absolute Meisterwerke. Die Kamera bleibt immer und ununterbrochen am Protagonisten.

So auch in „1917“, und wer hier der Protagonist ist, stellt sich erst nach geraumer Zeit heraus.

Die Kamerafahrten in den Schützengräben sind eine schöne Hommage an „Wege zum Ruhm“ von Stanley Kubrick aus dem Jahr 1957 – für mich der beste Kriegsfilm aller Zeiten.

Und Roger Deakins, der viel mit den Coen-Brüdern zusammen gearbeitet hat, ist nicht nur für mich einer der besten Kameraleute der Welt. Es lohnt einen Film nur deshalb zu sehen, wenn er Director of Photography war. JC

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