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Der unheimliche Wahrsager

Meine Freundin Cindy aus Homeland NRW schrieb mir Anfang März folgende Zeilen.

„In Deutschland ist Corona-Panik, und alle sind mit Allem überfordert. Da kannst du nur mit dem Kopf schütteln. Das Bild habe ich gerade bei DM gemacht. Sagrotan-Abteilung. In Kleve gibt es ein Fieberzelt (zum Fieber messen, da wärst du jetzt sicher nicht drauf gekommen …), dort stehen sie zu Tausenden, aber es gibt nicht genügend Teststreifen.

Die Atemschutzmasken sind schon seit Wochen ausverkauft, ob sie nun etwas bringen, oder nicht. Jo, wir sind bestens vorbereitet …“ Das zweite Foto hat mein Freund Stefan Mitte März in Schweden aufgenommen. Es handelt sich um einen großen Einzelhandelsladen wie Big C. „Toilettenpapier und ähnliche Dinge – nichts!“, meinte er. Es sei nun an der Zeit, etwas Panik zu schieben fügte er hinzu.

In Thailand gab es ja auch Hamsterkäufe, allerdings nicht in diesem Ausmaß. Und Toilettenpapier, hier dient dieses bekanntlich als Serviette, gibt es in vielen Läden sogar im Angebot.

Leere Supermärkte habe ich in Thailand aber durchaus schon gesehen. Das war während der Jahrhundertflut 2011. Da ist das passiert, was wohl mit „Hamstern“ bzw. „Hortung“ gemeint ist. Ich schritt recht fassungslos die Regale ab, weil sie teilweise komplett leer waren. Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere daran, dass es tatsächlich zu erheblichen Engpässen kam,
weil viele Produktionsstätten unter Wasser standen und nichts mehr herstellen konnte. Sogar das Bier wurde knapp (und teurer), und das ist wahrlich ein schlechtes Zeichen.

Ich habe einen Freund, der die ganze Corona-Entwicklung schon im Januar prognostiziert hatte. Ich finde das im Nachhinein etwas unheimlich, weil das zu diesem Zeitpunkt so übertrieben und unwahrscheinlich klang. In der Februarausgabe hatten wir ja hier im HALLO schon über das „mysteriöse Virus“ berichtet, das heißt, dieser Artikel wurde etwa Mitte Januar geschrieben. Das Virus war uns eine Story wert, doch was sich daraus entwickeln würde, konnten wir damals nicht ahnen.

Anders mein Freund, der mir manchmal vorkommt wie Richard Burton in diesem Horrorklassiker Der Schrecken der Medusa. In diesem Film hat ein Mann das Gefühl, dass er für alle Katastrophen dieser Welt verantwortlich ist, weil er diese telekinetisch herbeiführen kann. Wenn er sich über etwas ärgert oder einen schlechten Tag hat, gibt es besonders viele Unglücke. Die sind aber eher unabsichtlich. Er kann aber auch mit voller Absicht zu Werke gehen, unliebsame Menschen beiseite schaffen oder – einfach so zum Spaß – Astronauten hinter der dunklen Seite des Mondes verschwinden lassen.

Als ich den Film das erste Mal sah, das muss Ende der 70er oder Anfang der 80er gewesen sein, ließ er mich nicht mehr los, so faszinierend fand ich die Idee.

Nun ist mein Kumpel nicht Richard Burton bzw. nicht die Figur, die er in diesem Film darstellt. Aber etwas unheimlich sind seine Voraussagen schon.

Es geht hier nicht um Lottozahlen etc., sonst würden nicht nur die Thais bei ihm Schlange stehen. Es geht vielmehr um Dinge, über die man lesen und sich informieren kann, um dann mittels dieser Informationen eine Prognose zu machen oder zu sagen, wie es wirklich war.

Er hat viele Dinge in der thailändischen politischen Landschaft vorausgesagt. Es wäre müßig, auf die Einzelheiten einzugehen. Ein paar Tage nach dem Bombenanschlag auf den Erawan-Schrein in Bangkok hatte er das Motiv genannt – Rache für die Abschiebung von Uiguren aus Thailand nach China, obwohl die Türkei signalisiert hatte, diese aufzunehmen. Und er hatte damit genau ins Schwarze getroffen. Als alle noch rätselten, wer es war, kam er mit der Antwort daher, wurde schief angeguckt oder ausgelacht.

So ähnlich war es auch mit Corona. Deshalb äußert er sich nur noch zurückhaltend oder sporadisch. Als er Anfang Februar meinte, er schließe nicht aus, dass der Flugverkehr zum Erliegen kommt, habe sogar ich seine Aussagen angezweifelt. Bis Mitte März. Polen war wohl das erste Land, das den internationalen Luftverkehr gestoppt hat.

Was die deutsche Politik anbelangt, hatte er Weihnachten 2018 gesagt, dass Habeck Kanzler wird, falls es nicht Mutti noch einmal macht.

Vielleicht ändern sich ein paar Dinge wegen Corona, denn von der Pandemie war vor eineinhalb Jahren noch nicht die Rede. Trotzdem bin ich gespannt, ob mein Freund recht behalten wird. Wären am Sonntag Bundestagswahlen, würde Habeck nach den derzeitigen Mehrheitsverhältnissen (Grün-Rot-Rot) jedenfalls tatsächlich Kanzler werden.

Post source : Euer Walter Weiß

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