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„Wir kommen nicht mehr“

„Wir kommen nicht mehr“

Thailändische Medien berichten, dass Touristen in Bangkok an die Behörden ein starkes Signal aussenden. Es ist als ob sie sagen: Ihr zerstört das Leben und die Seele der Stadt, und daher kommen wir nicht mehr in die Khao San Road.

Die Bangkoker Stadtverwaltung (BMA) verbot Händlern auf der Khao San Road mit dem 1. August, Waren auf den Bürgersteigen anzubieten. Um die 70 Prozent der Händler weigerten sich, dieser Vorschrift Folge zu leisten.

Die einflussreichste Zeitung in Thailand ist Thai Rath. Journalisten begaben sich in die Khao San Road, um vor Ort zu erfahren, wie dort die Lage ist, nachdem Beamte versucht hatten, Händler und deren Stände von den Bürgersteigen zu entfernen.

Obwohl sich viele Händler weigerten, ist die Straße nur noch ein Schatten ihrer selbst. Touristen, die dort ankommen, haben das Gefühl, in der falschen Straße gelandet zu sein.

Thai Rath berichtete, dass Händler in regulären Geschäften, Tuk-Tuk- und Motorradtaxifahrer alle sagen, dass die Touristen so gut wie verschwunden seien.
Ein Motorradtaxifahrer fasste die Lage folgendermaßen zusammen: „Keiner glaubt, dass das die Khao San Road ist. Sie kommen her und blicken sich verwirrt um. Sie fragen: Sind wir hier am richtigen Ort? Sie gucken links und sie gucken rechts. Ich habe auf das Straßenschild gezeigt, um zu beweisen, dass sie am richtigen Ort sind.

Die Botschaft ist deutlich: Das ist nicht die Khao San Road, nicht das geschäftige Viertel in Bangkok, das in Reiseführern beschrieben und von Touristenbehörden gepriesen wird.

Händler sind der Meinung, dass eine einst geschäftige Straße, ein Touristenmagnet mit blühendem Handel, im Namen von Fortschritt und Ordnung geopfert wird.

Thai Rath sieht hier mehrere Konflikte wie den zwischen Gesetzgebung und dem Leben in der Hauptstadt oder der Lebensgrundlage von Menschen und Bequemlichkeit.

Die Maßnahmen der Beamten wurden von den Bangkokern zwiespältig aufgenommen. Die einen befürworten die Maßnahmen, die anderen nicht.

Die Versuche der Regierung, Bangkok in eine Stadt zu verwandeln, in der Zucht und Ordnung herrschen, könnte ein Sargnagel für den Tourismus sein, denn die Besucher kommen nach Bangkok, um dort Dinge zu erleben, in denen dies in anderen Städten der Welt nicht möglich ist.

Der Bangkoker Vize-Gouverneur Sakoltee Phattiyakul, der die neue Verordnung erließ bzw. auf deren Durchsetzung in der Khao San Road bestand, lud die zuständigen Behörden zu Gesprächen ein, um Lösungen zu finden. Derweil sollte nichts weiter gegen Händler auf dem Bürgersteig unternommen werden.

Zu den Behörden und Organisationen gehören die Bangkoker Polizei, das Ministerium für Tourismus und Sport, die Ministerien für Wirtschaft und soziale Entwicklung und menschliche Sicherheit sowie das Interne Sicherheitskommando (ISOC).

Die Stadt will sich außerdem womöglich an Premierminister General Prayuth Chan-ocha wenden, damit er in den Streit eingreift.

Womöglich werden wir die Zusammenfassung eines Berichts an den Premierminister senden, denn die Khao San ist eine berühmte Attraktion“, sagte Vize-Gouverneur Sakoltee.

Wir arbeiten an drei Modellen, die wir der BMA vorlegen wollen. Ein Plan sieht vor, dass die Händler bis morgens öffnen können, und wir werden dann dafür sorgen, dass die Verkaufsstände ordentlicher sind“, sagte Händlerin Chonnapha Teansawang.

Die Vorschriften sehen vor, dass die Stände nur von 18 Uhr bis Mitternacht geöffnet haben dürfen.

Chonnapha sagte, die Händler leben normalerweise von Kundschaft, die mit Reisebussen kommen.

Wir sind davon sehr betroffen. Als die Nachricht bekannt wurde, sagten Reiseveranstalter Fahrten in die Khao San Road ab.“

Chonnapha verkauft seit über 20 Jahren Handys und Taschen.

Ich denke, Khao-San-Stände sind attraktiv, weil in dem Viertel unterschiedliche Produkte angeboten werden“, sagte sie.

Auf der Straße gibt es etwa 300 Händler.

Schließlich wurde eine Lösung Thai-Style gefunden: Die geht ganz einfach. Es bleibt alles wie es ist und alles, was passierte, kommt einem im Nachhinein wie ein böser Traum vor.

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