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Vom Tempel in den Knast

Vom Tempel in den Knast

Trotz enger Verbindungen zur Militärregierung ist der demokratiefeindliche Mönch und Hardliner Phra Buddha Issara verhaftet worden. Vorgeworfen wird ihm die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Erpressung und Fälschung von königlichen Wappen. Die Festnahme führte zu der Frage, ob die Militärregierung die thailändische Politik noch unter Kontrolle hat.

In den frühen Morgenstunden des 24. Mai stürmten Polizisten einer Sondereinheit Wat Onoi in Nakhon Pathom und verhafteten Phra Buddha Issara, bürgerlicher Name Suwit Thongprasert.

Die ersten beiden Vorwürfe, nämlich der Bildung einer kriminellen Vereinigung und der Erpessung, stützen sich auf seine Führungsrolle in der Anti-Wahl- und Anti-Yingluck-Shinawatra-Gruppierung Volksdemokratisches Reformkomitee (PDRC), das 2014 in Bangkok demonstrierte, um Wahlen zu verhindern, Yingluck zu stürzen und einen Militärputsch zu provozieren. Das PDRC war auf allen Ebenen erfolgreich: Die Wahlen wurden für ungültig erklärt, Premierministerin Yingluck ihres Amtes enthoben, und das Militär putschte.

Der dritte Vorwurf in Bezug auf die Fälschung königlicher Wappen geht auf das Jahr 2009 zurück. Suwit soll Amulette mit königlichen Wappen verkauft haben, ohne hierfür die Erlaubnis durch den Palast erhalten zu haben.
Suwit wurde bei der Verhaftung an Ort und Stelle exkommuniziert und kam in Untersuchungshaft. Kaution wurde ihm verwehrt, weil seine Verbrechen als „ernst“ eingestuft werden.

Suwit ist einer der radikalsten und brutalsten PDRC-Führer. Der führte den Protest zum Verwaltungskomplex Chaeng Watthana an, wo seine Leute zwei Polizisten zusammenschlugen und ihnen Geld und Telefone stahlen.
Der brutalste Übergriff ereignete sich am 1. Februar 2014, als Suwit mit seinen Leuten in ein Büro der Wahlkommission eindrang und Wahlurnen stahl, um die Wahlen am nächsten Tag zu verhindern.

Hier wurden Suwit und seine Leute von Rothemden konfrontiert. Einer von Suwits Wachmännern schoss daraufhin mit einem automatischen Gewehr auf die Rothemden. Eine Person starb, drei wurden verletzt. Suwit gab zu, dass der Schütze einer seiner Leute war und versprach ihm finanzielle Hilfe, damit der sich vor Gericht gut verteidigen konnte.

Trotz dieser Gewalttaten hatte Suwit Anhänger unter Politikern, Universitätsdozenten und Soldaten. Dazu gehörte auch das Triumvirat der jetzigen thailändischen Generalsregierung Prayuth Chan-ocha, Prawit Wongsuwan und Anupong Paochinda. Die drei Generäle dementierten später, dass sie etwas mit Suwit zu tun hätten. Der jedoch musste sich für seine Verbrechen nie verantworten und konnte sich in Sicherheit wiegen. Bis zum 24. Mai.

Die Verhaftung verlief recht brutal. Es existiert ein Video, das diese zeigt. Die Leute fragen sich: Warum haben die Generäle das nicht verhindert?

Premierminister General Prayuth entschuldigte sich nach der Verhaftung, sein Vize General Prawit sagte, er sei über die Razzia nicht informiert gewesen – dabei ist er doch der für die Sicherheit im Land zuständige Vizepremierminister. Der dritte im Bunde ist General Anupong, der als Innenminister eigentlich auch hätte informiert sein müssen.

Da das Militär mit der ganzen Sache nichts zu tun haben will, geht der Ball jetzt an Polizeichef Chakthip Chaijinda weiter. Je nachdem, welche Fraktion sich durchsetzt, ist nicht ausgeschlossen, dass sein Kopf rollen wird, wenn sich plötzlich alles als ein „Versehen“ herausstellt.

Oder die Militärregierung ist tatsächlich angeschlagen. Dann hätte sie die thailändische Politik nicht mehr unter ihrer Kontrolle. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Angelegenheit weiter entwickelt.

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