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Ausgetrockneter Mekong?

Ausgetrockneter Mekong?

Der erste Staudamm am unteren Mekong River wurde in Laos Ende Oktober trotz Protesten thailändischer Anwohner in Betrieb genommen, denen zufolge der XayaburiDamm und mehrere andere im Bau befindliche Dämme die Lebensgrundlage zerstören werden.

Die Inbetriebnahme des 1.285-Megawatt Xayaburi-Staudamms fiel in einen Zeitraum, als Abschnitte des Mekong River auch am Ende der Regenzeit zu einem Rinnsal austrocknen, obwohl Bauherrn und Betreiber des Damms behauptet hatten, er sei nicht für den Abfall des Mekong Pegels verant-wortlich.

Strom aus dem Xayaburi-Damm wird zu 95 Prozent an Thailand geliefert, das pro Kilowattstunde zwei Baht bezahlt.

Es wird beim Xayaburi-Damm allein nicht bleiben: Mindestens neun weitere Staudämme am unteren Mekong sind entweder im Bau oder geplant.

Die neue Welle des Staudammbaus steht kurz davor, die bereits angespannte Wasser- und Ernährungssicherheit an einem der größten Flüsse der Welt zu zerstören, nachdem sich schon seit Jahren die Leute Sorgen über die elf in China gebauten Staudämme am oberen Mekong River machen. Die Länder am Unterlauf, das sind Laos, Thailand, Kambodscha und Vietnam, sind wegen verstärkter Pegelschwankungen erheblich besorgt. Diese Schwankungen haben zweifellos mit den chinesischen Wasserkraftwerken zu tun.

Am Xayaburi-Damm wurde neun Jahre lang gebaut. Das 135-Milliarden Baht Projekt, das thailändische Unternehmen und Banken finanziert haben, war schon immer umstritten.

Laut Umweltschutzorganisation „Freedom Mekong Group“ ist der Fluss akut bedroht.

„Wenn der Xayaburi-Damm offiziell Strom erzeugt, werden wir nicht wissen können, wie sich der Fluss verändern und wie schlimm diese Veränderung sein wird“, sagteUmweltschützer Montri Chanthawong.

Etwa 150 Kilometer südlich von Xayaburi erlebt das Fischerdorf Ban Namprai das trockenste Jahr seit Menschengedenken.

Die Dorfbewohner sagen, dass der Pegel des Mekong River am Ende der Regenzeit normalerweise mindestens drei Meter hoch sei, wenn Ban Namprai jährlich Drachenbootrennen veranstaltet. Dieses Jahr mussten die Rennen wegen Niedrigwasser abgesagt werden.

Fischer und Fischzüchter gaben an, dass der Pegelstand des Flusses seit März erheblich schwanken würde. So unregelmäßig sei der Pegel vorher nicht gewesen. Diese Unregelmäßigkeiten können nicht ausschließlich mit der Dürre zu Beginn des Jahres erklärt werden zumal im März auch der Testlauf der Turbinen des Xayaburi-Damms begann.

„Ich denke, die Zukunft des Flusses ist düster. Das ist erst der Anfang“, sagte Ban Nampais Dorfvorsteher Sangtong Siengtid, 45, der selbst Fischer ist.

„Mit noch mehr Dämmen wird der einst mächtige Mekong River zu einem kleinen Rinnsal“, sagte er.

Einige Fischzüchter in der nahe gelegenen Stadt Nong Khai haben damit begonnen, Fischgehege aus dem Fluss zu nehmen und in künstliche Teiche zu stellen, die mit eingepumptem Wasser gespeist werden, sagte Krit Hemarak, 39, ein lokaler Fischzuchtunternehmer.

Die Hauptentwicklerin des Xayaburi-Damms, die thailändische CK Power, gab dem spät einsetzenden Monsunregen und einem vorgelagerten chinesischen Staudamm die Schuld an den ausgetrockneten Abschnitten des Flussbettes.

CK Power lehnte Interviewanfragen ab und beantwortete keine schrift-lichen Fragen.

Auf einer Facebook-Seite werden Videos von speziellen Fischleitern und Sedimenttoren gezeigt, die laut CK Power sicherstellen, dass das fragile Ökosystem der Fischmigration im Mekong nicht behindert werden.

Auch die für die Landwirtschaft im Mekong-Delta wichtigen Sedimente werden angeblich nicht geschädigt.

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