Wichtige Mitteilung in eigener Sache: Liebe Leserinnen und Leser, es ist uns möglich, auch die HALLO-Ausgabe Mai 2020 auszuliefern. Weitere Einzelheiten können sie von Joy erfahren, Telefon 08 62 40 98 22. Wir wollen an dieser Stelle nochmals ausdrücklich betonen, dass das HALLO-Magazin weiterhin erscheint, sowohl als Druckausgabe als auch auf der Website. Auf letzterer finden Sie in der Kategorie „HALLO Aktuell“ aktuelle Informationen und Hintergrundberichte. Die vielen täglichen Seitenaufrufe aus Thailand und Mitteleuropa beweisen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Leute haben in diesen für alle schwierigen Zeiten ein ganz besonders großes Informationsbedürfnis. Um weiterhin eine kontinuierliche Berichterstattung zu gewährleisten, freuen wir uns über jeden Werbekunden. Die Kosten einer Online-Anzeige sind gering. Ein „Gesamtpaket“, das neben der Internet-Werbung auch eine Anzeige in der Druckausgabe umfasst, ist ebenfalls kostengünstig. Weitere Informationen unter E-Mail kontakt@hallomagazin.com oder Telefon 092 276 3541.

Bleiben Sie gesund! Ihr HALLO-Team

Header Banner
Header Banner
Header Banner

Keine Lehren aus der Jahrhundertflut

Keine Lehren aus der Jahrhundertflut

Keine Lehren aus der Jahrhundertflut

Die Regenzeit steht vor der Tür. Es ist daher nicht nur an der Zeit, an die Hochwasserkatastrophe von vor fast zehn Jahren zu erinnern, sondern diese auch mit der augenblicklichen Krise zu vergleichen.

Bei den Überschwemmungen von 2011 kamen über 800 Menschen ums Leben, es entstanden Schäden in Höhe von über 1,5 Billionen Baht.

Der Verlust an Menschenleben und der Sachschaden wären erheblich geringer ausgefallen, wenn die Regierung Yingluck Shinawatra effektiver reagiert hätte.

Während sich die Reaktionen auf das Coronavirus sicherlich von einer Flutkatastrophe unterscheiden, gibt es zahlreiche Lehren, die die derzeitige Regierung von General Prayuth Chan-ocha aus den während der Flut gemachten Fehlern ziehen kann. Aber ist das geschehen?

Überzogene Selbstsicherheit

Eines der berüchtigtsten Mantras der Yingluck-Regierung während der Überschwemmungen war: „Wir können damit umgehen“. Das erinnert stark an „Wir schaffen das“ aus einem anderen Land.

Die damalige Regierung wiederholte das immer, um ihr Gesicht zu wahren, aber am Ende konnte sie die Flut nicht eindämmen, und alles versank (im wahrsten Sinne des Wortes) im Chaos.

Viele Einwohner vertrauten der Ankündigung der Regierung und evakuierten daher nicht rechtzeitig, sondern versuchten, ihre Häuser und Besitztümer so gut wie möglich zu schützen. Sie waren nicht richtig gewarnt worden.

In ähnlicher Weise hat die Regierung General Prayuth erklärt, dass „alles unter Kontrolle ist“, obwohl die Zahl der Fälle anfangs sprunghaft anstieg. Der Premier erklärte weiterhin: „Wir werden in einigen Wochen in der Lage sein, den Ausbruch des Virus einzudämmen“, obwohl dies weit hergeholt schien.

Im Gegensatz dazu warnte der Premierminister von Singapur, Lee Hsien Loong, vor einer „ernsten Situation“ und forderte seine Landsleute auf, sich auf das Schlimmste vorbereitet zu sein, da die Pandemie lange anhalten könnte.

Widersprüchlichen Informationen

Während der Überschwemmungen verbreiteten die damalige Regierung und die Bangkoker Stadtverwaltung (BMA) vage und manchmal widersprüchliche Informationen.

Zum Beispiel forderte ein Regierungssprecher die Bewohner der Bezirke Taling Chan und Laksi in Bangkok auf, zur Arbeit zu gehen, während die BMA ankündigte, dass die Bürger diese Bezirke wegen der herannahenden Wassermassen verlassen sollten.

Der Mangel an eindeutigen Informationen frustrierte die Bewohner, die nicht wussten, wie lange ihr Gebiet überflutet bleiben würde, während andere Regionen verschont blieben.

In ähnlicher Weise hat sich die jetzige Regierung kürzlich widersprüchlich über Quarantänemaßnahmen und die Einreise von Thais nach Thailand geäußert und für große Verwirrung gesorgt. Je mehr Verwirrung es gibt, umso geringer das Vertrauen in die Regierung.

