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Wenn die Spieler nach Hause gehen

Wenn die Spieler nach Hause gehen
Wenn die Spieler nach Hause gehen

Muss man den SV Vonderort II kennen? Eigentlich nicht – der Verein ist kein neues Mitglied der Bundesliga und dümpelt „nur“ in der Kreisliga C Oberhausen & Bottrop rum.

Niederlagen tun bekanntlich weh, wenn das Ergebnis am Ende 0:43 lautet, kann man den Schmerz wohl kaum noch beschreiben. Noch in der 89. Minute verwandelte Sascha Jansen, ein Spieler vom Polizeisportverein Oberhausen, eine Vorgabe zum letzten Tor, es war sein siebter Treffer in dem Spiel.

Da zu wenige Spieler zur Verfügung standen musste die Mannschaft mit Altherren-Spielern aufgestockt werden. Naja, so ganz fit waren die alten Jungs wohl nicht mehr. Letztendlich dürfte das Ergebnis auch nicht daran gelegen haben, dass ein Spieler des SV während des Spiels einfach nach Hause ging und man nach der Halbzeit nur noch mit acht Spielern aufs Feld musste. Auch haben die Zuschauer nichts mit dem Ausgang der Partie zu tun, denn es waren nur 23 anwesend.

Soweit der spaßige Teil der Geschichte.

Die Trainerin des SV Vonderort II ist Yvonne Liesenfeld. Auch sie hat die hohe Niederlage nicht einfach weggesteckt. ABER, auch wenn ihr Team mit dem runden Ball derzeit noch nicht so ganz perfekt umgehen kann – was soll’s. Freizeitbeschäftigung und menschliche Zusammenhalt steht bei der Mannschaft an erster Stelle. Bei den Spielern handelt es sich ausschließlich um Flüchtlinge, denen Frau Liesenfeld eine sinnvolle Beschäftigung geben will. Nachdem sich die Stadt Bottrop aus dem Projekt zurückgezogen hat, ist der SV Vonderort II eingesprungen und hat den „bunten Haufen“ als zweite ständige Mannschaft angemeldet.

Die Neuen sind den anderen Mannschaften noch stark unterlegen, dafür ist das miteinander im SV schon sehr ausgeprägt ist. Der kleine Verein kommt aber allmählich an seine Grenzen. Auswärtsspiele müssen selber organisiert und bezahlt werden, man ist mit Bus und Bahn unterwegs. Die Fahrtkosten bereiten oft Probleme, manchmal geht man zu Fuß.

Das gesetzte Ziel des Vereins ist es, bald nicht mehr von der „Flüchtlings-Mannschaft“ zu sprechen sondern nur noch von DEN Mannschaften.

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