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Zukünftiger Flugverkehr: Check-in dauert vier Stunden

Zukünftiger Flugverkehr: Check-in dauert vier Stunden

Zukünftiger Flugverkehr: Check-in dauert vier Stunden

Sobald Grenzen und Flughäfen wieder geöffnet sind und die Menschen fliegen dürfen, stellt sich die Frage, welche Änderungen es gibt. So wie nach dem 11. September? Weniger? Mehr?

In Anbetracht einiger bereits erfolgter Änderungen und vieler weiterer, die bereits empfohlen wurden, bevor Flughäfen wieder für den kommerziellen Flugverkehr geöffnet werden können, bezeichnen Experten die Coronavirus-Pandemie als „den neuen Terrorismus“, der die größte Krise auslöste, mit der die Luftfahrtindustrie jemals konfrontiert war.

Beginnen wir mit dem gesamten Prozess des Eincheckens für Flüge. Einige rechnen damit, dass dieser bis zu vier Stunden dauern kann. Dazu gehören soziale Distanzierung, das Desinfizieren von Passagieren und deren Gepäck sowie mehr Platz in Wartebereichen.

Neun von zehn Experten erwarten eine langsamere Abfertigung zwischen den Flügen, da die Kabinen gründlich gereinigt und die strengen Hygienemaßnahmen auf Flughäfen befolgt werden müssen.

Kurzfristig wird jedoch erwartet, dass reduzierte Passagierzahlen und Fluggesellschaften, die weniger Ziele als bislang anfliegen, Verspätungen verringern könnten.

Zu den in Betracht gezogenen Maßnahmen gehören der Verzicht aufs Handgepäck, keine Lounges, keine automatischen Upgrades, die Pflicht, Atemschutz zu tragen, Self-Check-In, Self-Bag-Drop-Off, Impfpass bzw. Immunitätsausweis, eine ärztliche Untersuchung vor Ort und Desinfektion der Passagiere samt Gepäck. Im Grunde hört sich das alles an wie aus einem Drehbuch für einen dystopischen Science-Fiction-Film.

Doch das ist noch lange nicht alles: Digitale Technologien und Automatisierung werden in der Zukunft des Flugverkehrs eine entscheidende Rolle spielen. Die Notwendigkeit, „Berührungspunkte“ an Flughäfen zu reduzieren, impliziert die obligatorische Verwendung des „biometrischem Boardings“, das es Passagieren ermöglicht, in Flugzeuge mit ihrem „Gesicht als Reisepass“ einzusteigen.

Eine Reihe von Fluggesellschaften, darunter British Airways, Qantas und EasyJet, setzen die Technologie bereits ein.

Laut World Travel and Tourism Council (WTTC) wird die „neue Normalität“ an großen Flughäfen wie Heathrow, JFK oder Singapur die fast ausschließliche Nutzung von Online-Check-in und kontaktlose Zahlung umfassen.

Dann gibt es noch radikale Änderungen, die die Flughäfen vornehmen müssen. Dazu gehört auch, dass Leute, die nicht fliegen, ein Flughafengebäude gar nicht erst betreten dürfen.

Die Flughäfen benötigen zudem umfangreichere rein biometrische Check-in-Systeme, bei denen Passagiere ihr Gepäck selbst aufgeben, es vor dieser Aufgabe aber durch einen Desinfektionstunnel laufen lassen.

Auf Flughäfen muss es auch eine Abgrenzung der Räume für soziale Distanzierung in Korridoren und Hallen geben, größere Räume für Warteschlangen, Plexiglas oder andere Schutzbarrieren an Kundendienstschaltern sowie Stationen für Handdesinfektion und thermisches Scannen, um die Leute auf Fieber zu überprüfen. Diese Scanner sind auf vielen Flughäfen bereits im Einsatz.

„Nur diejenigen, die flugfähig sind (fit to fly), dürfen auch fliegen“, prognostizierte das Airline-Strategieunternehmen SimpliFlying in einem kürzlich veröffentlichten Bericht, in dem mehr als 70 verschiedene Bereiche für Passagiere genannt werden, von denen erwartet wird, dass sich dort etwas ändert bzw. diese von Grund auf neu geplant werden, um das Vertrauen in das Fliegen nach Corona wiederherzustellen.

„The Telegraph“ berichtete: „Es mag futuristisch klingen, aber UV-Desinfektion auf den Flughäfen der Welt wird wahrscheinlich alltäglich. London-Heathrow sagte, auf dem Flughafen wolle man mit entsprechenden Tests beginnen.“

Es wird erwartet, dass der Boarding-Prozess „berührungslos“ wird mit Optionen wie Gesichtserkennung, die bereits auf einigen US-Flughäfen für internationale Flüge verwendet werden. In den Flugzeugen gibt es blockierte Sitze, elektrostatisches Sprühen, Personal in Schutzausrüstung und natürlich Atemschutzmasken. Große europäische Fluggesellschaften wie Air France und KLM haben diese bereits zur Pflicht gemacht, und es wird erwartet, dass andere Fluggesellschaften nachziehen.

