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Warum es in Schweden so wenige Verkehrstote gibt

Warum es in Schweden so wenige Verkehrstote gibt

Letztes Jahr starben in Schweden 264 Menschen bei Verkehrsunfällen, so wenige wie nie zuvor.

Auch wenn sich die Anzahl der Fahrzeuge und die Anzahl der gefahrenen Kilometer seit 1970 verdoppelten, so fiel die Anzahl der Verkehrstoten in diesem Zeitraum um vier Fünftel. Nur jeder dritte von 100.000 Schweden stirbt bei einem Verkehrsunfall. 5,5 Personen sind es in der Europäischen Union, 11,4 in den USA und 40 in der Dominikanischen Republik, neben Thailand wegen der tödlichsten Straßen der Welt berüchtigt. Schweden dagegen hat die sichersten Straßen aller Länder. Andere Orte, wie beispielsweise New York City wollen diesen Erfolg kopieren. Wie hat Schweden das geschafft?

Nach 1970 gelang es reichen Ländern, die Anzahl der Verkehrsunfälle zu senken. (Bei armen Ländern ist es genau umgekehrt, weil immer mehr Bürger mit dem Auto fahren.) 1997 verabschiedete das schwedische Parlament das Gesetz „Vision Zero“, mit dem Versprechen, Verkehrstote und auch Verletzte auf „null“ zu bringen.
Wir akzeptieren einfach keine Toten und Verletzten auf unseren Straßen“, sagt Hans Berg von der nationalen Verkehrsbehörde. „Schweden glauben und beweisen es nun, dass sie gleichzeitig mobil und sicher sein können.

Planung hat den größten Anteil an der Senkung von Verkehrsunfällen. Beim Bau von Schwedens Straßen hat Sicherheit äußerste Priorität und ist wichtiger als Geschwindigkeit und Bequemlichkeit. Geschwindigkeitsbeschränkungen in Wohngebieten, Fußgängerzonen und Barrieren, die Autos von Motorrädern und entgegenkommenden Fahrzeugen trennen, haben geholfen. Der Bau von dreispurigen Landstraßen, in denen die Mittelspur abwechselnd für Überholmanöver vorgesehen ist, soll in den ersten zehn Jahren von „Vision Zero“ 145 Menschenleben gerettet haben.
Hinzu kommen 12.600 sicherere Übergänge für Fußgänger wie Fußgängerbrücken und Zebrastreifen, auf die nicht nur mit Blinklichtern hingewiesen wird, sondern vor denen sich auch Bodenschwellen befinden. In den letzten fünf Jahren sollen sich aus diesen Gründen die Verkehrstoten unter den Fußgängern halbiert haben.

Eine strikte Durchsetzung von Vorschriften ist ein weiterer Punkt. Weniger als 0,25 Prozent der getesteten Autofahrer haben mehr getrunken als erlaubt. Die Anzahl der bei Verkehrsunfällen gestorbenen Kinder unter sieben Jahren ging ebenfalls stark zurück: 2012 starb ein Kind, 1970 waren es noch 58 Kinder.
Werden die Schweden ihr „Null“-Ziel erreichen? Verkehrsexperten sind sich einig, dass das tatsächlich möglich wäre. Nachdem sich die Anzahl der Verkehrstoten seit 2000 halbierte, sind sie der Meinung, auf dem richtigen Weg zu sein.

Der nächste Schritt wäre, menschliches Versagen zu reduzieren oder in Autos ein Atemtestgerät einzubauen, das den Alkoholspiegel der Fahrer überprüft. Sicherheitssysteme, die bei zu schnellem Fahren warnen, ähnlich dem Alarm, der anschlägt, wenn man nicht angeschnallt ist, hilft ebenso.

Schließlich wird es wohl Autos geben, die ohne Fahrer auskommen. Das mag noch wie Science Fiction klingen, aber Volvo plant für 2017 in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsministerium ein Pilotprojekt. Ohne Fahrer mit unzuverlässiger Fahrtüchtigkeit könnten Autos irgendwann das sicherste Verkehrsmittel werden.

Beitragsquelle : http://www.economist.com/blogs/economist-explains/2014/02/economist-explains-16

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