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Immer noch über 12 Milliarden D-Mark im Umlauf

Immer noch über 12 Milliarden D-Mark im Umlauf

Obwohl die D-Mark als gesetzliches Zahlungsmittel seit 2002 ausgedient hat, horten die Deutschen aber noch immer Scheine und Münzen im Wert von mehreren Milliarden Euro. Nach Zahlen der Deutschen Bundesbank waren am 30. November 2019 noch rund 165 Millionen D-Mark-Scheine und gut 23 Milliarden D-Mark-Münzen im Umlauf. Somit bunkern die Deutschen 18 Jahre nach der Abschaffung der Währung weiterhin 12,46 Milliarden D-Mark (6,37 Milliarden Euro). Das meiste davon besitzen sie als Kleingeld (6,63 Milliarden Mark), die restlichen 5,83 Milliarden als Banknoten.
Vor allem bei den Geldstücken scheint den Menschen eine Trennung schwerzufallen: Bezogen auf den Wert des D-Mark-Bargelds zur Euro-Bargeldumstellung Ende 2001 befanden sich im November 2019 nur noch rund vier Prozent der Banknoten im Umlauf, dagegen wurden 54 Prozent der Münzen bis heute nicht umgetauscht. Vor allem große Banknoten (100er, 200er, 500er und 1000er) sind noch im Umlauf. Allein davon kursieren noch Scheine im Wert von 3,55 Milliarden D-Mark.
Nach früheren Angaben des Bankenverbands werden bei den Geldstücken vor allem Fünf- und Zehnmark-(Gedenk) Münzen nicht umgetauscht: „Davon dürfte ein beachtlicher Teil nicht mehr existieren, da es sich in den vergangenen Jahren aufgrund des hohen Silberpreises lohnte, diese Münzen einzuschmelzen, soweit sie aus Silber bestehen.“
Die Bundesbank vermutet vor allem Gedenkmünzen in Sammlerhänden. Für Sammlerleidenschaft oder Nostalgie spricht auch, dass bei den Banknoten insbesondere die kleinen Stückelungen noch im Umlauf sind: Gut 17 Prozent der 10-Mark-Scheine und mehr als die Hälfte der Fünfer (51 Prozent). Für Geldstücke gilt: Insbesondere bei Münzen im Wert von zehn Pfennig und weniger dürften einige Besitzer wegen des geringen Wertes auch einfach zu träge sein, das Geld umzutauschen. Zum Teil sei das Geld wohl auch verloren worden, vermutet die Bundesbank.
Vergesslichkeit

In einer Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank im Jahr 2014, wollten sich die meisten Menschen aus sentimentalen Gründen nicht von den alten Münzen und Banknoten trennen. 74 Prozent der Befragten halten das ausgediente Bargeld demnach als Erinnerungsstück in Ehre, 24 Prozent sammeln es als Wertanlage. Und 22 Prozent der Deutschen haben schlicht vergessen, die alte Währung umzutauschen.
Oft führten nicht Treue oder Sammlerleidenschaft, sondern schlicht die Vergesslichkeit dazu, dass das ausgediente Geld nicht umgetauscht wird. Es bleibt jahrelang verschollen und wird dann zufällig bei Umzügen irgendwo im Keller, in Büchern oder in alten Koffern entdeckt. Größere Mengen vermutet die Deutsche Bundesbank im Ausland: „Die D-Mark fand vor allem im damaligen Jugoslawien sowie seinen Nachfolgestaaten und in anderen Teilen Osteuropas zum Teil als Zweitwährung Verwendung und wurde weltweit als Transaktions- und Wertaufbewahrungsmittel genutzt.“
Wechsel in Euro jederzeit kostenlos möglich Jährlich reichen die Deutschen 70 bis 90 Millionen Mark bei der Zentralbank ein – das ist fast eine Viertelmillion Euro pro Tag, aber die Tendenz ist fallend. Wer seine Bestände in Euro wechseln will, kann das jederzeit kostenlos und ohne zeitliche Begrenzung bei einer der 35 Bundesbankfilialen tun. In Ausnahmefällen geht das sogar postalisch über die Filiale Mainz – der Versand geschieht allerdings auf Risiko des Kunden. Der Wechselkurs ist weiterhin unverändert: Einen Euro bekommt man für 1,95583 D-Mark.
Auch die Österreicher haben noch Schilling
Laut der österreichischen Nationalbank befanden sich 2018 noch sieben Milliarden Schilling (506,6 Millionen Euro) im Umlauf. Die Schilling-Münzen und -Scheine können zeitlich unbegrenzt bei der Nationalbank umgetauscht werden. Einzige Ausnahme: Die alte 500-Schilling-Banknote mit dem Bildnis von Otto Wagner und die 1.000-Schilling-Banknote mit Erwin Schrödinger sind seit 20. April 2018 nicht mehr gültig und können nicht mehr umgetauscht werden. Der Umtausch erfolgt gebührenfrei und ohne betragsmäßiges Limit zu einem festgesetzten Kurs: Einen Euro bekommt man für 13,7603 Schilling.

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