Was die Bordküche betrifft, gibt es die Tendenz, auf Kurzstreckenflügen nichts mehr zu servieren, während die Fluggesellschaften für Langstreckenflüge „leichte Erfrischungen“ in Betracht ziehen. Hong Kong Airlines hat beschlossen, das Angebot von Lebensmitteln ganz einzustellen. Da sitzen die Leute hungrig im Flugzeug.

Am Ankunftsort müssen internationale Passagiere laut SimpliFlying-Prognosen den Beamten der Immigration neben dem Reise- auch den Impfpass vorlegen, der als Immunitätsdokument gilt. So ein Dokument wird auch von der International Air Transport Association (IATA) empfohlen. Sobald ein Impfstoff gefunden wurde, könnte dies zu einem Impfnachweis führen. In anderen Worten: Es wird eine zweigeteilte Welt geben, denn wer sich nicht impfen lässt, darf nicht fliegen.

Bis dahin werden „ankommende Passagiere an ihrem endgültigen Bestimmungsort einer weiteren Temperaturprüfung und möglicherweise sogar Blutuntersuchung auf Covid-19 unterzogen“, prognostiziert das Medienunternehmen „Conde Nast“. „Einige Flughäfen wie Hongkong und Wien testen Passagiere auf das Coronavirus, bevor sie das Land betreten dürfen. Diese Art von Tests können jedoch nur von kurzer Dauer sein.“

Thermische Tests werden auch von der IATA empfohlen, „während Airlines UK, British Airways, EasyJet und Virgin Atlantic die Meinung vertreten, dass das „Pre-Screening“ von Reisenden idealerweise so früh wie möglich stattfinden sollte“, berichtete „The Telegraph“.

Obwohl es keine Standardentscheidungen darüber gibt, ob solche Tests und Überprüfungen obligatorisch sind, drängen Flughäfen und Fluggesellschaften auf einheitliche Vorschriften. Es ist nicht klar, wer beispielsweise für die Überprüfung der Temperaturen von Reisenden und anderer Covid-19-Symptome verantwortlich ist.

SimpliFlying prognostiziert, dass wahrscheinlich eine neue Bundesgesundheitsbehörde eingerichtet wird, um die Gesundheitsuntersuchungen auf Flughäfen zu koordinieren.

„Es wird neue Protokolle für das Einchecken mit digitaler Technologie geben wie Handdesinfektionsstationen an häufigen Stellen, einschließlich der Aufbewahrung von Gepäck, kontaktloses Bezahlen statt Bargeld, Rolltreppen statt Aufzüge, bei denen die Zwei-Meter-Regel schwieriger einzuhalten ist, und das Auseinanderstellen von Fitnessgeräten“, schrieb WTTC in einem kürzlich veröffentlichten Bericht.

WTTC fügte hinzu, dass der Sektor in den kommenden Monaten allmählich wieder anlaufen wird, da eine „neue Normalität“ entsteht, bevor ein Impfstoff in so großem Maßstab verfügbar sein wird, dass Milliarden von Menschen geimpft werden können.

Es ist wahrscheinlich, dass Reisen zuerst im eigenen Land stattfinden, dann in Nachbarländer und erst dann in andere Regionen und zum Schluss in andere Kontinente. WTTC glaubt, dass jüngere Touristen in der Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen, die weniger anfällig für Corona sind, möglicherweise zu den ersten gehören, die wieder mit dem Reisen beginnen.

Laut Gloria Guevara, Präsidentin und Geschäftsführerin von WTTC, erfordert Reisen im „neuen normalen“ Zeitalter koordinierte Maßnahmen, einschließlich neuer Standards und Protokolle, „um einen sicheren und verantwortungsvollen Weg zur Erholung für den globalen Reise- und Tourismussektor zu finden, wenn die Verbraucher wieder Reisen planen.“

Die neuen Sicherheitsprotokolle und -standards werden nach Rückmeldungen von Verbänden aus den verschiedenen Reisesektoren definiert.

Aber damit und mit biometrischen Systemen, Immunitätsausweisen und den besten Absichten für einen sicheren Weg zur Genesung ist die Zukunft des Reisens, wie Niraj Chokshi von der „New York Times“ erklärte, immer noch trostlos: „Da ein Großteil der Welt für Geschäfte geschlossen und kein allgemein verfügbarer Impfstoff in Sicht ist, kann es Monate, wenn nicht Jahre dauern, bis Fluggesellschaften so viele Flüge durchführen wie vor der Krise. Selbst wenn die Leute wieder fliegen, könnte sich die Branche verändern, so wie nach den Terroranschlägen vom 11. September.“

Und dabei werden, wie es bereits der Fall ist, einige Fluggesellschaften, insbesondere kleinere, in Konkurs gehen oder Übernahmeziele werden.

„Die Befürchtungen der Verbraucher, sich in überfüllten Flugzeugen mit dem Virus anzustecken, könnte zu einer neuen Anordnung von Sitzplätzen führen. Fluggesellschaften können anfangs Reisende mit Rabatten locken. Wenn sie jedoch nicht genügend Tickets verkaufen, werden sie wohl die Preise erhöhen.“

Post source : https://www.forbes.com/sites/ceciliarodriguez/2020/05/10/future-air-travel-four-hour-process-self-check-in-disinfection-immunity-passes/

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