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Zu Besuch in Indien

Zu Besuch in Indien

In der letzten HALLO-Ausgabe beschrieb ich in meiner Kolumne „Kulturschock am Strand“ die Situation an der Beach Road, insbesondere zwischen Central Road und Soi 1. Es folgt der zweite Teil.

Unter anderem stellte ich fest, dass Soi 1 und 2 fest in indischer Hand sind. Hier stehen allerlei „hübsche“ Boutique-Hotels, die zwar auf den ersten Blick nett anzuschauen sind, doch das Flair der Straßen völlig zerstört haben. Ob man hier in Thailand ist oder woanders, lässt sich anhand des Aussehens der Hotels nicht feststellen. Deren Bewohner stammen jedenfalls alle aus Indien, daher könnte man annehmen, man sei zu Besuch in Indien, wenn man vergisst, wo man sich gerade befindet.

In Süd-Indien wohlgemerkt, denn die meisten Inder in Pattaya sind offenkundig Tamilen. Diese Süd-Inder sind immer in Gruppen unterwegs, und Frauen scheinen in der Regel nicht mitzureisen, jedenfalls sieht man kaum welche.

Die Inder, die also immer im Pulk auftreten, versperren einem schon einmal den Weg in den vorgenannten Sois, auf dem Bürgersteig der Beach Road oder auf der Strandpromenade. Weil es so viele sind. Sie stellen sich am verbreiterten Strand in eine Schlange und warten darauf, in ein Boot einsteigen zu können. Das bringt sie dann zu allerlei Ausflugszielen.

Am südlichen Ende der Beach Road ergibt sich ein noch deutlicheres Bild. Das Viertel dort nenne ich Little Mumbai, denn etwas anderes passt nicht mehr. Der westliche „Einfluss“ ist in Soi 13/1 und 13/2 – Soi Yamato (benannt nach dem immer noch existierenden japanischen Restaurant) und der Soi Post (benannt nach dem Postamt) zu Ende. Dahinter beginnt Little Mumbai.
Das kündigt sich bereits auf dem Pattaya City Walk an, einer Fußgängerzone zwischen Beach und Second Road. Hier stand doch einmal ein thailändisches Restaurant in bzw. vor einer künstlichen Höhle. Die Gäste wurden zum Abend mit Puppenspielen unterhalten. Das Lokal ist weg, die Höhle steht noch und ist jetzt ein indisches Restaurant.

In Soi 13/3 und Soi 13/4 kommt es dann knüppeldick. In diesem Viertel gibt es durchaus noch Animierlokale, die auch die homosexuelle Klientel ansprechen, doch viele haben geschlossen, sind zu vermieten oder zu verkaufen.
Das New Orleans, das aussah wie ein Gebäude in New Orleans, ist schon lange weg, auch sonst bläst Trübsal durch die Gassen, wenn man sich daran erinnert, was für Partys hier einmal gefeiert wurden.

Zu Besuch in IndienEin indischer Schneider, ein indischer Juwelier, ein indisches Restaurant und noch eines und noch eines, und allerlei indische Pensionen und Hotels bestimmen das Straßenbild. Massageläden haben aufgegeben, auch Bars, ob nun für Schwule oder Heteros. In der Soi 13/3 sind noch zwei Bars von früher übrig geblieben, die ein Schatten ihrer selbst sind und ein Nischendasein führen.
Der Fels in der Brandung ist in Soi 13/4 das Shamrock. Hier ist die Zeit stehen geblieben. Gutes Frühstück, nette Expats und ein kühles Blondes erwarten den Gast.
Kurz gesagt: Wenn jemand Hindi oder Tamil lernen bzw. sprechen will: In Little Mumbai ist ganz sicher die richtige Adresse.

Der tamilische Einflussbereich erstreckt sich darüber hinaus noch weiter südlich. Ein Blick in die Walking Street kann mitunter sehr erhellend sein.

Zu Besuch in Indien

Wenn schon auf der Second Road Etablissements zu entdecken sind, die sich „Indian Dance Club“ oder ähnlich nennen, so gibt es diese Art von Unterhaltung im südlichen Teil der Walking Street ganz geballt. Indische Lokale sind hier ebenso zuhauf vorhanden wie indische Clubs. Irgendwo weht auch eine indische Fahne. Das geht dann so weiter bis Bali Hai Pier und einem nicht zu übersehenden Hinweisschild für ein indisches Restaurant.

Um das noch einmal zusammenzufassen: Nicht nur im Norden, sondern auch im Süden der Beach Road ändern sich die Dinge. Wer neu in Pattaya ist, dem wird das natürlich gar nicht auffallen, aber wer die Stadt schon länger kennt, der wird zumindest staunen.

Die „heile Welt“ – aus Farang-Sicht – existiert noch in Höhe Central Road und den sich anschließenden Sois 7 und 8 etc. Richtung Süden. Hier hat sich auf den ersten Blick so gut wie nichts verändert. Mehr in der nächsten HALLO-Ausgabe.

Euer

Walter Weiß

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