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Ich bin ein Botschafter der Klimagerechtigkeit

Ich bin ein Botschafter  der Klimagerechtigkeit

Ist das nicht eine tolle Überschrift? Deshalb habe ich sie auch verwendet. Aber nur deshalb. Ich weiß nämlich nicht, was Klimagerechtigkeit bedeuten soll. Beim besten Willen, ich weiß es nicht. Kann das Klima ungerecht sein? Manchmal ist es wärmer, manchmal ist es kälter – über Millionen von Jahren gesehen sowieso – und am Äquator herrscht ein anderes Klima als in gemäßigten Breiten oder auf Höhe der Wüstengürtel. Das Klima kann für einzelne Menschen schon ziemlich ungerecht sein, das ist nicht zu bestreiten.

Da sind zum Beispiel die ganzen Überwinterer, die aus Deutschland nach Thailand kommen. Die setzen sich auch für Klimagerechtigkeit ein. Nicht, dass sie von der Nordsee oder Ostsee aus in See stechen, Europa umrunden, um dann erst den Suezkanal und dann den Indischen Ozean zu durchqueren. Das alles mit einer Segelyacht. Ein Ruderboot wäre wahrscheinlich noch besser.

Nein, diese Leute steigen ins Flugzeug und sind ein paar Stunden später schon am Ziel.

Man verlässt die schön gekühlte Abflughalle. Draußen, wo die Taxis stehen, hat man das Gefühl, einem wird eins mit dem nassen Handtuch vor den Latz geballert. Ob das klimagerecht ist? Eher nicht. Nach ein paar Tagen macht sich aber allgemeines Wohlbefinden breit. Es ist schön warm, während es in Deutschland schön kalt ist. Das ist für die Daheimgebliebenen alles andere als klimagerecht, ja, es ist geradezu schreiend ungerecht.

Vielleicht kommt das Wort aus diesem Zusammenhang, ich kann da nur spekulieren.

Klimagerecht leben die Leute, die in der kalten Jahreszeit in Thailand überwintern. Klimaungerecht leben Leute, die den Winter in Deutschland verbringen und nasskaltes Sauwetter – „Sau“ ist ja Dank WDR jetzt ein Wort, das man problemlos in den Mund nehmen darf ertragen müssen. Oft regnet es, so ein eiskalter Regen, der Wind pfeift einem durch die Eingeweide, und es wird um vier Uhr dunkel, falls es überhaupt richtig hell geworden ist.

Das ist wahre Klimaungerechtigkeit. Braucht man mal den Klimawandel, ist er nicht da!

Kein Wunder also, dass es Politiker gibt, die den Klimanotstand ausrufen. Denen muss wirklich kalt sein, und Weihnachtsurlaub auf der Südhalbkugel – zum Beispiel in Patagonien – ist ihnen nicht vergönnt.

Bei Notstand denke ich nicht unbedingt an Notfall, denn ein Notfall ist noch etwas anderes. Bei Notstand wie in Klimanotstand denke ich eher an Notstandsgesetze. Da kommt man der Sache langsam näher.

Die Notstandsgesetze wurden 1968 erlassen. Zwar unter anderem auch, um auf Naturkatastrophen zu reagieren, aber vor allem wohl, um mit der Außerparlamentarischen Opposition (APO) fertig zu werden. Es ging also um die Bekämpfung von möglichen Aufständen.

Das darf dann jeder für sich weiterspinnen. Mal sehen, was passiert, wenn in den Notstands-Städten die ersten Fahrverbote erlassen werden. Oder Autofahren so teuer wird, dass nur noch Reiche mit dem Auto fahren können.

Thailand hat ganz andere Sorgen. Auch hier ist der weltweite Wirtschaftsabschwung zu spüren. Ich kenne Thais, die mir versichern, dass es so schlimm noch nie gewesen sei. Und einige von ihnen gehen bereits auf die 60 zu.

Eine Bekannte berichtete mir, dass sie mit einem ehemals gut situierten Herrn zusammen ist er ist Thai. Jetzt sei aber auch bei ihm wegen der Wirtschaftsflaute das Geld knapp. Er kann sie daher kaum noch unterstützen. Als erstes war ein Umzug fällig, die beiden wohnen jetzt in so einer „Garagenwohnung“, die sind in Pattaya für ca. 3000 bis 4000 Baht inklusive Nebenkosten zu haben.

Was er macht, weiß ich nicht, aber sie arbeitet jetzt in einer Autowaschanlage, um sich irgendwie über Wasser zu halten. Sehr viel verdient sie da allerdings nicht, bestenfalls den Mindestlohn von rund 10.000 Baht pro Monat. Abzüglich oben erwähnter Miete bleibt nicht viel. Bei ihm sieht es auch nicht viel besser aus. Die beiden haben also etwas mehr als 15.000 Baht pro Monat für Lebenshaltungskosten. Kinder sind nicht zu versorgen, da haben sie noch Glück gehabt. Andere Familien haben ein ähnliches Einkommen, aber dann noch Kinder, die zur Schule gehen. Ich weiß
nicht, wie sie das dann schaffen.

Das sind die Sorgen so vieler Thais im Moment. Alle spüren den Abschwung, und das tut richtig weh.

Sie verlangen eine andere Wirtschaftspolitik, wenn nicht gleich eine andere Regierung, die dann auch eine andere Politik machen würde.

So sieht das aus. Es gibt in Thailand also auch einen Notstand. Allerdings einen Wirtschaftsnotstand, einen finanziellen Notstand. Das ist, was die Leute hier beschäftigt.

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