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Laos plant einen neuen Mekong-Staudamm

Laos plant einen neuen  Mekong-Staudamm

Ein thailändisches Wasserkraftunternehmen plant den Bau des sechsten großen Mekong-Staudamms – in Laos. Damit soll das Land die „Batterie Südostasiens“ werden.

Die in Thailand ansässige Charoen Energy & Water Asia (CEWA) präsentierte den laotischen Behörden bei einem Treffen in der Stadt Pakse die Ergebnisse von Studien im Zusammenhang mit dem Phougnoi-Staudammprojekt.

Den Plänen zufolge soll sich der Phougnoi-Damm in der Provinz Champassak, zehn Kilometer südlich von Pakse und etwa 100 Kilometer nördlich des Don Sahong-Damms befinden, der kürzlich seinen Betrieb aufgenommen hat.

„Das Unternehmen präsentierte die Ergebnisse der ersten Machbarkeitsstudie und der Umweltverträglichkeitsprüfung des vorgeschlagenen Staudamms auf dem Treffen“, sagte ein Beamter des Verwaltungsbüros der Provinz Champassak.

„Bis jetzt wurden noch keine Baumaßnahmen durchgeführt, es müssen noch viele weitere Schritte ausgeführt werden. Daher wird mit dem Bau nicht in Kürze begonnen“, fügte der Beamte hinzu.
Er sagte, er wisse nicht, wann die laotische Regierung die Mekong-River-Kommission (MRC) über das Projekt informieren werde. Dies sei ein obligatorischer Schritt für neue Mekong Projektentwicklungen, bei dem ein sechsmonatiger Konsultationsprozess beginnen würde, der eine Studie über die Folgen für die betroffenen Nachbarländer beinhaltet.

„Die ersten vorliegenden Studien konzentrierten sich auf die Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung, jedoch nicht sehr detailliert. Wenn der Projektentwickler und die laotische Regierung dieses Projekt durchführen, benötigen sie weitere Einzelheiten darüber, wie sich dies auf Anwohner auswirken würde, die stromabwärts des Damms leben“, sagte der Beamte.

Die Studien zeigten, dass der Phougnoi-Damm mehr als 200 Hektar Land betreffen würde, auf dem 88 Dörfer in sieben Distrikten beheimatet sind. Das am stärksten betroffene Dorf wäre Khon Ken, in dem 811 Einwohner in 142 Haushalten leben. Einzelheiten zu Baukosten und Stromabnahmeverträgen wurden noch nicht bekannt gegeben.

Ein CEWA-Vertreter teilte mit, dass das Unternehmen die Entwürfe für den Damm sowie die ersten Studien zu den ökologischen und sozialen Auswirkungen des Projekts abgeschlossen habe.
Anwohner sagten, sie seien besorgt über die möglichen Auswirkungen.

„Warum baut die laotische Regierung so viele Dämme?”, fragte ein Bewohner des Champassak-Distrikts der Provinz Champassak. „Wir haben schon zu viele. Wenn wir mehr bauen, werden die Dürreperioden stärker und der Wasserstand am Mekong wird immer niedriger.“

Ein Dorfvorsteher im Bezirk Sanasomboun, einem Gebiet, das stark betroffen sein würde, meinte, dass noch niemand im Dorf etwas über das Entwicklungsprojekt gehört habe.

Die Interessengruppen fordern weitere Informationen Währenddessen besichtigten Regierungsbeamte und Interessengruppen am Xayaburi-Staudamm im Norden von Laos, der im Oktober letzten Jahres den kommerziellen Betrieb aufnahm, die Einrichtungen und empfahlen dem Entwickler des Staudamms, Informationen über seinen Betrieb mit den unteren Mekong-Ländern zu teilen.

50 Personen nahmen teil, unter ihnen Vertreter von NGOs, Wissenschaftler, Journalisten und Spezialisten des MRC-Sekretariats.

Die Besucher sagten, sie seien dankbar für die Offenheit des Entwicklers und äußerten die Hoffnung, dass das Unternehmen dem MRC-Sekretariat Daten über den Betrieb des Staudamms einschließlich Wasserfluss, Sedimenttransport und Migration mitteilen werde.

„Beobachtete Daten und Informationen zur Sediment- und Fischwanderung über und unter dem Damm sowie zur Energieerzeugung sollten ausgetauscht werden“, sagte Nhan Quang Nguyen, Vertreter einer vietnamesischen NRO, dem Zentrum zur Förderung des integrierten Wasserressourcenmanagements. „Ein transparenter und zeitnaher Austausch dieser Informationen könnte den Menschen und den zuständigen Behörden helfen, besser zu planen“, sagte er.

Knut Sierotzki, ein technischer Berater eines finnischen Unternehmens, das das Energieunternehmen Xayaburi unterstützt, versuchte, die Bedenken hinsichtlich des Staudamms zu zerstreuen, dass dieser zu viel Wasser speichern könnte.

„Es wird kein Wasser gespeichert, sagte er. „Was rein fließt, wird irgendwann raus fließen. Der Wasserfluss wird nicht geändert. Das Zuflusswasser wird ständig entweder durch die Turbinen oder den Überlauf freigesetzt.“

Er sagte auch, dass der Abfluss während der jetzigen Trockenzeit etwa 50 Prozent höher sei als der während der Trockenzeit 2003/2004, in der das Wasser mit 800 bis 1000 Kubikmeter/Sekunde abfloss.

Patchara Jaturakomol von der thailändischen KasetsartUniversität sagte jedoch, Sierotzkis Behauptung zeige, warum die Daten bekannt gemacht werden müssen.

Wenn der Entwickler die offiziellen Daten veröffentlichen würde, könnten die Daten „für sich selbst sprechen“, sagte sie.

Laos hat am Mekong und seinen Nebenflüssen Dutzende von Wasserkraftwerken gebaut, um Strom, den andere Länder der Region brauchen, zu exportieren. Das Land will in den kommenden Jahren weitere Dämme bauen.

Obwohl die laotische Regierung die Stromerzeugung als einen Weg zur Ankurbelung der Wirtschaft des Landes ansieht, sind die Projekte wegen ihrer Umweltauswirkungen, der Vertreibung von Dorfbewohnern und fragwürdiger finanzieller Arrangements umstritten.

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