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Von Gastarbeitern zu Arbeitern aus Nachbarländern

Von Gastarbeitern zu Arbeitern aus Nachbarländern

Es herrschte Chaos und Verwirrung, als Millionen von Migranten aus Nachbarländern, hauptsächlich aus Burma, und deren Arbeitgebern weitaus höhere Strafen angedroht wurden.
Am 23. Juni wurde das neue Dekret erlassen, bei illegaler Anstellung von Migranten drohten Geldstrafen zwischen 400.000 und 800.000 Baht. Inzwischen wurde das Sonderdekret Gesetz.
Erst als ein Exodus von Zehntausenden begann, die die härteren Strafen fürchteten, sowie nach Berichten von Erpressung durch korrupte thailändische Beamte, und Industriezweige wie das Baugewerbe und die Fisch verarbeitende Industrie über Arbeitskräftemangel klagten, machte die Regierung eine Kehrtwende.

Regierungschef General Prayuth Chan-ocha benutzte Artikel 44 der Übergangsverfassung, um einige Paragraphen des Migrantenarbeitsgesetzes bis Ende des Jahres auszusetzen. Diese zurzeit nicht gültigen Paragraphen waren der Auslöser für den Exodus gewesen.
Die Wirtschaft nahm dennoch Schaden, weil Arbeitgeber Schwierigkeiten haben, Arbeitnehmer zu finden, die die ersetzen, die in die Heimat zurückgegangen sind. Ein klassischer Fall in einer Autokratie, wenn Stimmen von Kritikern kaum gehört werden.
Die Kehrtwende sieht aus, als ob sie mehr aus Sorge für die Unternehmen und die Wirtschaft erfolgte als aus Mitleid für die Arbeitsmigranten aus Burma, Kambodscha oder Laos.

Seit den letzten zwei Jahrzehnten haben die Arbeiter aus diesen Ländern kaum eine Stimme, sie haben wenig oder keine Rechte und werden nicht integriert.
So rief beispielsweise die amerikanische Menschenrechtsorganisation Fortify Rights mit einem Büro in Bangkok in einem Statement eine große Fabrik auf, ihre Strafanzeige gegen 14 Migrantenarbeiter aus Burma zurückzunehmen. Die Burmesen werfen ihrem Arbeitgeber vor, dass sie auf einer Geflügelfarm in Lopburi weniger als den gesetzlichen Mindestlohn verdienten, dass Überstunden überhaupt nicht bezahlt wurden und dass ihre Papiere inklusive Pässe konfisziert wurden. Nachts mussten sie mit den Hühnern im Stall schlafen.
Das Unternehmen reagierte und warf den Arbeitern, die sich bei der thailändischen Menschenrechtskommission beschwert hatten, vor, dass sie Falschaussagen machten, um Personen in Misskredit zu bringen, der Öffentlichkeit zu schaden und den Ruf der Firma schädigen. Hierbei greift das umstrittene Verleumdungsgesetz. In Thailand ist Verleumdung ein Straftatbestand und kann mit bis zu eineinhalb Jahren Gefängnis bestraft werden.
Da Migrantenarbeiter in Thailand kein Recht haben, eine Gewerkschaft zu gründen, und es zweifellos nicht einfach ist, im Ausland zu leben, muss man sich schon wundern, weshalb die 14 Burmesen falsche Tatsachenbehauptungen aufstellten.
Amy Smith von Fortify Rights sagte: „Migrantenarbeiter haben das Recht auf Schutz am Arbeitsplatz, und es sollte ihnen möglich sein darauf hinzuweisen, wenn dieser Schutz nicht eingehalten wird. Verleumdung sollte niemals kriminalisiert werden.
Als ob es für schlecht bezahlte Arbeiter aus Nachbarländern in Thailand nicht schon schwer genug wäre, wird ihnen auch noch mit Ausländerfeindlichkeit begegnet. Auch in Kolumnen großer thailändischer Zeitungen. „Thai-Rath“-Kolumnist Kampanyok beschrieb in der Kolumne „Eiserne Faust“ ein Phantasie-Szenario von geschätzten drei Millionen Arbeitsmigranten aus Burma.
Die Phantasie formulierte er folgendermaßen: „Stellen Sie sich (…) vor, dass Thailand eines Tages gegen Burma Krieg führt. Dann könnten wir ganz schnell von diesen burmesischen Arbeitern als Geiseln genommen werden, die die Häuser von Offizieren, Polizeibeamten und Ministern infiltrieren.
Das ist die Mentalität einiger Thais. Der Kolumnist sagte, dass Thailand diese Arbeiter bereits begrüßt habe, weil es die Kosten ihrer Krankenversorgung und die der Ausbildung ihrer Kinder übernimmt.
So kann man das auch sehen. Man kann es aber auch anders sehen, denn die Migrantenarbeiter haben erheblich zum Wachstum der thailändischen Wirtschaft beigetragen, und das gilt nicht nur für den Industriesektor. Sie arbeiten auch als Kellner, Haushaltshilfen und – ob man es mag oder nicht – Sexarbeiterinnen.

In der thailändischen Umgangssprache werden diese Arbeiter häufig als ausländische Arbeiter bezeichnet, während die Arbeitnehmer aus dem Westen oder aus Japan, China und Korea in der Regel als Expats betitelt werden, niemals aber als Ausländerarbeiter. Das trotz der Tatsache, dass sich die offizielle Terminologie auf alle ausländischen Arbeitnehmer in Thailand bezieht.
Das Wort Ausländerarbeiter sollte aus der thailändischen Umgangssprache verschwinden, stattdessen sollte lieber von Migrantenarbeitern aus Nachbarländern gesprochen werden. Zwar gibt es nach wie vor die offizielle Terminologie, aber man kann schon etwas ändern, wenn man selbst in täglichen Gesprächen andere Wörter benutzt.

Nicht nur der Staat und die Privatwirtschaft stellen eine Herausforderung dar, was eine humanere Behandlung von Migrantenarbeitern betrifft, sondern auch Thais, die gut oder nicht ganz so gut gebildet sind, die sonst auf die Idee kommen könnten, sie seien die besten und spendabelsten Menschen der Welt.
Das Mekong Migration Network, eine NGO, die in der Region arbeitet und in Chiang Mai und Hongkong beheimatet ist, zitierte in einem Artikel Ei Dhan Dar, 28, aus Burma. Sie arbeitet seit zwölf Jahren in Thailand und beschwert sich über die steigenden Kosten für die Arbeitserlaubnis – das sind inzwischen 10.000 Baht, aber sie verdient nur 300 Baht pro Tag.
Da ich seit langer Zeit in diesem Land lebe, habe ich das Gefühl, mit Thailand verbunden zu sein und hoffte immer, dass ich eines Tages komfortabel in diesem Land leben kann, aber jetzt bin ich nicht sicher, ob sich dieser Traum erfüllt.

Beitragsquelle : http://www.khaosodenglish.com/opinion/2017/07/15/alien-workers-workers-neighboring-countries/

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