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Weshalb soll China U-Boote an Thailand verkaufen?

Weshalb soll China U-Boote an Thailand verkaufen?

Thailand hat in seiner nicht endend wollenden Suche nach U-Booten nun China ausgewählt, das diese an Thailand liefern soll. Die thailändische Marine sprach sich dafür aus, dass es drei U-Boote sein sollen.

Zwar deutete der Verteidigungsminister an, dass die Angelegenheit vorläufig vom Tisch sei, aber was heißt genau das: vorläufig? So schnell wird die Marine nicht aufgeben.

Seit über sechs Jahrzehnten hat Thailand keine U-Boote mehr: Die einzigen vier U-Boote, die die Streitkräfte jemals besaßen, wurden der Marine 1951 weggenommen, nachdem ein von der Navy initiierter Putschversuch fehlschlug.

Die Tageszeitung „Bangkok Post“ berichtete, dass eine Quelle innerhalb des 17 Mitglieder umfassenden Beschaffungskomitees sagte, dass die Mehrheit der Mitglieder für die Anschaffung von drei chinesischen U-Booten zum Stückpreis von zwölf Milliarden Baht votierten, weil es sich um das beste Preis-Leistungs-Verhältnis handele. Die anderen Mitglieder wurden sich nicht einig, ob es lieber U-Boote aus Südkorea oder Deutschland sein sollten. Vor ein paar Jahren waren gebrauchte deutsche U-Boote schon einmal im Gespräch, aber die Vorgänger-regierung ließ eine von den Deutschen gesetzte Frist zur Vertragsunterzeichnung verstreichen. Die offizielle Militärverlautbarung stellt weitestgehend auf die Kosten ab.

In einem weiteren Artikel zitierte die „Bangkok Post“ mehrere Quellen innerhalb der Marine und des Beschaffungskomitees, wonach chinesische U-Boote nicht nur billig seien, sondern dafür auch eine gute Qualität böten.

Zudem erklärte ein Komiteemitglied, dass Peking als Teil des Paketes auch Militärtechnologie und Ausbildung anbot, was andere Länder zusätzlich berechnen würden. Die Mitglieder verglichen die Anschaffung von U-Booten mit einem Autokauf. „Wenn wir uns einen Mercedes leisten können, dann aber kein Geld mehr für Benzin haben, sollten wir lieber nach einem exklusiven Modell von Toyota Ausschau halten, damit wir noch etwas Benzingeld übrig haben.

Der Ausflug in die Welt des Automobils wäre dabei gar nicht nötig gewesen. Hat die Marine doch einen Flugzeugträger, der aber mangels Benzingeld nicht auslaufen kann. Ganz zu schweigen von den wegen Geldmangels nicht vorhandenen Flugzeugen.

Wenn diese Entscheidung vom Kabinett bestätigt wird, dann wird es Beobachter geben, die darauf hinweisen, dass dies der Beweis ist, dass sich Thailand nach dem Putsch letzten Jahres immer näher an China anlehnt und den USA und deren Verbündeten die kalte Schulter zeigt. Doch die Wirklichkeit ist viel komplexer. Es ist sicher richtig, dass Bangkok und Peking enger zusammenarbeiten, auch auf militärischem Gebiet, aber die chinesisch-thailändischen Beziehungen stecken noch in den Kinderschuhen, während die Thais und Amerikaner, insbesondere, was das Militär anbelangt, seit vielen Jahrzehnten eine Allianz bilden.

Wenn es tatsächlich zu dem U-Boot-Deal kommt, dann wäre dieser sicherlich für eine weitere militärische Zusammenarbeit zwischen Thailand und China fruchtbar, allerdings muss Thailand auch vorsichtig sein. Nicht zuletzt die Kosten von immerhin 36 Milliarden Baht könnten beispielsweise die Frage aufwerfen, weshalb dieses Geld nicht in Hochwasser- und Dürreprävention investiert wird.

Wenn U-Boote gekauft werden, müssen diese erst einmal gebaut und das U-Boot-Personal ausgebildet werden. Es würde wahrscheinlich fünf bis sechs Jahre dauern, bis die U-Boote geliefert und benutzt werden können. Bis dahin wird die U-Boot-Basis in Sattahip das Gegenstück zum thailändischen Flugzeugträger bleiben: Die Basis hat keine U-Boote und der Träger keine Flugzeuge.

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