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K.O. durch Corona

K.O. durch Corona

K.O. durch Corona

Thailands professionelle Kickboxer trainieren mit Atemschutz im Abstand von zwei Metern und kämpfen dabei gegen eine neue Realität: geschlossene Sporthallen und abgesagte Turniere. Die Coronavirus-Pandemie hat sie plötzlich arbeitslos gemacht.

Bei der brutalen Version des Boxens, Muay Thai oder Kickboxen, wird nicht nur mit den Fäusten gearbeitet. Erlaubt sind Stöße, Schläge und Tritte unter Verwendung von Schienbeinen, Knien und Ellenbogen.

Aufgrund der strengen Regeln für soziale Distanzierung in Thailand kann der ehemalige Weltmeister Sarawut Prohmsut beim Training in Bangkok nur andeuten, was er vorhat, denn sein Sparringspartner steht zwei Meter von ihm entfernt. Direkter Körperkontakt ist verboten.

„Wie soll man unter diesen Bedingungen boxen? Wir empfinden nichts, der Körper produziert kein Adrenalin mehr“, sagte der 23-jährige Sarawut in einem Muay-Thai-Fitnessstudio in der Hauptstadt.

Sarawut ist es gewohnt, 20.000 bis 30.000 Baht pro Monat an Turniergeld zu verdienen, wobei er den Großteil des Geldes nach Hause schickt, um seine Familie zu unterstützen.

Aber die Pandemie hat Muay Thai schwer getroffen. Turniere wurden abgesagt und Boxstadien geschlossen, nachdem es bei einer Boxveranstaltung Anfang März in Bangkok eine Masseninfektion gab.

Ohne Einkommen sind viele Boxer in ihre Heimatprovinzen zurückgekehrt, in denen das Training allerdings ins Stocken geraten ist.

„Von heute auf morgen hörte alles auf“, sagte Somiong, ein 24-jähriger ethnischer Karen, der in die Provinz Kanchanaburi zurückkehrte, weil er nicht mehr boxen darf.

Er und Sarawut gehören zu den vielen Millionen Menschen, die arbeitslose geworden sind, weil das Virus in Thailands Tourismus-, Unterhaltungs- und Restaurantindustrie wie eine Bombe einschlug.

Die Regierung versprach auch den betroffenen Boxern die monatliche staatliche Hilfe von 5000 Baht.

Der Haken allerdings ist, dass Boxer ohne spezielle Lizenz keinen Anspruch auf diese Hilfe haben, sagt Jade Sisisompan von der World Muay Thai Organization, die auch Mitinhaberin des Fitnessstudios ist, in dem Sarawut trainiert.

„Es kann schnell zur Katastrophe kommen“, sagte sie. „Die meisten Boxer kämpfen seit ihrer Kindheit und können nichts anderes.“

Muay-Thai-Turniere in Bangkok sind hochkarätige Spektakel, an denen Hunderte Zuschauer teilnehmen, um potenzielle Gewinner zu bejubeln – und natürlich auch, um Wetten abzuschließen.

Bei den Kämpfen, die Anfang März in Bangkoks Lumpini-Stadion stattfanden, das vom Militär betrieben wird, war es ebenso.

Aber in der überfüllten Arena kam es zu Hunderten von Infektionen, unter ihnen Prominente, Stadionmitarbeiter, Politiker und Armeeangehörige. Eigentlich hätte die Veranstaltung gar nicht stattfinden dürfen, weil hier schon Vorschriften zur sozialen Distanzierung galten.

Die Auswirkungen betrafen Somiong unmittelbar, der vor Corona sieben Stunden am Tag trainierte und mit dem Boxen monatlich über 15.000 Baht verdiente.

Wie die meisten Profikämpfer in Thailand diente der Ring ihm und seiner Familie als Ausweg aus der Armut, seit er mit dem Training im Alter von elf Jahren begonnen hatte.

Weil Somiong ethnischer Karen ist, hat er keinen thailändischen Personalausweis und daher keinen Anspruch auf staatliche Unterstützung.

„Jetzt kann ich meine Eltern finanziell nicht mehr unterstützen“, sagte er. „Ich denke zurzeit viel über die Lage nach.“

Die Boxgemeinschaft muss sich zusammenschließen, um den finanziell am stärksten gefährdeten Kämpfern zu helfen, sagte Youssef Boughanem, Muay-Thai-Weltmeister im Mittelgewicht und Eigentümer eines in Pattaya ansässigen Fitnessstudios.

„Boxer streben jeden Tag nach Spitzenleistungen – wenn sie kein Ziel haben, kann sie dies in tiefe Depressionen stürzen“, sagte der belgisch-marokkanische Kämpfer, der wegen seiner mehr als 120 K.O.-Siege den Spitznamen „Terminator“ trägt.

In Thailand gab es am 20. Mai nur eine neue Coronainfektion. 2888 Personen sind genesen. Zurzeit werden noch 90 Patienten wegen Covid-19 im Krankenhaus behandelt. Die Zahl der Todesopfer liegt bei 56.

Aber selbst wenn sich die allgemeine Situation verbessert, „wird es einige Zeit dauern, bis Thais ins Stadion zurückkehren“, sagte Samart. „Sie haben Angst.“

Post source : https://www.thaipbsworld.com/coronavirus-ko-thai-fighters-in-despair-as-rings-fall-silent/

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