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Deutsche Schulen und PISA

Deutsche Schulen und PISA

Deutschland gehört laut jüngsten PISA-Bericht, in dem die Fähigkeiten von Schülern auf der ganzen Welt gemessen wurden, zu den führenden europäischen Ländern doch die Leistungen waren im Vergleich zu den Vorjahren rückläufig.

Um es einmal kurz zu sagen:

Deutschland steht nicht viel schlechter da als in den vorangegangenen Jahren, weil die Leistungen der Schüler in anderen Ländern noch schlechter wurden.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hatte Anfang Dezember ihren mit Spannung erwarteten PISA-Bericht (Program for International Student Assessment) für 2018 veröffentlicht, in dem die Fähigkeiten von 15-Jährigen aus 79 Ländern auf der ganzen Welt verglichen werden.

In allen drei untersuchten Bereichen erzielten die Schüler in Deutschland über dem OECD-Durchschnitt liegende Ergebnisse, die jedoch schlechter ausfielen als in den Vorjahren. Laut PISA sanken die Messwerte nahe an die Ergebnisse von 2009 und kehrten die meisten bis 2012 verzeichneten Verbesserungen um.

In der Naturwissenschaft lag die durchschnittliche Leistung unter dem Niveau von 2006.

In der Mathematik lagen die Ergebnisse von PISA 2018 deutlich unter denen von 2012.

Bildungsniveau im Vergleich.

In Deutschland erzielten die Schüler in den Bereichen Lesen 498 Punkte sowie Mathematik 500 Punkte und Naturwissenschaften 503 Punkte. Das ist jeweils mehr als der OECD-Durchschnitt.

Deutschland schaffte es jedoch nicht in die Spitzengruppe. In allen Fachgebieten schnitten junge Leute in Deutschland im Durchschnitt schlechter ab als in Estland, Finnland, Hongkong, Irland, Polen oder in Singapur.

Die durchschnittliche Leistung Deutschlands in mindestens zwei der drei Fächer unterschied sich nicht wesentlich von der in Australien, Belgien, der Tschechischen Republik, Frankreich, Irland, Neuseeland, Norwegen, Slowenien, Schweden, Großbritannien und den USA.

Im Vergleich zu Polen, China, Kanada, Estland, Finnland, Hongkong, Irland, Korea, Macao, Neuseeland und Singapur waren die Leistungen der Schüler in allen drei Fächern geringer.

2001 verglich die OECD erstmals das Bildungsniveau in mehreren Ländern. Die Ergebnisse lösten in Deutschland den „Pisa-Schock“ aus, weil die Leistungen bestenfalls mittelmäßig waren. Es wurde auch festgestellt, dass der Erfolg in der Schule wesentlich stärker von der Familie und dem Hintergrund der Schüler abhängt als in anderen Ländern.

Im letzten Jahr lag der Schwerpunkt der PISA-Studie auf der Lesekompetenz. Die Tests wurden hauptsächlich am Computer durchgeführt, wobei die Schüler verschiedene Aufgaben erfüllen mussten.

Andere Erkenntnisse:

Der Bericht ergab, dass privilegierte Schüler in Deutschland einen deutlichen Leistungsvorteil gegenüber sozial benachteiligten Schülern haben.
Der Unterschied in der Leseleistung zwischen begünstigten und benachteiligten Schülern in Deutschland ist groß – und seit 2009 um neun Punkte gestiegen.

Allerdings konnten rund zehn Prozent der benachteiligten Schüler in Deutschland im oberen Viertel der Leseleistungen punkten, ähnlich dem OECD-Durchschnitt von elf Prozent.

Mehr Unterstützung

Der Anteil der ausländischen Schüler in Deutschland bzw. von Schülern mit Migrations-hintergrund (erste Generation) ist zwischen 2009 und 2018 von 18 Prozent auf 22 Prozent um vier Prozentpunkte gestiegen. Das heißt, in jeder Klasse stammen durchschnittlich ein Viertel der Schüler bzw. deren beide Elternteile nicht aus Deutschland.

Der PISA-Bericht stellte fest, dass jeder zweite Schüler mit Migrationshintergrund sozial benachteiligt ist.

„Der Unterschied in der Leseleistung zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund betrug 63 Punkte und blieb nach Berücksichtigung des sozioökonomischen Profils von Schülern und Schulen relativ groß (17 Punkte)“, heißt es in dem Bericht.

Trotz ihrer relativen sozialen Benachteiligung erreichten immerhin 16 Prozent der Schüler mit Migrationshintergrund das oberste Viertel der Leseleistungen.

Dem Bericht zufolge ist die Integration der Schüler eine Herausforderung.

„In vielen Ländern war die Wahrscheinlichkeit, dass Schüler mit Migrationshintergrund das Mindestmaß an Lesekompetenz erreichten, geringer als bei ihren einheimischen Kameraden“, heißt es in dem Bericht.

„Eine gezielte Unterstützung für Schüler mit Migrationshintergrund erscheint in Belgien, Dänemark, Finnland, Deutschland, Island, den Niederlanden, Slowenien und Schweden angemessen. Dort haben mindestens fünf Prozent der Schüler einen Migrationshintergrund.

„Einer der Gründe für den Leistungsrückgang könnten die gestiegenen Anforderungen an das Bildungssystem seit der Flüchtlingskrise sein“, steht in dem OECD-Bericht.

Mädchen besser als Jungen

Deutsche Mädchen übertrafen Jungen beim Lesen deutlich um 26 Punkte. Der Abstand war geringer als im Jahr 2009 (40 Punkte). In Deutschland erzielten Mädchen in Mathematik sie-
ben Punkte weniger als Jungen.

Mädchen und Jungen zeigten in der Wissenschaft eine ähnliche Leistung.

PISA in Thailand

Die thailändischen Schüler erreichten in der Naturwissenschaft 426 Punkte (489/503), in Mathematik 419 (489/500) und im Lesen nur 393 (487/498).
(In Klammern zum Vergleich Welt und Deutschland.)

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