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Erster Mensch war Bayer

Erster Mensch war Bayer

Da waren sich vielleicht so um die 97 Prozent aller Wissenschaftler einig: Der erste Affe stieg in Afrika vom Baum und wurde zum Menschen. Jetzt lässt ein Fund in Bayern die komplette Theorie zusammenbrechen wie ein Kartenhaus.

Der erste Primat, der aufrecht ging, und daher als Vorfahr des Menschen eingeordnet werden kann, war kein Afrikaner, sondern ein Bayer. Das Fossil ist fast zwölf Millionen Jahre alt.

Aus dem Knochenbau lässt sich schließen, wie sich der Bayer, dessen wissenschaftlicher Name Danuvius guggenmosi lautet, fortbewegt hat mit einem aufrechten Gang.

Dieser aufrechte Gang, nämlich auf zwei Beinen umherzulaufen, ist eine europäische Entwicklung, keine afrikanische. Außerdem fand diese Entwicklung viele Millionen Jahre früher statt als bislang angenommen. Diese beiden Entdeckungen sind bahnbrechend und dürften so einige Lehren und bisherige Annahmen in der Anthropologie durcheinander bringen.

Die Auswertungen von Funden im Ostallgäu wurden im wissenschaftlichen Fachmagazin Nature veröffentlicht.

Fazit des Artikels: Der Bayer Danuvius guggenmosi stellte sich vor knapp zwölf Millionen Jahren auf die Beine und ging aufrecht.

Madelaine Böhme von der Universität Tübingen sagte, der Fund sei eine Sternstunde der Paläoanthropologie. Es erschüttere die Grundfeste dieser Wissenschaft, weil der aufrechte Gang in Europa entwickelt wurde.

Die in Afrika gefundenen Fossilien, die einen aufrechten Gang belegen, sind nur etwa halb so alt wie der Bayer Danuvius guggenmosi: sechs Millionen Jahre. Böhme hält es für nahezu ausgeschlossen, dass in Afrika entsprechende Fossilien entdeckt werden, die älter als zwölf Millionen Jahre sind. Demnach begann die Menschwerdung in Europa, nicht in Afrika.

Danuvius guggenmosi lebte vor 11,62 Millionen Jahren in der Nähe von Pforzen im Ostallgäu. Bislang glaubte man, nur Menschen seien auf zwei Beinen gegangen, erklärte Böhme. Doch Danuvius guggenmosi war ein Menschenaffe. Eher Mensch als Affe, wie sich aus den Knochenfunden schließen lässt. Rund 15 Prozent des Skeletts sind erhalten. Der wichtigste Fund ist vielleicht die für den Menschen und seinen aufrechten Gang so typische S-förmige Wirbelsäule. Er hatte stabile Fußgelenke und X-Beine. Ebenfalls Beweise für einen aufrechten Gang. Da er lange Arme hatte, bewegte er sich wohl auch hangelnd an Ästen umher. Groß wurde der Danuvius guggenmosi nicht, nur etwa einen Meter. Er wog 18 bis 31 Kilo, ernährte sich von Pflanzen und wurde um die 30 Jahre alt.

Als im Ostallgäu lebte, betrug die Jahresdurchschnittstemperatur dort 20 Grad. Es war also bedeutend wärmer als heute.

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