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Thai-Brauereien in Vietnam

Thai-Brauereien in Vietnam

Thai-Brauereien in Vietnam

Restriktive Regeln für die Herstellung von Craft Beer, die im Sinne des lokalen Duopols erlassen wurden, schlagen alternative thailändische Biersorten in die Flucht. In Vietnam haben sie eine neue Heimat gefunden.

Fabriken sind nicht die einzigen Unternehmen, die nach Vietnam ziehen, auch thailändische Brauereien gehören dazu. In Thailand sind die Vorschriften streng, um potentiellen Konkurrente den Einstieg in den Biermarkt zu verwehren. Der wird von zwei Brauereien bzw. hinter diesen stehenden Familien beherrscht, die keinen Spaß verstehen, wenn jemand auf die Idee kommt, dieses Duopol durchbrechen zu wollen.

Mit sehr thailändischen Namen wie Mahana Khon, Krung Thep und Khao San erscheinen thailändische Craft-Biere aufgrund des unübersehbaren Importaufklebers und der Aufschrift „Made in Vietnam“ (oder anderer Länder) auf der Flasche als fremd im eigenen Land.

Thailands Biervorschriften sehen vor, dass neue Marktteilnehmer mindestens zehn Millionen Liter Bier pro Jahr brauen und über zehn Millionen Baht Kapital verfügen müssen. Dass ist für kleine Brauereien eine unüberwindliche Hürde, um Fuß auf dem Markt fassen zu können. So wird das Duopol der Hersteller ThaiBev (Chang) und Boon Rawd, (Singha und Leo) geschützt.

Während Thailand früher eine größere Craft-Brauerei-Szene in Form einer Subkultur hatte, sind viele Firmen ins Ausland gegangen, nachdem Behörden einige Verhaftungen vornehmen ließen. Im Ausland können diese kleinen Betriebe ganz legal ihr Bier brauen.

Zunehmend bietet Vietnam auch die beste Konstellation bezüglich Preis, Qualität und logistischen Optionen. Nach Einfuhrzöllen, Verbrauchssteuern und Versand sowie Koste für die Kühlung werden viele Biere für den Durchschnittsverbraucher in Thailand allerdings unerschwinglich.

Hergestellt in Vietnam

Zwar wird thailändisches Craft Beer in einer Reihe anderer Länder gebraut, doch bevorzugen Brauer zunehmend Vietnam. Dort schließen sie sich mit lokalen Brauereien zusammen. Diese können wettbewerbsfähige Preise auch für kleine Mengen anbieten, die günstiger sind als andere Craft-Beer-Nationen im asiatisch-pazifischen Raum wie Australien oder Taiwan. Händler in Vietnam können das Bier in gekühlten Containern nach Thailand transportieren. Dabei wird der ursprüngliche Geschmack des Bieres in der Regel bewahrt.

Während Kambodscha wettbewerbsfähige Preise bietet und ein beliebtes Ziel für thailändische Brauer bleibt, machen ein unregelmäßiger Versand und weniger Optionen in Bezug auf Zutaten und Chargengrößen Vietnam zu einer attraktiveren Wahl.

Kürzlich verlegte Mike Roberts, Gründer von Outlaw Beer, seine Produktion aus der thailändischen Provinz Loei nach Vietnam, während er in Kambodscha ebenfall noch eine Biersorte braut. Das ermöglicht eine Reihe von Optionen, insbesondere, gekühltes Bier von Vietnam zurück nach Thailand zu transportieren. Sein Bier ist ungefiltert und nicht pasteurisiert, daher müssen beim Transport niedrige Temperaturen eingehalten werden.

Das bedeutet in anderen Worten häufige Reisen nach Vietnam, um den Brauprozess zu überwachen.

„Ich bin mit Home Brewing vertraut, deshalb möchte ich praktisch sein“, sagte er. „Ich bringe meinen eigenen Hopfen mit, probiere das Bier und entscheide dann, wie ich es fermentieren soll.“

Die Heart of Darkness Brewery, eine 2016 gegründete Craft-Brauerei in Ho-Chi-Minh-Stadt, hat erst im vergangenen September Verträge mit thailändischen Brauern abgeschlossen. Heute arbeitet sie schon mit 18 verschiedenen thailändischen Brauern zusammen, um Bier für den thailändischen Markt herzustellen.

„In dem Moment, in dem wir mit dem ersten Brauer einen Vertrag abschlossen, öffneten sich sozusagen die Schleusen“, meinte John Pemberton, Geschäftsführer von Heart of Darkness. „Wir helfen ihnen gerne dabei, Rezepte und Ideen zu entwickeln und natürlich, das Bier zu brauen.“

In den meisten Fällen wird ein thailändischer mit einem vietnamesischen Brauer einen Vertrag aushandeln und dann nach Vietnam reisen, um den Brauprozess zu überwachen, um sicherzustellen, dass mit einigen Eingabe des örtlichen Brauers der Geschmack stimmt.

„Wir versuchen, mit ihnen zusammenzuarbeiten und herauszufinden, was sie mit dem Rezept erreichen wollen, denn letztendlich steht auf dem Etikett „Brewed at Heart of Darkness“. Deshalb möchten wir sicherstellen, dass es sich um ein Qualitätsbier handelt“, sagte Pemberton.

