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Janz weit draußen

Janz weit draußen

Janz weit draußen

Nicht nur Thais sind in Thailand von der Krise betroffen, sondern auch auch viele Ausländer. Einen Freund von mir hat es auch erwischt. Er muss jetzt umziehen, weil er sich die Miete auf Dauer nicht wird leisten können. Er wohnt in Süd-Pattaya nahe Second Road, und dachte, wenn er JWD wohnt, verringert sich die Miete entsprechend. Da er gern Sport treibt – er litt wegen der geschlossenen Fitnessstudios –, lag es doch auf der Hand, sich etwas in der Nähe des Mabprachan Lake zu suchen. Dort gibt es einen Jogging- und Fahrradweg rund um den gesamten See.

Nach seinem Ausflug ließ er mir folgende Nachricht zukommen:

„Gestern Nachmittag waren wir mit meinen Nachbarn auf Stippvisite in der Dark Side, genauer gesagt Mabprachan Lake. Die Nachbarn werden in Kürze dorthin ziehen, weil sie nur ein paar Minuten vom See entfernt einen Zweitwohnsitz haben, den sie jetzt finanziell bedingt zum Erstwohnsitz machen. Weil Thais einfach umwerfend nett sind, haben sie sich dort bereits nach Häusern für uns umgesehen und wollten sie uns nun zeigen.

Die Autobahn zum See ist fast fertig. Wird offiziell in Kürze eröffnet. Ich dachte, wir quälen uns jetzt stundenlang die Soi Siam Country entlang, doch nach rund zehn Minuten waren wir schon da. Der See: leer. Nix mit Wasser. Der Trimm-dich-Pfad inklusive Radweg um den See ist der Oberhammer. Vierspurig: Zwei für Jogger und zwei für Radfahrer – wegen des Gegenverkehrs. Wie gesagt: Hammer! Wenn Fitness in Pattaya, dann hier, weil Paradies! Mein Herz schlug sofort höher.

Wir fuhren eine zeitlang am See entlang bis zu einer kleinen Soi. In diese sind wir abgebogen. Ich dachte, wie könnte ich meinem lieben Walter Weiß jemals erklären, wie man dahin kommt.

Wir kamen an allerlei Freiflächen vorbei –  wie im Isan oder wie überall in der Provinz. Da waren so ca. 100 Hunde. Ein Rudel verfolgte einen Suppenkoch – Motorrad mit Beiwagen. Der musste ganz schön Gas geben *schwapp schwapp*, sonst hätten die Hunde ihn vom Motorrad geholt. Hier bin ich genau richtig, dachte ich, der ich doch eher Katzen zugeneigt bin.

Das Haus/die Hütte steht auf einem Grundstück, das ganz okay ist, weil recht geräumig. Das Grundstück, will ich betonen. Das Haus: Kommst rein, ein breiter Flur – Thais würden es vielleicht Zimmer nennen –, links gehen zwei Zimmer ab. Sehr klein. Hinten rechts Bad und dahinter Küche mit Hintertür. Keine Einrichtung, keine Klimaanlage. Kein gar nix. Wasserversorgung: Grundwasser. Monatsmiete: 5000.

Von dem Grundstück könnte ich nie weg – wegen der Hunde, die da schon lauern. Ich hab in mich rein gekichert und Pokerface gemacht. Zur Belohnung spendierte mir mein potentieller Vermieter ein Bier.

Danach fuhren wir die Soi in die falsche Richtung weiter und nach gefühlt einer halben Stunde Fahrt verkündete mein Nachbar, der den Wagen steuerte, dass hier ja 7-Eleven und Tesco (aber nur Express) seien. Also gar nicht weit vom Haus, sagte er völlig ohne Ironie. Nach der Ansage wendete er und fuhr wieder zurück. Meine innere Kicherei wollte gar nicht mehr versiegen. Man muss eben alles mit Humor nehmen, und er meinte es doch gut mit mir!

NEXT: Wir fuhren weiter in der Gegend herum, kamen zu dem neuen Wohnhaus meines Chauffeurs. In irgendeiner Seitenstraße dahinter befindet sich eine Bungalowanlage. Sieht aus wie auf Koh Samui. Nur das Meer ist weit weg. Ein Zimmer – winzig – mit angeschlossener Küche. Im Zimmer steht ein Bett, damit ist es voll. Vielleicht kann man noch Platz für ein TV-Gerät finden, aber ein Schreibtisch passt dann nicht mehr rein, auch kein Schrank. 4500 Baht soll das kosten. Strom: 15 Baht pro Einheit. Was? Der Vermieter sagte das auf Englisch, ich lasse mir das auf Thai wiederholen, um sicher zu gehen, dass ich mich nicht verhört habe: sip ha.

Inzwischen war es so ca. 19 Uhr, die Straßen ziemlich leer. Total leer. Nichts und niemand. Restaurants aber geöffnet, auch Gäste in den Läden. Viele Leute: Social Distancing? Haha.

Ich war heilfroh, als wir zurück waren. Wohne hier in diesem Viertel gern. Wenn ich hier weg müsste, sollte der neue Wohnsitz schon etwas Besonderes zu bieten haben.

Außerdem wohnt hier einer meiner Kumpel, ein Amerikaner. Wir sind recht gut befreundet, doch von ihm habe ich schon seit Wochen nichts mehr gesehen und gehört. Er ist vollkommen der Corona-Paranoia erlegen. Und er glaubt, ich bin auch durchs Telefon oder via E-Mail ansteckend. Er sitzt den ganzen Tag zu Hause, geht nicht vor die Tür: zu gefährlich.

Er glaubt ernstlich, ich bin der Überträger der tödlichsten Variante der Wuhan-Zombie-Grippe. Er führt jetzt ein Leben wie sein Landsmann Howard Hughes und wird voraussichtlich viele Jahre lang sein Zimmern nicht mehr verlassen.“

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