Wichtige Mitteilung in eigener Sache Liebe Leserinnen und Leser, wegen der Coronavirus-Krise können wir die HALLO-Ausgabe April 2020 leider nicht ausliefern. Das bedeutet aber nicht, dass Sie auf Nachrichten und Hintergrundberichte verzichten müssen. Denn wir bleiben nicht untätig. Wir werden die für alle schwierige Zeit zum Anlass nehmen, die HALLO-Website erheblich auszubauen. Auf dieser werden nicht nur nach und nach kostenlos alle Artikel der April-Ausgabe erscheinen, sondern wir werden auf der Website jeden Tag in der neuen Kategorie „HALLO Aktuell“ laufend Informationen und Hintergrundberichte veröffentlichen. Auf diese Weise wollen wir Sie, sehr geehrte Leserinnen und Leser, zeitnah über die Lage und die weitere Entwicklung in Thailand informieren. Bleiben Sie gesund! Ihr HALLO-Team

Header Banner
Header Banner
Header Banner

Das Problem der Regierung mit den E-Zigaretten

Das Problem der Regierung mit den E-Zigaretten

Als Premierminister General Prayuth Chan-ocha der Öffentlichkeit die Entscheidung seiner Regierung erklärte, das Verbot von E-Zigaretten aufrecht zu erhalten, schien er nicht alle Fakten zu kennen. Und das erklärt, warum seine Regierung darauf besteht, das unüberlegte Verbot des Gebrauchs von E-Zigaretten beizubehalten, anstatt diese Art des Rauchens zu regulieren.
Während Wissenschaftler noch einiges über die Auswirkungen von Dämpfen auf die menschliche Gesundheit herausfinden müssen, deuten aktuelle Informationen aus Forschung und Studien darauf hin, dass die Verwendung von E-Liquid sowohl schädliche als auch nicht schädliche Auswirkungen hat. Insgesamt besteht ihn der Wissenschaft aber Einigkeit darüber, dass E-Zigaretten weniger schädlich sind als herkömmliche Zigaretten. Diese Erkenntnis scheint beim General jedoch nicht angekommen zu sein.
E-Zigaretten produzieren ein Aerosol, indem sie eine Flüssigkeit erhitzen, die normalerweise Nikotin, Aromastoffe und andere Chemikalien enthält. Thailand hat das Verbot von E-Zigaretten 2014 verhängt. Die USA, Großbritannien und andere europäische Länder verbieten keine E-Zigaretten, sondern erließen strenge Vorschriften für Verkauf und Werbung.
Im Gegensatz zu den E-Zigaretten kriminalisiert Thailand konventionelle Tabakerzeugnisse nicht. Stattdessen führt der Staat Antiraucherkampagnen durch und erließ strenge Vorschriften für den Verkauf und die Werbung für Zigaretten. Die Zahl der Tabakraucher ist in den letzten 13 Jahren jedoch nur um vier Prozent, das sind 0,3 Prozent pro Jahr, gesunken.
Im Jahr 2017 gab es in Thailand 10,7 Millionen Raucher von regulären Zigaretten. Das waren 19,1 Prozent der Bevölkerung. 2014 starben rund 54.000 Thais an durch Rauchen verursachten Krankheiten wie Krebs, Schlaganfällen und Herzinfarkten.
Das heißt nicht, dass der Staat auch reguläre Zigaretten verbieten sollte, denn das Rauchen ist eine Frage der persönlichen Wahl. Die Regierung, insbesondere das Gesundheitsministerium, darf jedoch nicht übersehen, dass es derzeit Raucher gibt, die E-Zigaretten verwenden möchten, um mit dem Rauchen aufzuhören. Es gibt zwar nicht genügend Beweise, um zu bestätigen, dass der Gebrauch von E-Zigaretten ein wirksamer Weg ist, mit dem Rauchen aufzuhören. Viele Raucher, die E-Zigaretten benutzen, rauchen am Ende beide Arten von Produkten. Einige Untersuchungen bestätigen jedoch, dass es vielen anderen gelungen ist, sich über den Weg von E-Zigaretten das Rauchen abzugewöhnen.
Wichtig ist, dass laut einigen Untersuchungen E-Zigaretten für normale Raucher, die komplett auf diese umgestiegen sind, weniger schädlich sind. Das liegt daran, dass das E-Zigaretten-Aerosol weniger giftige Chemikalien enthält als der Rauch von Tabakerzeugnissen. E-Zigaretten produzieren auch keinen Teer.
Dies bedeutet natürlich nicht, dass E-Zigaretten völlig ungefährlich sind, da beim Rauchen krebserregenden Chemikalien wie Nikotin in die Lunge transportiert werden. E-Zigaretten können bei jungen Leuten beliebt sein, wie in den USA beobachtet wurde. Dies gibt allerdings aus einem anderen Grund Anlass zur Sorge: Hochadditives Nikotin kann die Entwicklung des Gehirns von Jugendlichen beeinträchtigen.
Was das Verbot in Thailand betrifft, kommt dadurch noch ein weiterer Faktor hinzu. Verbotenes ist immer interessant. Das wird die Attraktivität von E-Zigaretten für junge Menschen erhöhen und viele dazu bewegen, sie im Untergrund zu suchen, wo minderwertige Produkte leicht zu finden sind.
Der Staat sollte daher den Verkauf und die Verwendung von E-Zigaretten gestatten und strenge Vorschriften für die Herstellung, Kennzeichnung, Werbung und den Verkauf dieser Zigaretten erlassen. Gleichzeitig sollten die Gesundheitsbehörden die Öffentlichkeit über die damit verbundenen Vor- und Nachteile aufklären und Nichtraucher davon abhalten, mit dem Rauchen anzufangen.
Es ist nicht sinnvoll, E-Zigaretten zu verbieten, während konventionelle Tabakerzeugnisse legal und allgemein verfügbar bleiben. Die Botschaft, die Raucher von der Regierung erhalten haben, ist unvollständig.

Beiträge