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Viel Charme für viel Geld

Viel Charme für viel Geld

Bangkok ist zweifellos eine Stadt mit viel Charme. Das Leben im Big Mango wird für Leute mit durchschnittlichen Gehältern jedoch immer schwieriger.

In den letzten zehn Jahren stiegen die Preise für Eigenheime und Eigentumswohnungen immer weiter an, während die Einkommen der Bürger im Vergleich nur um etwa die Hälfte stiegen.

Das zwang Bangkoker dazu, sich in Vororten niederzulassen. Doch es ist ein tägliches Abenteuer, in die Stadt zu gelangen, wenn man gezwungen ist, weit weg von Schienenstrecken zu wohnen.

Die täglichen Ausgaben sind astronomisch, während Büros, Schulen und Freizeiteinrichtungen schwer zu erreichen sind, sagte Kanis Saengchote, Dozent an der Chulalongkorn Universität, Fachbereich Betriebswirtschaft, in einem Seminar.

Bangkok ist eine exklusive Stadt, in der die wachsende Ungleichheit zu einem größer werdenden Ungleichgewicht der Lebensbedingungen führt“, sagte er und verwies auf die alarmierende Realität.

Die meisten Bangkoker Einwohner können nicht die Vorteile, die die Stadt bietet, nutzen. Die sehr unterschiedliche, teils unfreundliche Metropole in eine „inklusive“ Stadt zu verwandeln, sei die Herausforderung in diesem Jahrhundert, sagte Niramon Kulsrisombat, Direktorin des Stadtentwicklungszentrums (UDDC).

Zu einer Zeit, in der die Hälfte der Weltbevölkerung in urbanen Gebieten lebt, sei es wichtig, fairen und gleichwertigen Zugang zu den Ressourcen einer Stadt zu gewähren und sicherzustellen, dass jeder von diesen Forschritten profitiere, sagte sie.

Im Wege der Ausstellung „Großes Paris – Großes Bangkok“, die kürzlich in Bangkok zu sehen war, hob das UDDC an den Beispielen der beiden Großstädte hervor, wie wichtig es ist, heruntergekommene Viertel zu renovieren, die Verbindungen zu verbessern und bestehende Gräben zu überbrücken.

Bangkok wird in den nächsten Jahren strukturellen Herausforderungen gegenüberstehen. Vor dem 250. Geburtstag, den die Stadt 2032 feiert, beginnt die Bangkoker Stadtverwaltung (BMA) mit der Kampagne „Bangkok 250“. Im Zentrum dieses Plans steht ein ausgebautes öffentliches Nahverkehrssystem, das die meisten Viertel der Innenstadt mit den Vororten verbinden soll.

Das wird den Leuten wirklich dabei helfen, Teil der Stadt zu werden“, sagte BMA-Beraterin Duentemduang Na Chiang Mai. Viele Einwohner werden vom jetzigen Verkehrssystem ausgeschlossen, und die Leute, die außerhalb wohnen, müssen täglich Geld und Zeit aufwenden, um in und durch die Stadt zu fahren. „Das ist für die eigenen Ressourcen kostspielig, aber es kommt nicht viel dabei heraus“, sagte sie.

Die Antwort der Stadt ist eine Investition von 1.000 Milliarden Baht in zwölf U-Bahnstrecken, die 300 Kilometer lang werden und 216 Bahnhöfe haben sollen. Sie sagte, dass sich kurz nach dem Bau sehr schnell Geschäfts- und Entwicklungsmöglichkeiten entlang der Strecken ergeben werden.

Die Innenstadt und die Nachbarschaft sollen renoviert werden, es werden Bürgersteige gebaut, und die BMA hat vor, den urbanen Platz effizient zu nutzen. So sollen bis 2032 mehr Wohnhäuser mit 200.000 Wohnungen entstehen, es sollen Arbeitsplätze geschaffen und die Anzahl der Parkanlagen verdoppelt werden.

Bangkok hat den Ruf eines Asphaltdschungels, was leider nur zu wahr ist. Die wenigen Parkanlagen betragen auf die Bürger umgerechnet nur 3,3 Quadratmeter pro Einwohner. Das sei schade, da Parks für Städte doch so wichtig seien, sagte Betriebswirt Kanis.

Die Stadt sei eine Plattform, auf der sich ganz unterschiedliche Menschen treffen können. Sie haben eine andere Herkunft, sind unterschiedlich alt, sprechen verschiedene Sprachen und haben andere Hintergründe. Öffentliche Plätze könnten zur gesellschaftlichen Interaktion beitragen und bei den einzelnen Bürgern zu mehr Verständnis für die jeweils andere Gruppe führen.

Wenn man einen öffentlichen Ort aufsucht, sei das gleichbedeutend mit dem Verlassen der eigenen sozialen Blase. „Wenn wir nur mit Leuten zu tun haben, die so sind wie wir selbst, dann werden wir wenig Geduld mit denen haben, die anders sind“, sagte Stadtentwicklerin Niramon.

Sie wäre dafür, wenn die Ufer des Chao Phraya River zu öffentlichen Orten werden. Das sei nicht nur attraktiv, die Flussufer seien auch hervorragende Treffpunkte für die Einwohner.

In Bangkok sieht es leider anders aus als in Paris mit den wunderschönen Seine-Ufern, weil nur 3,3 Kilometer oder 14 Prozent der Grundstücke am Ufer in öffentlicher Hand sind. Der Rest ist in Privatbesitz.

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