Wichtige Mitteilung in eigener Sache: Liebe Leserinnen und Leser, es ist uns möglich, auch die HALLO-Ausgabe Juni 2020 auszuliefern. Weitere Einzelheiten können sie von Joy erfahren, Telefon 08 62 40 98 22. Wir wollen an dieser Stelle nochmals ausdrücklich betonen, dass das HALLO-Magazin weiterhin erscheint, sowohl als Druckausgabe als auch auf der Website. Auf letzterer finden Sie in der Kategorie „HALLO Aktuell“ aktuelle Informationen und Hintergrundberichte. Die vielen täglichen Seitenaufrufe aus Thailand und Mitteleuropa beweisen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Leute haben in diesen für alle schwierigen Zeiten ein ganz besonders großes Informationsbedürfnis. Um weiterhin eine kontinuierliche Berichterstattung zu gewährleisten, freuen wir uns über jeden Werbekunden. Die Kosten einer Online-Anzeige sind gering. Ein „Gesamtpaket“, das neben der Internet-Werbung auch eine Anzeige in der Druckausgabe umfasst, ist ebenfalls kostengünstig. Weitere Informationen unter E-Mail kontakt@hallomagazin.com oder Telefon 092 276 3541.

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Die Schreibrunde

Die Schreibrunde

„Schreiben? Ich lese ja nicht einmal. Ich trinke!“

Solche und ähnliche Äußerungen hört man, wenn man erzählt, dass es im Begegnungszentrum auch eine wöchentliche Schreibrunde gibt. Die Vorbehalte sind groß. Sie reichen zum Teil bis in unselige Zeiten zurück, in denen der Lehrer den Schulaufsatz mit der Bemerkung zurückgab: „Du solltest mal versuchen, ein wenig Deutsch zu lernen.“

Solche Bemerkungen gibt es bei uns nicht. Wir sprechen zwar auch über die Texte, die wir gerade geschrieben haben, aber, wie gesagt, wir sprechen über die Texte, nicht über den Autor. Wir sagen zum Beispiel nicht: „Was musst du für eine kranke Fantasie haben, dass dir so etwas einfällt.“ Stattdessen sagen wir: „Das ist inhaltlich originell. Aber bei der Sprache schlage ich dir diese und jene Verbesserung vor.“

Wie läuft so eine Schreibrunde ab?

Im Gegensatz zu vielen Kursen für kreatives Scheiben, die es so gibt, soll bei uns wirklich geschrieben werden. Allerdings wollen wir auch etwas über das Schreiben lernen. So bestand der Ablauf ursprünglich aus drei Phasen: einer Theoriephase, einer Schreibphase und einer Besprechungsphase. Die angesetzte Zeit von zwei Stunden reicht meist nicht aus, oft sitzen wir um sieben Uhr noch da, und unten wartet Khun Jack voller Geduld, dass wir fertig werden.

In der Theoriephase besprechen wir jeweils ein Kapitel des Heftes „Vom Wagnis, es mit den Wörtern aufzunehmen“. Das ist eine Zusammenstellung von Materialien zu Themen wie: „Floskeln, Leerformeln, Füllwörter vermeiden“, „Wie lasse ich meine Figuren reden?“, „Bilder, Vergleiche, Metaphern“ und anderes. Oft sind diese Kapitel schon mit kleinen Schreibübungen verbunden.
In der Schreibphase hängt viel davon ab, wer da ist. Haben wir Neulinge unter uns, so machen wir gern ein „Schreibspiel“. Die „Mini-Anthologie“ ist hier beliebt, bei der per Abstimmung ein Themenwort gekürt wird. Auch die „Gewickelte Person“ wird gern durch exerziert oder die „Kalte Akte“, die „Landschaft in Stichworten“

oder das „Ich erinnere mich“. Letztere sind besonders für Anfänger zu empfehlen.

Wir sitzen da und schreiben. Stille im Raum. Mancher braucht ein paar Minuten, bis er in seinen Text hineinkommt, dann aber geschieht es manchmal, dass er gar nicht mehr aufhören will. Oft schreiben wir über eine Stunde, und der Leiter hat seine liebe Not, die Sache abzubrechen. Nichts muss fertig werden. Wenn man will, kann man zu Hause oder in der nächsten Schreibrunde weiter machen. Ganze Romane sind so schon entstanden.

In der Phase der Besprechungen losen wir zunächst die Reihenfolge aus. Jeder soll lesen, auch wenn er meint, Seins sei „heute nicht gelungen“ und er sei selbst „nicht zufrieden“. Oft stellt sich heraus, dass der Text trotzdem spannend ist. Wir versuchen, die gelungenen Stellen zu loben, weniger Gelungenes zu benennen und aus dem Text zusätzliches Potential heraus zu kitzeln. Sehr nützlich ist es, schon beim Zuhören Notizen zu machen, so dass man später konkreter auf einzelne Formulierungen eingehen kann.

In letzter Zeit ist die Schreibrunde leider arg zusammengeschrumpft. Wir waren immer fünf Teilnehmer. Nun ist Pfarrer Leuschner nicht mehr dabei, und Matthias Kaluza, der an einem Roman über den Dreieckshandel mit Sklaven schrieb, ist gestorben. Wir brauchen neue Mitschreiber.

Haben Sie nicht Lust? Wollten Sie nicht schon öfter einmal etwas aufschreiben, das Sie erlebt haben oder das in Ihrer Fantasie herumspukt? Dann kommen Sie zu uns! Wir tagen dienstags ab 16.15 Uhr im ersten Stock des Begegnungszentrums.

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