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Politikum im Krankenhaus

Politikum im Krankenhaus

Die politischen Spannungen, die sich nach den Protestkundgebungen und Demonstrationen gegen die Regierung erneut verschärften, führten zum Teil zu drastischen Schritten seitens der Sympathisanten der Regierung, um die ideologische „Reinheit“ sicherzustellen.

Zu ihnen gehört ein General, der Direktor eines Privatkrankenhauses ist. Er gab bekannt, dass Leute, die sich um einen Arbeitsplatz in seinem Krankenhaus bewerben, ihre Postings in sozialen Medien offen legen müssen, um sicherzustellen, dass der Bewerber nicht dem anderen politischen Lager angehört.

Nachdem oppositionelle Internetnutzer einen Boykott des Krankenhauses gefordert hatten, ging der Herr General einen Schritt weiter und erklärte, dass die Kranken und Gebrechlichen, die gegensätzliche politische Ansichten vertreten, doch so frei sein sollten, sich in anderen Krankenhäusern behandeln zu lassen.

„Ich fordere Sie dazu auf, doch einfach in andere Krankenhäuser zu gehen“, schrieb der General auf Facebook und bezeichnete seine politischen Gegner als „faule Orangen und rote Wasserbüffel“, was abfällige Ausdrücke für die Anhänger der Future Forward Party (orangefarbenes Parteilogo) bzw. der Rothemden (Anhänger des 2006 vom Militär weggeputschten Premierministers Thaksin Shinawatra) sind.

Er fügte hinzu, dass Menschen, die mit ihm nicht einverstanden sind, auch sicherstellen sollten, dass sie, wenn sie zufällig Blut an das Thailändische Rote Kreuz spenden, genau angeben, dass ihre kostbare Körperflüssigkeit nicht in sein Krankenhaus gelangen würde.

Der Arzt gab an, dass er ohnehin genügend Blut von Gleichgesinnten aus demselben politischen Lager habe.

Obwohl der General seine politischen Gegner bzw. Leute mit anderer Meinung noch nicht daran hindert, in seinem Krankenhaus einen Arzt aufzusuchen – was eine schwere Verletzung der medizinischen Ethik wäre –, könnte es dem doch nahe kommen.

Die politische Landschaft ist so giftig geworden, dass nach 15 Jahren politischer Auseinandersetzungen, in denen keine Seite als Sieger hervorging, immer mehr Menschen vom Gift ihres politischen Hasses verzehrt werden.

Leute wie dieser General wollen ein Krankenhaus von Mitarbeitern mit anderen politischen Ansichten säubern. Sie bezeichneten „Dissidenten“, die dort bereits arbeiten, als „Parasiten“. Nach seinen eigenen Worten wolle der General Leute einstellen, die zwischen Gut und Böse unterscheidenkönnen und keine „schändlichen“ Menschen seien.

Es ist, als ob der General (und sein Krankenhaus) überzeugt wären, dass man reiner würde, wenn man nichts mit Menschen zu tun hat, die sich ihm politisch widersetzen.

Er sollte jedoch bedenken, dass man politische und ideologische Meinungsverschiedenheiten nicht dadurch lösen kann, indem man nichts mehr mit Leuten zu tun haben will, mit deren politischer Meinung man nicht einverstanden ist. Stattdessen sollte man durch Debatten und Dialogen nach Lösungen und Kompromissen suchen.

Das funktioniert allerdings in anderen Ländern auch nicht so recht. Deutschland ist ein gutes Beispiel. Da bekommt man mituner Probleme, wenn man eine andere Meinung als linksgrün vertritt. Warum also sollte das in Thailand ein möglicher Weg sein.

Überhaupt scheint sich im 21. Jahrhundert die gesamte Welt aus unterschiedlichen Gründen in zwei Lager zu spalten und immer stärker zu polarisieren. Es gibt nur noch Ja und Nein. Oder ein „Wenn du nicht für uns bist, bist du gegen uns.“ Dazwischen gibt es nichts mehr, überhaupt keinen Spielraum.

Was Thailand betrifft, haben die letzten 15 Jahre offenbar nicht ausgereicht, die politische Kluft zu überwinden. Ganz im Gegenteil, die Gräben sind noch tiefer geworden.

Politischer Boykott, Verbot und Trennung sind kein Ausweg. Wenn überhaupt, wird das Thailand noch tiefer in den politischen Abgrund stürzen. Der Glaube, dass eine Gesellschaft dann eine ideale Gesellschaft werden würde, wenn man nur diejenigen loswerden könnte, die mit einem nicht einverstanden sind, ist nicht nur zu simpel gedacht, sondern schlichtweg gefährlich.

Das ist ein Rezept für eine totalitäre Gesellschaft, in der Menschen mit anderen Meinungen entweder eliminiert oder anderweitig zum Schweigen gebracht oder in Lager gesteckt werden. Es gibt genug dieser Beispielen in der Geschichte, solche Fehler sollten nicht wiederholt werden.

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