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Zwei bekannte ausländische Journalisten verlassen Thailand

Zwei bekannte ausländische Journalisten verlassen Thailand
Bildquelle :HALLO - DAS MAGAZIN

Zwei beliebte und zugleich umstrittene Journalisten, der Brite Andrew Drummond und der Deutsche Nick Nostitz, entschlossen sich, Thailand zu verlassen und in die Heimat zurückzukehren. Beide haben über 20 Jahre in Thailand gelebt und gearbeitet.

Die Arbeitsgebiete beider Journalisten könnten unterschiedlicher nicht sein. Drummonds investigativer Journalismus befasste sich hauptsächlich mit ausländischen Kriminellen, die in der Regel in Pattaya oder Phuket operieren. Nostitz arbeitete als Autor und Fotograf, der hauptsächlich von der politischen Lage des Landes berichtete, über die gesellschaftliche Spaltung und die Disharmonie zwischen Unterstützern und Gegnern unterschiedlicher politischer Fraktionen.

Andrew Drummond mit seinen Kindern
Andrew Drummond mit seinen Kindern

Drummond stellte einen Artikel in eigener Sache auf seine Website und gab an, dass der Grund für seine Abreise „eine direkte Bedrohung für sich und seine drei Kinder von ausländischen Kriminellen in Thailand, die die Polizei und das Computerkriminalitätsgesetz benutzen“ sei. Er fügte hinzu, dass er weiterhin mit seinen investigativen Storys weitermachen werde, aber „wenn ich als Journalist weiterhin arbeiten will, muss das außerhalb thailändischer Grenzen geschehen.
Drummond sagte weiter, dass er bei einem Multi-Millionen-Dollarbetrug ein „Dorn im Auge“ sei, der mit der offenen Unterstützung thailändischer Behörden durchgeführt werde.

Drummond wurde von Statements der britischen Botschaft und der Europäischen Union unterstützt, ähnlich wie Alan Morison und Chutima Sidasathian von der Online-Zeitung „Phuketwan“, und dem Arbeitsrechtsaktivisten Andy Hall, die alle wegen Verleumdung angeklagt wurden. Drummond wies darauf hin, dass solche Statements jedoch nicht ausreichen würden, ihn und seine Kinder zu beschützen. Drummond musste sich gegen eine Reihe von Verleumdungsklagen zur Wehr setzen, die er bislang gewann, aber, so sagt er, würden die Fälle auf Dauer Opfer fordern. Er schreibt, dass er als investigativer Journalist in Großbritannien, den USA und in Australien arbeitete, ohne einmal verklagt zu werden. Auch wenn er die Fälle in Thailand gewann, so ist nach thailändischem Recht die unterlegene Partei nicht dazu verpflichtet, die Anwalts- und Gerichtskosten zu übernehmen. Drummond führte aus, dass der thailändischen Entwicklung die Unfähigkeit zur Kritik und ein fragwürdiges Justizsystem entgegenstehen.

Was den Fortschritt Thailands in Bezug auf die jetzigen Regierungsreformen betrifft, sagte Drummond: „Entgegen der öffentlichen Meinung, nach der die Militärregierung gegen Korruption vorgeht, ist diese sehr selektiv, und die Regierung hat Werkzeuge wie sie die DSI und die Nationale Menschenrechtskommission entwaffnet.“ Er arbeite nicht gern unter Bedingungen, in denen die Wahrheit etwas Seltenes sei und diese zu sagen, Konsequenzen nach sich ziehen.

Nostitz’ offensichtliches Vergehen in seiner Journalistenarbeit besteht darin, dass er als Gegner des Volksdemokratischen Reformkomitees (PDRC) angesehen wird. Er berichtete von deren Anti-Regierungsprotesten 2013 und 2014. Auf einer Veranstaltung wurde er geschlagen, weil ihm vom demokratischen Abgeordneten Jumpol Chumsai vorgeworfen wurde, ein Rothemden-Sympathisant zu sein. Im Mai 2014 wurde Nostitz beinahe von Männern entführt, die er als PDRC-Wachmänner identifizierte.

Trotz seiner Liebe zu Thailand ist für Nostitz ebenso wie für Drummond die Sicherheit der Familie oberstes Gebot. Nicht nur wegen der Drohungen, sondern auch, weil er sich darüber Gedanken macht, ob sich sein zehn Jahre alter Sohn in Deutschland integrieren kann, wenn Nostitz später nach Deutschland zurückkehren sollte. Er ist auch pragmatisch, wenn er ausführt dass es schwierig geworden ist, als freiberuflicher Journalist zu arbeiten und beinahe unmöglich ist, die Familie zu ernähren. Die Probleme seien größer geworden, weil die PDRC ihn als Ziel ausmachte. „Die einzige Zeit, in der wir Geld verdienen können, ist, wenn die internationalen Medien interessiert sind, wie bei den PDRC-Protesten.“ Während die Drohungen nach dem Putsch aufgehört zu haben scheinen, gibt es jedoch Aufträge, die er nicht annehmen kann, wie beispielsweise im Süden Thailands. Das habe ihm quasi den Job gekostet.
Die Feindseligkeit gegenüber Nostitz könnte teils entstanden sein, weil einige seiner Arbeiten auf Thai übersetzt wurden, was eher ungewöhnlich ist. Seine Artikel über die arme Landbevölkerung Thailands wurden dahingehend falsch interpretiert, dass er ein Sympathisant des ehemaligen Premierministers Thaksin Shinawatra sein soll.

Andrew Drummond ist unschuldig
Andrew Drummond ist unschuldig

Dass die beiden Männer Thailand verlassen müssen, ob Leser nun ihre Arbeit schätzten oder nicht, ist ein weiterer Schlag für das Land, in dem beide Journalisten für das öffentliche Interesse arbeiteten. Mit ihren Artikeln und Fotos zeigten die beiden, welche politische Spaltung in Thailand herrscht und mit welchen Methoden Kriminelle arbeiteten.

Nostitz sagte zu seinem Abschied: „Natürlich bricht es mir das Herz, Thailand zu verlassen, aber ich habe keine andere Wahl.“ Drummond äußerte sich ähnlich. Er sagte, das Land sei gut zu ihm gewesen, aber er fürchte gleichzeitig die Morddrohungen gegenüber seinen Kindern, und er wies auch darauf hin, dass seine Kinder „nicht mit den richtigen Prinzipien“ aufwachsen würden, wenn sie ihre Ausbildung in Thailand absolvierten.

Beitragsquelle : http://asiancorrespondent.com/129937/veteran-foreign-journalists-to-leave-thailand-following-threats/

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