Der gebürtige Brite entdeckte in New York City das Craft Beer und lernte dann, wie man es aus der Not heraus braut – während er in China lebte, wo noch kein Craft Beer erhältlich war. Er zog 2013 nach Vietnam, als der Craft-Beer-Wahn im Land gerade erst begann, und eröffnete drei Jahre später seine eigene Brauerei sowie ein Bierhaus.

Er hat Ambitionen, die führende Craft-Beer-Brauerei in Südostasien zu werden, und plant, noch in diesem Jahr neue Bierhäuser in Bangkok und Taipeh zu eröffnen. Einen Standort in Singapur gibt es schon. Die Erweiterung ist ein Glücksspiel für die wachsende Akzeptanz von Craft Beer in der Region, weil das Bier häufig einen stärkeren Geschmack aufweist, bitterer ist und der Alkoholgehalt höher ist als bei handelsüblichen Bieren.

Laut Pemberton dauerte es in den USA 30 oder 40 Jahre, bis Craft Beer einen Marktanteil von 20 bis 30 Prozent erreichen konnte. In Südostasien hat Craft Beer heutzutage nicht einmal einen Marktanteil von einem Prozent.

„Ich habe die Leidenschaft und den Geist der thailändischen Szene lange bewundert“, sagte er. „Die Brauer sind Rebellen und haben viele Hürden überwunden, um ihre Biere auf den Markt zu bringen.“

Der Amerikaner Alex Violette war 2014 Mitbegründer der Pasteur Street Brewing Company in Ho-Chi-Minh-Stadt. Das Unternehmen betreibt sechs Bierhäuser in Vietnam.

Das Unternehmen erhielt kürzlich einen Auftrag zum Brauen von Sivilai, einem thailändischen Craft Beer der Mahana Khon Brewing Company.

„Das ist kein normaler Vorgang, aber wir arbeiten gerne mit Menschen zusammen, die auf unsere Marke ausgerichtet sind“, sagte Violette. „Denn es gibt so viele Möglichkeiten, unsere eigene Marke hier auszubauen, dass wir alle Hände voll zu tun haben.“

Das Bier in Südostasien zeichnet sich durch lokale Zutaten aus, die in Craft-Beer-Mekkas wie den USA und Großbritannien nur schwer zu finden sind. Pemberton verwendet in seinem Bier lokale Früchte wie in seinem Kumquat Pale Ale, während Violette Jasminblüten aus Nordvietnam für sein Jasmine IPA bezieht.

„Viele Brauereien verwenden tropische Zutaten in ihrem Bier, aber nur sehr wenige Craft-Brauereien befinden sich tatsächlich in den Tropen“, sagte Violette. „In Vietnam wird kein Hopfen und keine Gerste angebaut. Weil wir also all unsere Rohstoffe importieren, fragte ich mich: Warum gerade in Südostasien eine Brauerei haben?“

Er sagte, dass viele Craft- Brauereien im Land eröffnet wurden, insbesondere in Ho-Chi-Minh-Stadt, was Vietnam zum Craft-Beer-Zentrum Südostasiens machte.

Diese Craft-Beer-Hegemonie Vietnams über Thailand nährt langjährige Befürchtungen, dass Thailand, die zweigrößte Volkswirtschaft im ASEAN-Staatenbund, eines Tages von Vietnam überholt werden könnte. Mit einer höheren Wachstumsrate und einer wachsenden, fleißigen Bevölkerung ist Vietnam ein ernster Konkurrent geworden. Das Land verinnerlicht die globalen Verbrauchertrends und steht damit in starkem Kontrast zu Thailands protektionistischer Politik.

Untergrund oder Ausland

Taopiphop Limjittrakorn, Abgeordneter der aufgelösten Future Forward Party und Craft-Beer-Brauer, wurde vor allem wegen seiner Verhaftung im Jahr 2017 bekannt. Er wurde verhaftet, weil er sein eigenes Bier gebraut hatte. Er ist nach wie vor ein Verfechter des Craft Beer in Thailand und hat kürzlich Gesetze vorgeschlagen, um diesen Industriezweig für kleine Unternehmen zu öffnen. Jetzt braut er sein Bier in Vietnam.

„Viele thailändische Craft-Brauer gehen nach Vietnam, weil sie kleine Chargengrößen wie 1000 Liter herstellen, damit sie nicht zu viel Vorrat haben“, sagte Taopiphop. „Vietnam hat auch eine größere Auswahl an Rohstoffen, die sie für ihre Biere auswählen können. Die meisten Brauer, die dort tätig sind, sind Expats und wissen, was sie tun.“

Er sagte, dass die Sache mit dem Craft Beer im Parlament Unterstützung durch die Opposition finde, wobei die Regierungskoalition einen ähnlichen Gesetzentwurf vorschlägt, der die begrenzte Chargenanforderung für Brauer außer Kraft setzen würde.

„Das wäre eine große Veränderung für Thailand, wenn kleine Leute den großen Konzernen die Stirn bieten könnten“, sagte Taopiphop.

Post source : https://www.bangkokpost.com/business/1919960/small-brewers-pour-into-vietnam

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