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Das Virus ist da!

Das Virus ist da!

In der öffentlichen Gesundheit ist Ehrlichkeit viel mehr wert als Hoffnung. Bereits Ende Februar zeichnete sich ab, dass sich das neuartige Coronavirus Covid-19, das China Anfang Dezember heimgesucht hat, auf der ganzen Welt ausbreitet. Viele Regierungen haben daraufhin signalisiert, dass sie die Krankheit eindämmen werden. Das wird nicht gelingen.

Beamte müssen auch dann handeln, wenn sie nicht alle Fakten haben, da vieles über das Virus noch unbekannt ist. Es wird vermutet, dass 25 bis 70 Prozent der Bevölkerung eines infizierten Landes an dem Virus erkranken können.

Chinas Erfahrung zeigt, dass von den entdeckten Fällen etwa 80 Prozent mild verlaufen, 15 Prozent eine Behandlung im Krankenhaus und fünf Prozent Intensivpflege benötigen.

Experten sagen, dass das Virus bis zu zehnmal so tödlich sein kann wie die saisonale Grippe, die bei einer Todesrate von 0,1 Prozent 60.000 Amerikaner in einem schlechten Jahr tötet. Die Todesrate bei Covid-19 liegt nach jetzigem Stand bei vielleicht einem Prozent. In Südkorea sind es 0,6 Prozent, in Italien dagegen fünf Prozent. Das ist besorgniserregend.

Niemand kann zum jetzigen Zeitpunkt abschätzen, wie hoch die Zahl der durch das Virus verusachten Todesfälle sein wird. Eines ist jedoch sicher: Es werden viele sein!

Wenn die Pandemie mit einer sehr schweren Grippe zu vergleichen wäre, deuten die Modelle darauf hin, dass das globale Wirtschaftswachstum innerhalb von zwölf Monaten um zwei Prozentpunkte niedriger ist und bei etwa einem Prozent liegen wird. Wenn es noch schlimmer kommt, könnte die Weltwirtschaft in eine Rezession abgleiten.

Doch all diese Prognosen hängen stark davon ab, was die Regierungen tun, wie China zeigt. Die Provinz Hubei, der Ursprungsort der Epidemie, hat 59 Millionen Einwohner. Es wurden mehr als 65.000 Fälle und eine Todesrate von 2,9% festgestellt. Im Gegensatz dazu hat der Rest Chinas, in dem 1,3 Milliarden Menschen leben, weniger als 13.000 Fälle mit einer Todesrate von nur 0,4 Prozent.

Chinesische Beamte unterdrückten zunächst die Nachricht von der Krankheit, ein schwerwiegender Fehler, der es dem Virus ermöglichte, sich zu verbreiten. Aber noch bevor es sich außerhalb von Hubei festgesetzt hatte, verhängten die Chinesen die größte und drakonischste Quarantäne in der Geschichte. Fabriken wurden geschlossen, öffentliche Verkehrsmittel ausgesetzt und Bürger in ihre Wohnungen verbannt.

Ohne diese drakonischen Maßnahmen hätte China inzwischen viele Millionen Krankheits- und Zehntausende Todesfälle registriert.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) war deshalb voller Lob für Chinas Ansatz. Dies bedeutet jedoch nicht, dass das ein Modell für den Rest der Welt ist. Alle Quarantänen sind mit Kosten verbunden – nicht nur mit Produktionsausfällen, sondern auch mit dem Leid der Eingesperrten, von denen einige wegen anderer Erkrankungen auf medizinische Behandlung verzichten mussten. Daher sollten die Menschenrechte nicht vernachlässigt werden. In einem westlichen Land wäre die „chinesische Methode“ wohl kaum durchsetzbar.

Es ist noch zu früh zu sagen, ob der Preis, den die Chinesen zahlten, die Sache wert war. Während China versucht, seine Wirtschaft durch Lockerung der Quarantäne wiederzubeleben, könnte das Land von einer zweiten Infektionswelle getroffen werden.

Angesichts dieser Unsicherheit wären nur wenige demokratische Länder bereit, chinesische Methoden anzuwenden. Und wie die chaotische Epidemie im Iran zeigt, sind noch nicht einmal alle autoritären Regierungen dazu in der Lage, es den Chinesen gleich zu machen..

Doch selbst wenn viele Länder China nicht exakt kopieren könnten oder sollten, so kann man aus Chinas Erfahrung drei wichtige Lehren ziehen: mit der Öffentlichkeit sprechen, die Übertragung der Krankheit verlangsamen und die Gesundheitssysteme auf einen Anstieg der Nachfrage vorbereiten.

Ein gutes Beispiel für Kommunikation sind die amerikanischen Zentren für Krankheitskontrolle (CDC), die am 25. Februar eine klare, eindeutige Warnung herausgaben. Leider blieb es bei der Warnung, und es wurde wertvolle Zeit vergeudet.

Ein schlechtes Beispiel dagegen ist der iranische stellvertretende Gesundheitsminister gewesen, der während einer Pressekonferenz sagte, die Regierung habe alles unter Kontrolle, gleichzeitig aber mit heftigem Fieber kämpfte und sich ständig die Stirn abtupfte, weil er selbst schon an Covid-19 erkrankt war.

Selbst gut gemeinte Versuche, die Wahrheit zu beschönigen, sind selbstzerstörerisch, weil sie Misstrauen, Gerüchte und letztendlich Angst verbreiten. Das Signal, dass die Krankheit um jeden Preis gestoppt werden muss oder dass es zu schrecklich ist, darüber zu sprechen, vereitelt die Bemühungen, sich auf die unvermeidliche Ankunft des Virus vorzubereiten.

Informationen sind immer noch die Beste Methode. Eine Botschaft ist, dass der Tod mit dem Alter korreliert. Wenn man über 80 Jahre alt ist oder unter einer chronischen Erkrankung leidet, besteht ein hohes Risiko. Wenn man unter 50 ist, dann ist das Risiko gering.

Es wäre der Moment gekommen, um die Leute davon zu überzeugen, dass 80 Prozent der Erkrankten mit einem milden Verlauf zu Hause bleiben und nicht in ein Krankenhaus eilen. Menschen müssen lernen, ihre Hände oft zu waschen und zu vermeiden, ihr Gesicht zu berühren.

Unternehmen benötigen Kontinuitätspläne, damit die Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten können Singapur, das von SARS, einem anderen Coronavirus, gelernt hat, zeigte, dass eine klare, frühe Kommunikation die Panik begrenzt und damit auch die Fallzahlen. Ähnlich Taiwan: Die dortige Regierung begann noch im Januar damit, die Bevölkerung des Inselstaates auf Covid-19 vorzubereiten. Mit dem Ergebnis, dass die Zahl der Erkrankungen dort in sehr engen Grenzen blieb.

Geholfen hat sicher auch die Insellage, wobei das wegen des Flugverkehrs nur eine untergeordnete Rolle spielt.

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