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Süßes Leben in Gefahr

Der harte Baht und neue Vorschriften trüben den Reiz des süßen Lebens budgetbewusster Expats im Land des Lächelns.

Von den Bergen in Chiang Mai bis zu den Stränden auf der Ferieninsel Phuket ist Thailand seit langem ein Anziehungspunkt für ausländische Rentner, die ihren Lebensabend in tropischer Glück-
seligkeit verbringen möchten.

Aber für viele, die sich bislang im preisgünstigen Paradies wohl gefühlt haben, schwinden die Träume. Man muss inzwischen ein recht wohlhabender Rentner sein, um das Land mit all seinen Annehmlichkeiten genießen zu können.

Der thailändische Baht stieg im vergangenen Jahr gegenüber dem Dollar auf ein Sechsjahreshoch und wurde zu einer der stabilsten Währungen der Welt. Obwohl der Baht in den letzten paar Monaten wieder an Wert verloren hat, ist er im Vergleich zu vor drei oder vier Jahren immer noch deutlich stärker. Der Baht galt als sichere Wette im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Die Schattenseite war, dass die Besucherzahlen sanken und sich die Hotelauslastung halbierte. Das alles wohlgemerkt vor Ausbruch des neuartigen Coronavirus Covid-19.

Für diejenigen, die hier von ihren Ersparnissen oder einer Rente leben, hat der starke Baht das Einkommen dezimiert.

Beispielsweise haben britische Expats nach dem Einbruch des Pfunds etwa 30 Prozent ihrer Kaufkraft verloren. Ähnlich erging es Europäern, die ihre Rente in Euro erhalten. Auch
Schweden und Norweger stöhnen wegen des miserablen Umtauschkurses.

Ein weiterer finanzieller Engpass ergibt sich aus Änderungen der Visumsbestimmungen für Rentner. Vor über einem Jahr wurden die Vorschriften zum Vermögensnachweis verschärft. So müssen sich die obligatorischen 800.000 Baht für das sogenannte Rentner-Visum mehrere Monate auf einem Konto befinden. Allerdings hängt es wohl vom bearbeitenden Beamten ab, ob dieser Nachweis tatsächlich geführt werden muss.

Das nächste Problem ist die Krankenversicherung. Rentner, die ihr Visum verlängern, müssen keinen Nachweis erbringen, wohl aber Antragsteller, die sich zum ersten Mal um ein derartiges Visum bemühen. Für Leute, die 75 Jahre oder älter sind, kann solch eine Versicherung zum Problem werden, weil die monatlichen Prämien bis zu 100.000 Baht betragen können, falls sie überhaupt eine Versicherung finden.

Vor allem in Pattaya ist ein Gefühl der Verzweiflung spürbar.

„Das Leben in Pattaya hat sich seit einigen Jahren für die Leute verschlechtert”, sagte Leng Leng, der Mercy Pattaya, eine lokale christliche Wohltätigkeitsorganisation, leitet.

Gerry, ein Veteran der US-Marine, kam im Vietnamkrieg und ist geblieben. Mit 83 Jahren ist Gerry kaum in der Lage, seine Lebenshaltungskosten zu decken, geschweige denn die 800.000 Baht für das Jahresvisum aufzubringen.

„Ich bin zu alt und zu ängstlich, um irgendwohin zu gehen“, sagte er.

Gerry besitzt hier keine Immobilien, aber für diejenigen, die welche haben, hat ein Abschwung auf dem Immobilienmarkt ihre Chancen auf einen schnellen Verkauf beeinträchtigt.

Die Nachfrage nach Immobilien hat seit dem letzten Jahr abgenommen, da viele Expats Thailand verlassen und sich in anderen Ländern Asiens niedergelassen haben.

Ein weiteres Problem sind die steigenden Lebenshaltungskosten. Thailand mag einmal ein preisgünstiges Land gewesen sein, diese Zeiten sind jedoch vorbei. Wohnraum mag günstig sein, und wenn man sich an einem kleinen Stand eine Schüssel Reis mit etwas Gemüse und Fleisch kauft, mag das auch nicht teuer sein. Aber die Preise für alle Extras darüber hinaus sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Thailand ist ziemlich kostspielig geworden. Alle können sich das Land nicht mehr leisten.

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