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Hexenjagd auf Alkohol

Hexenjagd auf Alkohol

Hexenjagd auf Alkohol

Als die Regierung am 3. Mai das Alkoholverbot aufhob, teilten die Internetnutzer ein Video, in dem Menschen zu sehen sind, die einen Supermarkt stürmen und hektisch alkoholische Getränke in ihre Einkaufswagen laden.

Die meisten Zuschauer verurteilten das. Sie schienen die Käufer mit den unterprivilegierten Bürgern zu verbinden, die Schwierigkeiten haben, die von der Regierung versprochene 5000-Baht-Hilfezu erhalten.

Das virale Video führte zu Kommentaren wie: „Thais können bei ihren Ausgaben keine Prioritäten setzen. Neulich beschwerten sie sich, dass sie vom Staat kein Bargeld bekommen und nichts zu essen haben. Jetzt drängen sie sich im Supermarkt und kaufen Alkohol bis der Arzt kommt. Schlimmer noch, niemand beachtet Social Distancing.“

Selbst der Premierminister verpasste diese Gelegenheit nicht, die „Alkoholkauforgie“ zu verurteilen, und drohte mit einer neuen Prohibition, falls „ein Verstoß vorliegt.“

Aber was haben die Leute denn am ersten Tag nach dem fast einmonatigen Verbot erwartet, das aus heiterem Himmel kam?

Wenn diese Kritiker eine Sekunde nachdenken würden, bevor sie andere Leute verurteilen, würden sie doch merken, dass diese Käufer zwar einen Großeinkauf unternahmen, aber nicht, weil sie ihr Verlangen nach Alkohol stillen wollten. Arme Leute könnten sich das gar nicht leisten. Es handelte sich vielmehr um Einzelhändler, die ihre Vorräte zum Weiterverkauf aufstockten. Die Händler wollen in Zeiten der Wirtschaftskrise auch etwas Geld verdienen und zumindest ein wenig zur Normalität zurückkehren.

Und es bedarf keiner großen Vorstellungskraft, um zu erkennen, dass sie durchaus nicht ausschließen, dass es wie aus heiterem Himmel eine erneute unbefristete Prohibition geben könnte.

Das einzige, das man diesen Käufern vorwerfen könnte, ist die Nichteinhaltung des sozialen Abstandes. Ihre Priorität wurde deutlich, als sie zwischen möglicher Virusinfektion und Geschäftsverlusten wählen mussten.

Doch es ist noch einfacher: Die Menschen würden sich auch eindecken müssen, wenn die Regierung kein Verkaufsverbot erlassen hätte, da das Trinken von Alkohol an den meisten Orten wie Restaurants bereits verboten wurde.

Nachdem angekündigt wurde, dass der Verlauf von Alkohol verboten wird stürmten die Leute High-End-Großhändler und leerten Bier- und Weinregale, während es in normalen Lebensmittel- und Getränkegeschäften kein solches Phänomen gab. Warum? Die Armen haben diese Kaufkraft nicht. So einfach ist das.

In der Zeitung stand sogar ein Artikel über einen alkoholabhängigen Arbeiter, der starb, weil es niemand gewagt hatte, ihm ein Glas Reiswein zu verkaufen. Zur Information: Alkoholiker sollten als Patienten behandelt werden, nicht als Kriminelle.

Der Corona-Ausbruch hat uns in vielerlei Hinsicht hart getroffen. Die Sorge um eine Infektion, die uns zwingt, uns nach „neuen Normen“ zu richten, ist eine Sache, aber eine Reihe absurder Regeln und Vorschriften beachten zu müssen, ist eine ganz andere.

Da wurden beispielsweise Leute verhaftet, weil sie sich „illegal“ in ihrem eigenen Haus versammelt haben. Das muss man sich einmal vorstellen. Man hat Freunde zu Besuch, und dann kommt die Polizei und verhaftet alle, eben weil man Freunde zu sich eingeladen hat und damit als Verbrecher gilt.

In der Zeit des Coronavirus kann nicht nur das Trinken mit Freunden im eigenen Haus, sondern sogar schon der Besuch von Freunden strafbar sein.

Jedes Treffen erhöht die Infektionsgefahr. Das stimmt, aber: Am 7. Mai hatten Behörden bekannt gegeben, dass es in ganz Thailand nur drei Corona-Neuinfektion gab, davon zwei in staatlicher Quarantäne nach Rückkehr aus dem Ausland.

Es mag in Ordnung gehen, Leute wegen Drogenkonsums oder Glücksspiels zu verhaften. Aber ist es richtig, Razzien durchzuführen, wenn man zu Hause mit Familienangehörigen oder Freunden trinkt? Allein die Vorstellung reicht aus, paranoid zu werden.

Seit wann ist das Trinken derartig geächtet worden? Sich zu betrinken und ein Unruhestifter zu werden, ist eine Sache, aber verantwortungsbewusstes Trinken ist eine andere. Vor dem Coronavirus gab es immer wieder Zwischenfälle, bei denen sich Leute zu Hause betranken und dann stritten oder Nachbarn belästigten. Verhaftet wurden diese Leute in der Regel nicht. Da haben sich die Dinge wohl in kurzer Zeit sehr geändert.

Doch wenn der Staat so besorgt über die Gesundheit der Bürger ist, sollte er vielleicht statt Alkohol Zigaretten verbieten oder sogar deren Produktion einstellen. Schließlich ist medizinisch erwiesen, dass Passivrauchen schädlich sein kann. Und da Corona eine Lungenkrankheit ist, könnte Rauchen womöglich besonders gefährlich sein.

Post source : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1913288/stop-the-booze-witch-hunt-ban-the-cigs-instead

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