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Spende per Liefer-App

Spende per Liefer-App

In Thailand sind moderne Zeiten angebrochen. Restaurants beklagen sich über Leerstand, weil immer mehr Leute zu Hause bleiben und ihr Essen per Liefer-App und Smartphone bestellen.

Doch das ist nicht das Thema: Es geht darum, dass der Fortschritt keine Grenzen kennt. Man kann Lebensmittel auch per Liefer-App an Mönche spenden. Der Mönch segnet den Spender dann per Videoanruf.

Ein Mönch in der südlichen Provinz Trang sorgte für Aufsehen im Internet, als er ankündigte, dass Gläubige in seinem Tempel Verdienste sammeln können, indem sie Lebensmittel per Online-Zustellung liefern lassen.

Phra Itthiyawathaya vom Wat Nikom Prateep sagte, er verstehe das sich ändernde Tempo des modernen Lebens, das viele Buddhisten daran hindere, den Mönchen persönlich Essen und andere Opfergaben zu übergeben. Der Mönch sagte, dass die neue Praxis inzwischen häufig vorkomme.

„Viele Mönche in Tempeln in der Stadt sagten mir, dass sie auch sie auf diese Weise Spenden erhalten haben“, sagte Phra Itthiyawathaya. „Ich persönlich denke, das ist der Trend der modernen Zeit.“

Der Mönch machte zum ersten Mal auf sich aufmerksam, als er auf seinem Facebook-Account veröffentlichte, dass jemand über die beliebte App FoodPanda Essen in seinen Tempel bringen ließ. Anschließend segnete er den Spender per Videokonferenz.

„Die Welt dreht sich schnell und Dharma dreht sich auch in unserem Herzen“, schrieb Phra Itthiyawathaya in einem Post mit dem Hashtag #Unterbrechung, das sich in den sozialen Medien schnell verbreitete.

Es wird angenommen, dass die Übergabe von Geschenken an Mönche wie Lebensmittel und andere Notwendigkeiten – als Sangkhatan bekannt – durch den Erwerb von Verdiensten zu einem guten Karma für den Spender führt.

Nachdem einige Internetnutzer darüber diskutiert hatten, ob ein weit entfernter Sangkhatan noch als karmisches Verdienst gelten würde, bestätigte Phra Itthiyawathaya, dass dies in der Tat der Fall sei. „Die Methode kann sich ändern, aber die Absicht ist die gleiche“, sagte der Glaubensbruder.

Die 63 Jahre alte Lamyong Thiengtham ist Gemeindemitglied im Tempel. Sie sagte, dass sie sich in diesen Tagen auch für Online-Lieferservices für ihre Karma-Bedürfnisse entschieden habe.

Lamyong, die in der Tourismusbranche tätig ist, sagte, dass die neue Art, Verdienste zu erwerben, zu ihrem Lebensstil passt, weil sie nicht koche und wenig Zeit zum Einkaufen habe.

„Normalerweise gehe ich gerne in die Tempel, aber ich fand diese Methode so praktisch und neu, dass ich es versuchen wollte“, sagte sie und fügte hinzu, dass die Zusteller ihr auch sagten, dass sie gerne Essen an die Mönche senden, weil die Mönche sie oft quasi als Botschafter segnen, wenn sie die Spenden erhalten.

Aber der neue Trend weckte bei einigen Internetnutzern die Sorge, dass mehr Menschen einfach ganz aufhören könnten, Tempel zu besuchen, und sich bei religiösen Zeremonien nur auf den Lieferservice verlassen.

Offizielle Statistiken und Beobachtungen von Experten zeigen bereits einen Rückgang der Besucherzahlen und der Anzahl ordinierter Mönche in Tempeln in ganz Thailand in den letzten Jahren.
Daraufhin angesprochen sagte Phra Itthiyawathaya, dass das Gegenteil der Fall sein könnte, da die Bequemlichkeit der Online-Zustellung Menschen in ihrem Leben stärker an die Religion binden könnte.

„Ich glaube, dass Menschen, die diese Opfergaben sandten, immer noch selbst zum Tempel kämen, wenn sie die Zeit fänden“, sagte der Mönch. „Oder sie kommen sogar öfter, weil sie sich Mönchen näher fühlen. Und durch ihre Verdienste werden sie Frieden in ihrem Herzen spüren. Das wird ihren Glauben stärken.“

Online- und Handy-basierte Zustelldienste sind eine wachsende Branche in Thailand. Schätzungen zufolge belief sich das Geschäft zur Jahresmitte 2019 bereits auf rund 35 Milliarden Baht.

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