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Chinesische Propaganda

Chinesische Propaganda

In beliebten thailändischen Zeitungen gibt es Artikel, die eins zu eins von den chinesischen staatlichen Medien übernommen wurden. Diese Medien sind nichts anderes als Propagandaschmieden.
Am 16. August staunten die Leser der thailändischen Zeitung Khaosod nicht schlecht. Mit „freundlicher Genehmigung“ der Kommunistischen Partei Chinas gab es für die Leser etwas ganz Besonderes. In aller Welt wurde über die Proteste in Hongkong berichtet, auch über das gewaltsame Vorgehen der Polizei gegen die Demonstranten. Khaosod English brachte jedoch einen Artikel von Chinas Propaganda-Flaggschiff Xinhua. Ausgewogenheit hat man in diesem Artikel vergeblich gesucht.
Khaosod, was „frische Nachrichten“ bedeutet, hat eine gemäßigte bis liberale Tendenz und eine ungefähre tägliche Auflage von 900.000 Stück, zusammen mit 13 Millionen Facebook-Followern.
Während sich Khaosod an die Leser der Mittel- und Arbeiterklasse in den Außenprovinzen richtet, ist Khaosod English mit rund 200.000 Lesern pro Monat ein Nischenportal.
Die Reproduktion chinesischer Propaganda ist ein Zeichen dafür, dass Pekings Einfluss auf seine kleineren Nachbarn und seine Fähigkeit, seine Botschaft ins Ausland zu bringen, rasch zunehmen.
Xinhua, der offizielle Nachrichtendienst der chinesischen Regierung, es ist eine der am strengsten kontrollierten Medienquellen in Asien. Xinhua-Reporter in Übersee und zu Hause agieren oft als De-facto-Agenten des chinesischen Geheimdienstes und erstellen geheime Berichte für die Führung und Propaganda für ein allgemeines Publikum.
Doch nichts davon schreckte Khaosod ab. In den folgenden Tagen floss ein stetiger Strom staatlicher Medienpropaganda durch die Zeitung. Da wurde die Verschwörungstheorie kolportiert, dass der Westen für den Aufstand in Hongkong verantwortlich ist, nicht das geplante und inzwischen aus Eis gelegte Gesetz, in dem es um die Auslieferung von Hongkongern nach China ging. In einem anderen Artikel war zu lesen, dass es in Xinjiang, dort leben geschätzte eine Million Menschen in Internierungslagern, allein um die Sicherheit der Bürger gehe.
Internationale Journalisten und Leser kritisierten die Zusammenarbeit mit Xinhua. Für die Kritiker ist das ein Zeichen des wachsenden chinesischen Einflusses in einem Land, das einst ein fester Verbündeter der USA war.
Jetzt, da China der größte Handelspartner Thailands ist, ist das Land untrennbar mit Infrastrukturprojekten wie der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Bangkok nach Nong Khai verbunden und auf die dringend benötigten Einnahmen chinesischer Touristen angewiesen.
„Wir waren ein bisschen überrascht“, sagte Teeranai Charuvastra, Nachrichtenchef von Khaosod English. „Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass das so viel Wirbel auslösen würde.“
Khaosod veröffentlichte einen Leitartikel, mit dem die Partnerschaft verteidigt wurde, und erklärte, dass die von Xinhua verwendeten Nachrichten nicht bezahlt würden. Khaosod erhielte auch kein Geld, hieß es weiter.
„Khaosod wird von niemandem dafür bezahlt, Nachrichteninhalte von Xinhua erneut zu veröffentlichen“, stand im Leitartikel. „Seit der Unterzeichnung der Vereinbarung hat Xinhua nicht versucht, sich in die internen Abläufe von Khaosod einzumischen.“
Im Juli unterzeichnete die Matichon Group, die Muttergesellschaft von Khaosod, eine Vereinbarung für die gesamte Matichon Group, die Xinhua-Nachrichten nutzen zu dürfen.
Teeranai gab zu, dass die Leute zu Recht misstrauisch seien. Man sei sich der Probleme mit der Pressefreiheit in China bewusst.
Xinhua war kürzlich Teil einer massiven Online-Kampagne auf Twitter zur Verbreitung von Desinformation in Hongkong während der jüngsten Proteste beteiligt, obwohl westliche soziale Medien auf dem chinesischen Festland verboten sind. Twitter sperrte daraufhin staatliche chinesische Medien.
Diesen fehlt jede echte Konkurrenz, denn Nachrichtenseiten wie die New York Times sind in China blockiert und das chinesische Internet ist eines der am meisten zensierten auf dem Planeten.
„Über die Arbeit von Xinhua kann keineswegs gesagt werden, dass sie Journalismus ist“, sagte ein ehemaliger ausländischer Xinhua-Redakteur, der anonym bleiben wollte. Zitate würden routinemäßig erfunden und Propaganda sei an der Tagesordnung.
Khaosod nutzt zwei Dienste: The Associated Press (AP), für die Khaosod bezahlt, und Xinhua.
„Ich glaube nicht, dass Xinhua mit AP gleichzusetzen ist, da AP einen sehr, sehr hervorragenden Ruf hat“, sagte Teeranai. „Wir versuchen nicht zu sagen, dass dies die einzige Seite der Geschichte ist. Xinhua ist nur einer von vielen möglichen Blickwinkeln auf das, was in China vor sich geht.“
Sicherlich geht es auch ums Geld. Die englischsprachige Tageszeitung The Nation stellte nach 48 Jahren die Druckausgabe ein und ist nur noch Online vorhanden. Da sind kostenlose Nachrichten, insbesondere die, die das Ego des größten Investors, namentlich China, beruhigen können, ein Segen.
Wenn es um die extrem niedrige Messlatte für die Pressefreiheit in Südostasien geht, steht Thailand immer noch besser da als viele seiner Nachbarn, einschließlich Vietnam.
Khaosod ist in Südostasien nicht allein, wenn es darum geht, den Nachrichtendienst von Xinhua zu nutzen. Die Vientiane Times in Laos, die Khmer Times und Cambodia Daily verwenden ebenfalls Xinhua-Artikel. Beide Länder haben enge Regierungsbeziehungen zu Peking. Auf den Philippinen hat Xinhua im Manila Bulletin ein umfangreiches, ganzseitiges Editorial gegen die Demonstranten in Hongkong veröffentlicht.

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