Krise und Politik

Politische Auseinandersetzungen zwischen den beiden großen Parteien Thailands schwächten die Reaktion des Staates auf die Überschwemmungen.

Jede Partei versuchte, die andere für die Entstehung oder Verschärfung der Überschwemmungen verantwortlich zu machen. Darüber hinaus richtete sich die von der oppositionellen Demokratischen Partei kontrollierte BMA nicht nach den Vorgaben der damaligen Regierungspartei Phuea Thai.

Jetzt versucht die Regierung General Prayuth während des Ausbruchs von Covid-19 jegliche Kritik zu betäuben, indem sie erklärt, dass Kritiker die Regierung „verleumden“ wollen und drohen damit, jeden, der das Thema „politisiert“, ins Gefängnis zu sperren. Obwohl die Verbreitung falscher Informationen sicherlich nicht hilfreich ist, wäre es ein positiver Schritt, konstruktiv auf Kritik zu reagieren, ohne die Kritiker zu kritisieren und ihnen vorzuwerfen, die Krise politisieren zu wollen.

Zusammenarbeit

Während der Überschwemmungen hatten verschiedene Behörden, darunter die Bewässerungsbehörde, das von der Phuea Thai Party geleitete Überschwemmungsnotfall-Zentrum, die BMA und die Abteilung für Katastrophenschutz und –minderung, unterschiedliche Ziele und Strategien an den Tag gelegt. Oftmals arbeiteten die Behörden nicht zusammen, vor allem am Anfang der Katastrophe. Die Reaktionszeiten dauerten daher zu lange.

In ähnlicher Weise mangelte es an Kooperation und Einheit in Bezug auf die Coronavirus-Reaktion. Jeder scheint sein eigenes Süppchen zu kochen und eigene Prioritäten zu haben.

So arbeiteten beispielsweise das Militär, die Immigration und das Gesundheitsministerium anfangs nicht mit den Flughafenbehörden zusammen, um die Passagiere auf das Virus zu untersuchen. Temperaturscanner wurden erst zu einem späteren Zeitpunkt obligatorisch eingesetzt.

Als weiteres Beispiel haben die Abteilung für Binnenhandel und Zoll keine ausreichende Anzahl von Atemschutzmasken sichergestellt. Diese wurden dann folgerichtig knapp.

Eine Kommission, die sich aus Repräsentanten der jeweiligen Behörden zusammensetzt, sollte die Zusammenarbeit koordinieren, damit gemeinsame Ziele erreicht werden können und die Reaktionszeiten verkürzt werden.

Beratung durch Experten

Während der Überschwemmungen übernahmen Politiker wie der damalige Justizminister Pracha Promnok, der keinen Hintergrund im Hochwassermanagement hatte, die Kontrolle über die Reaktion auf die Überschwemmung.

Er und die Regierung begingen viele Fehler, beispielsweise bei der Entscheidung, wo Wasser gestaut oder abgelassen werden sollte. In einem Interview gab die damalige Premierministerin Yingluck zu, dass die Vorsitzenden und Berater des Überschwemmungsnotfall-Zentrums Fehler gemacht haben.

In diesem Jahr haben die Politiker erneut versucht, die Krise zu bewältigen, aber viele Fehler begangen. Sie sind bis vor kurzem Experten weitgehend aus dem Weg gegangen. Positiver ist, dass die Regierung kürzlich ein „Team Thailand“ gegründet hat, dem die besten medizinischen Fachkräfte des Landes angehören, um eine führende Rolle bei der Reaktion auf die Krise zu spielen.

Während es den Anschein hat, dass die derzeitige Regierung noch nicht aus den Fehlern der letzten Krise, der Jahrhundertflut von 2011, gelernt hat, so ist die Gründung von „Team Thailand“ doch etwas Positives.

Darüber hinaus würden Transparenz und enge Zusammenarbeit mit Experten sicherlich dazu beitragen, das Krisenmanagement verbessern.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann gesagt werden, dass Thailand in Bezug auf die Corona-Krise sehr glimpflich davon kam. Am 8. Mai wurden acht Neuinfektionen bekannt, 161 Patienten wurden an diesem Tag wegen Corona im Krankenhaus behandelt. 55 Menschen sind verstorben, die übrigen 2784 Personen sind alle genesen.

Vielleicht hat die Regierung einfach nur großes Glück gehabt, denn anfangs sah es keinesfalls so aus, als ob sie die Krise bewältigen könnte. Jetzt gibt es eine ungleich größere Herausforderung: Das Land muss aus der sich anbahnenden Rezession geführt werden.

Post source : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1885950/2011-flood-lessons-go-unheeded

Beiträge