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Wer waren die Wikinger?

Wer waren die Wikinger?

Genau wie die Japaner sich gerne mit ihrer Samurai-Kultur identifizieren und in fast allen Actionfilmen zeigen, wie ein Wiesel flinker Ninja seine Gegner fertig macht, haben auch wir Europäer unsere Helden aus der Vergangenheit.

Es sind wild aussehende, ständig aus stinkenden Büffelhörnern Meet (unser Ur-Bier) saufende Gestalten, die sich bei jeder Gelegenheit auf den Helm hauen. Die Rede ist vom zottigen Germanen, Teutonen, Kelten oder Wikinger.

Um gleich vorweg einen Irrtum aufzuklären: Der allgemein verbreitete Glaube, dass alle Nordmänner Kuhhörner auf ihren Helmen hatten, ist falsch. Nein – keine Helme mit Hörnern, meistens sogar gar keine Helme. Wickie und die starken Männer sind eine reine Erfindung, und auch Asterix und sein fetter Kamerad Obelix hatten keine Hörner auf dem Kopf.

Aufgekommen sind diese putzigen Dinger zusammen mit Herrn Wagner und seinen dramatisch-burgundischen Helden. Dann hatten die Herren in der wilhelminischen Zeit allerlei lustige Dinge auf dem Kopf, vorzugsweise grimmig schauende Adler oder einfach praktische Pickel.

Aber schauen wir uns eine Gruppe der wilden Barbaren genauer an, am besten die Wikinger.

Die ursprüngliche Heimat der Wikinger war der skandinavische Raum, vor allem Norwegen und Schweden. Später wurde das Siedlungsgebiet auf das von norwegischen Wikingern besiedelte Island ausgeweitet. Die Wikinger waren aber auch im angelsächsischen Raum vertreten und pflegten ihre weiten Reisen sogar bis in den Orient, nach Bagdad oder ins Baltikum sowie Russland auszuweiten. Der Hauptgrund der weitläufigen Reisen und Verbreitung der Wikinger war allem voran der Handel sowie selbstverständlich die Plünderungszüge, für welche die Wikinger so bekannt geworden sind. Übrigens auch der Handel mit Sklaven, die man so nebenbei auf seinen Reisen einfing, brachte gutes Geld, besonders im Vorderen Orient.

Die Wikingerzeit ist sagenumwoben, nur rund 200 Jahre treten sie in Erscheinung und gehen dann in anderen Volksgruppen auf. Die Schweden, Dänen und natürlich die Norweger behaupten gerne, von ihnen abzustammen. Fakt ist, wir wissen nicht allzu viel über die faszinierenden Helden der Sagas und der Runensteine, die in den Chroniken der Angelsachsen und der Franken als raubende und mordende Verbrecher beschrieben werden – ein Volk kriegerischer Piraten? Nein, das waren die Wikinger wirklich nicht.

Was wir laut Lexikon wissen, ist, dass die Wikinger eben im Bereich der Nord- und Ostseeküsten siedelten, dass sie ein seefahrendes Volk aus germanischen und wenigen baltischen Stämmen waren, Ackerbau und Viehzucht betrieben und die Frauen die Höfe versorgten. Soweit so gut, friedlich siedeln und so nebenbei der Nachbarschaft aufs ungehörnte Haupt zu hauen, trifft wohl eher den Geschmack eines echten Wikingers.

Den Frauen blieb gar nichts anderes übrig als den Haushalt zu übernehmen, wenn der Gatte mal wieder unterwegs war, um die Haushaltskasse in den umliegenden Siedlungen und Klöstern durch Brandschatzung und Plünderung aufzubessern. Weite Fahrten mit ihren Drachenbooten, Langschiffe von ca. 20 Metern Länge, die mit relativ dicht angebrachten Ruderbänken ausgestattet waren und über einen Mast mit einem Segel verfügten, wurden regelmäßig mit wechselnder Besatzung durchgeführt.

Wer waren die Wikinger?
Wer waren die Wikinger?

Es ist wahrscheinlich, dass die Wikinger bereits sehr gut navigieren konnten, immerhin schafften sie es bereits bis nach Nordamerika zu segeln – ohne Hilfsmittel wäre das nicht möglich gewesen.

Wie waren unsere Barbaren denn bewaffnet? Pfeil und Bogen wurden zwar genutzt, aber die Hauptwaffen der Wikinger waren der Speer, das Schwert und die Streitaxt. Insbesondere das zumeist sehr aufwendig gefertigte Schwert war ein Statussymbol der Anführer. Gleiches gilt für Kettenhemden und Helme.

Kam es zur Schlacht, bildeten die jüngeren Krieger in dichter Reihe einen Schildwall, hinter dem die übrigen Kämpfer zunächst versuchten, durch die geschleuderten Speere oder durch Pfeile eine Vorentscheidung des Kampfes herbeizuführen.

Gelang dies nicht, begann der offene Kampf. Berüchtigt dabei waren die Berserker, die glaubten, von Odin mit besonderen Kräften ausgestattet zu sein. Sie steigerten sich in einen Kampfrausch, in dem sie die Schmerzen ihrer Verwundungen ignorierten.

Wikinger haben lang andauernde Kämpfe möglichst vermieden. Ihre Stärke auf den Raubzügen waren Überraschungsangriffe und schnelle Rückzüge. Das Ziel der Schlacht war die Ausschaltung der gegnerischen Anführer, die gewöhnlich dadurch erreicht wurde, dass mit blanker Gewalt die gegnerischen Linien durchbrochen wurden.

In der nächsten HALLO-Ausgabe erzähle ich dann ein bisschen mehr über die Lebensweise und die Besiedlung von Grönland und Amerika.

Auch unsere Vorfahren, die lieben Germanen und vor allem die Kelten, waren ein rauflustiger, trinkfester Haufen, über die es einiges zu berichten gibt. Bis dahin trinke ich mein Bierchen aber lieber aus dem Krug, Hörner haben sie mir zwar auch schon aufgesetzt, aber ein Krug bleibt nach dem Trunk wenigstens stehen.

bis dahin, Euer Herby

herby

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