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Titanic der Lüfte

Niemand an Bord der Hindenburg hätte sich bei ihrem ersten Flug am 4. März 1936 vorstellen können, welche Tragödie das Luftschiff nur ein Jahr nach dieser Jungfernfahrt ereilen würde.

Die „Titanic der Lüfte“ endete ebenso wie die Titanic zur See: in einer Katastrophe, die niemals vergessen wird.

Am 4. März 1936 gegen 15 Uhr befanden sich 55 Besatzungsmitglieder und 30 Passagiere an Bord der Hindenburg, die im bayrischen Friedrichshafen am Ufer des Bodensees festgemacht hatte.

„Eine Reihe von Ingenieuren und Hafenarbeitern war an Bord. Darunter auch Ludwig Dürr, Designer und technischer Direktor“, sagte Barbara Waibel vom Zeppelin-Luftschiff-Archiv. Dürr „wollte sehen, wie sein neuestes Schiff funktioniert“, erklärte sie.

Der Flug dauerte insgesamt drei Stunden und sechs Minuten, umfasste 180 Kilometer und ermöglichte es der Besatzung, die Ruder, den Wendekreis, die Geschwindigkeit und das Sonarsystem des Schiffes in einer Höhe von rund 700 Metern zu testen.

„Die genaue Route ist nicht im Flugbericht vermerkt, aber sie kreuzten meistens über dem Bodensee“, sagte Waibel.

Von diesem ersten vorläufigen Testflug sind nur noch wenige wertvolle Fotos erhalten.

„Sie können auf den Bildern sehen, dass eine Rauchwolke freigesetzt wird, wenn das Schiff losfährt“, bemerkte Waibel. „Das war Staub aus dem Hangar, weil das Schiff schon so lange im Bau war.“

Jahre der Herstellung
Die Planung für die Hindenburg, alias Zeppelin LZ129, war seit 1930 im Gange und sollte der krönende Abschluss der deutschen Luftschifftechnologie sein.

Bis heute ist die Hindenburg Rekordhalterin als größtes Luftfahrzeug, das jemals von der Menschheit gebaut wurde: Länge 245 Meter, Durchmesser 41,2 Meter.

Das Schiff war nicht nur ein Wunder der Technik, sondern auch ein Luxusliner mit einer Lounge mit gut gefüllten Sesseln und einem riesigen schwarzen Klavier, einem Raucherraum mit Zeichnungen des Schiffes und sogar einem Schreibzimmer.

Der Namensgeber
Das Luftschiff wurde nach Feldmarschall Paul von Hindenburg benannt, einem der führenden deutschen Kommandeure im Ersten Weltkrieg.

Trotz der Niederlage von 1918 wurde der alternde ehemalige General Gegenstand der Heldenverehrung in der Weimarer Republik und 1925 schließlich Reichspräsident.

Es war Hindenburg, der auf Drängen konservativer Kräfte, die glaubten, sie könnten den Führer der Nationalsozialisten kontrollieren, Adolf Hitler 1933 zum Reichskanzler ernannte.

Der Feldmarschall war ein Symbol für den vergangenen deutschen Ruhm und den Mut der Armee, von dem viele glaubten, er sei durch einen „Stich in den Rücken“ feiger Politiker und Juden eher an der Heimatfront als auf dem Feld besiegt worden (Dolchstoßlegende).

So war Hindenburg der perfekte propagandistische Name für ein Luftschiff, das die Flagge des aufstrebenden Deutschlands der Nationalsozialisten durch den Himmel in die ganze Welt tragen sollte.

Die Tragödie
Aber das Schicksal hatte andere Pläne für LZ129, und nur ein Jahr später ereignete sich die Katastrophe in Lakehurst, New Jersey.

In diesem einzigen Jahr hatte die Hindenburg 337.129 Kilometer zurückgelegt, indem sie immer zwischen Deutschland und Amerika hin- und hergefahren war.

Auf acht Reisen nach Südamerika und elf nach Nordamerika wurden 7305 Passagiere, 9758 Kilo Fracht und 8869 Kilo Post befördert.

Als das Luftschiff am Abend des 6. Mai 1937 in Lakehurst ankam, brach im Heck des Schiffes ein Brand aus, und innerhalb von Sekunden brannte der gesamte Zeppelin, als der Vorrat an Wasserstoffgas in Flammen aufging.

Das Unglück forderte 36 Tote, darunter 13 Passagiere, 22 Besatzungsmitglieder und ein Mitglied des Bodenpersonals.

Neue Ära?
Nach der Hindenburg-Katastrophe vergingen 60 Jahre, bis Luftschiffe über dem Bodensee in den Himmel zurückkehrten – sie sind nach wie vor ein seltener Anblick.

Im September 1997 machte der erste Zeppelin NT (New Technology) einen Jungfernflug. Er kreiste 45 Minuten über Friedrichshafen.

„Die damalige Luftschiff Ära war eine unglaubliche technische Leistung“, sagte Thomas Brandt von der Deutschen Zeppelin Reederei (DZR) in Friedrichshafen. „Wir sind stolz darauf, dass wir heute, 80 Jahre später, den regulären Passagierflug als einzigartiges Erlebnis anbieten können.“

Im Gegensatz zu seinem entfernten Vorfahren benötigt das neueste Zeppelin-Modell nur 8000 Kubikmeter Gas zum Abheben – weit weniger als die 200.000 Kubikmeter, die in die Hindenburg gepumpt worden waren.

Auch das Gas ist anders. Anstelle von leicht entflammbarem Wasserstoff wird jetzt Helium verwendet, um den Auftrieb zu erzielen. Helium ist leichter als Luft und lässt den Zeppelin mit Passagieren und Ladung vom Boden abzuheben.

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