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Der Mekong und das Geld

Der Mekong und das Geld

Im November gerieten viele Leute in Thailand, insbesondere in Hochhäusern, in Panik, weil Gebäude schwankten. Der Grund war ein Erdbeben in der Nähe des Bezirks Chaloem Phrakiat in der Provinz Nan an der Grenze zu Laos.

Das flache Erdbeben wurde mit einer Stärke von 5,9 registriert. Diesem folgte kurz darauf ein weiteres noch stärkeres Beben, das 6,4 auf der Richter-Skala erreichte.

Die Beben waren auch noch in Bangkok zu spüren, mehr als 700 Kilometer vom Epizentrum in der Nähe des Bezirks Hongsa in Laos entfernt.

Alle großen Nachrichtenagenturen berichteten über das Naturereignis mit ebenso großen Schlagzeilen. Nur wenige nahmen indes zur Kenntnis, dass der gewaltige Staudamm Xayaburi in der Nähe liegt, nur etwa 40 Kilometer entfernt, und fast niemand erwähnte die Tatsache, dass der Damm auf einer Verwerfungslinie liegt.

Vor etwa zehn Jahren, bevor mit dem Bau des Damms begonnen wurde, alarmierten mehrere Geologen die Öffentlichkeit, dass eine Katastrophe vorprogrammiert scheint, wenn ein großer Damm auf einer Verwerfungslinie gebaut wird.

Der Geologe Punya Charusiri ist Professor für Geologie an der Chulalongkorn-Universität und Leiter der Abteilung für Erdbeben- und Tektonikgeologie in Südostasien.

Er sagte, der Xayaburi-Staudamm stehe auf einer scheinbar toten oder inaktiven Verwerfungslinie.

„Aber niemand kann garantieren, dass sie tatsächlich tot ist“, fügte er hinzu.

Das liegt daran, dass es vor ungefähr zehn Jahren ein großes Beben in der Hartgesteinszone unter der Baustelle gab. Aber weil es tief in der Erde geschah, blieb die Wirkung an der Oberfläche begrenzt. Geologen, die sich mit Erdbeben beschäftigen, waren dennoch besorgt.

Ein von Gegnern großer Staudämme häufig genanntes Problem besteht darin, dass die von einem Staudamm zurückgehaltenen Wassermassen großen Druck auf die darunter liegenden Gesteinsschichten ausüben und Erdbewegungen verursachen können, ein Phänomen, das als Stausee-induzierte Seismizität bezeichnet wird.

Könnte der Xayaburi-Staudamm zu den jüngsten Erdbeben beigetragen haben?

Nein, sagte der Geologieprofessor, weil die Beben an einem anderen Störungssegment und in relativ großer Entfernung vom Dammstandort auftraten.

„Es ist jedoch besorgniserregend, dass es einen Dominoeffekt geben könnte, bei dem Beben in einer Verwerfungslinie dazu führt, dass sich benachbarte Linien verschieben“, sagte Punya. „Es ist schwer zu sagen, ob die Verwerfungslinie, über der sich der Damm befindet, aktiv ist, aber die Nachbarlinien sind es.“

Nach den jüngsten Beben stellte das Unternehmen CK Power, Betreiberin des Staudamms, laut vorläufigen Inspektionen keine Schäden fest.

Ein weiteres Kraftwerk in thailändischem Besitz in Xaignabouli, das Kohle-kraftwerk Hongsa, wurde aus Sicherheitsgründen vorüber-gehend stillgelegt. Eine erste Inspektion ergab keine gravierenden strukturellen Schäden.

In der Zwischenzeit wird bald ein weiterer Damm am Mekong River in Betrieb gehen.

Mit dem Bau am Don-Sahong-Damm in der südlaotischen Provinz Champasak wurde im Januar 2016 begonnen. Derzeit werden die vier Turbinen getestet.

Der Damm befindet sich am südlichen Ende des Sahong-Kanals, einem der sieben Hauptkanäle des Mekong im Gebiet Siphandone im Süden von Laos. Geologen nennen diese Region „Die große Verwerfungslinie“.

Laut Punya gab es jedoch keine detaillierte geologische Studie, um festzustellen, ob der Staudamm auf der Verwerfungslinie steht und ob diese noch aktiv ist.

„Geologische Studien sollten einer Entscheidung über den Bau von Dämmen oder Kernkraftwerken vorausgehen, nicht umgekehrt“, sagte er.

In ihrer Eile, die so genannte „Batterie Asiens“ zu werden, hat sich die laotische Regierung in den letzten 15 Jahren auf rasante Staudamm-Bauten eingelassen. Im Jahr 2005 gab es neun Dämme, jetzt schon 63. Weitere 37 Staudämme sind im Bau und neun weitere Staudammprojekte am Mekong River sind geplant.

Nur wenige Laoten haben von diesen Staudämmen profitiert. Ein Großteil des erzeugten Stroms fließt in die Nachbarländer, auch nach Thailand.

Eigentlich kann man der laotischen Regierung nicht vorwerfen, dass sie die Wasserstraßen des Landes zum Wohle der Konjunktur nutzen will.

Die Degradierung des mächtigen Mekong River zu einem Geldautomaten hat jedoch enorme negative Auswirkungen auf das Flussökosystem und die Existenzgrundlage von Millionen Menschen entlang des Flusses.

Es geht aber nicht nur um die Flussanrainer in Laos, sondern auch um die Leute in Kambodscha, Vietnam und Thailand.

Es gibt schwierige Fragen, über die man nachdenken muss.

Wenn man nicht will, dass Laos den Mekong River, der eine gemeinsame natürliche Ressource ist, übermäßig ausbeutet, so sollte man sich fragen, was getan werden muss, um dem Binnen-entwicklungsland zu helfen, seine Wirtschaft zu stärken.

Diese Frage muss beantwortet werden, vor allem von Nachbarländern wie Thailand, die von den Stromlieferungen profitieren.

Nicht unerwähnt bleiben sollte an dieser Stelle, das Thailand den Bau von Staudämmen in Laos auch initiiert hat, weil so ein Projekt in Thailand bei Anwohnern und Umweltschützern auf derartig großen Widerstand stoßen würde, dass man es nicht verwirklichen könnte.

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