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Verschuldete Arbeiter

Verschuldete Arbeiter

Thailändische Arbeiter klagen über eine immer höhere Schuldenlast, weil die Wirtschaftsleistung des Landes zu wünschen übrig lässt und die Einkommen nicht mehr die Ausgaben für Lebenshaltungskosten abdecken. Laut einer Umfrage wenden sich daher viele Arbeiter an Kredithaie.

Die Universität der thailändischen Handelskammer  befragte 1.212 Arbeiter, von denen knapp 96 Prozent angaben, verschuldet zu sein. Hauptsächlich liege das an täglichen Ausgaben, Kosten für ein Fahrzeug oder an einem Immobilienkauf.

Die Handelskammer konzentrierte sich bei ihrer Umfrage auf Arbeiter, die weniger als 15.000 Baht pro Monat verdienen. (Der Mindestlohn beträgt täglich 300 Baht. Man käme dann auf 9.000 Baht, wenn man jeden Tag arbeitet, denn freie Tage wie beispielsweise ein Sonntag werden nicht bezahlt.)

Die durchschnittliche Schuldenlast der Haushalte beträgt laut Umfrage fast 120.000 Baht, der höchste Stand seit acht Jahren. Letztes Jahr waren es knapp 118.000 Baht, 2009 gut 87.000 Baht.

Für die Studie verantwortlich zeigt sich Thanavath Phonvichai, der sagte, dass die Anzahl der Leute steigt, die ihre Schulden nicht mehr bedienen können. Daher nähmen sie neue Kredite auf, um alte zu begleichen.

Besorgniserregend findet er die hohe Anzahl „unorganisierter Schulden“, damit meinte er das Leihen von Geld bei Kredithaien. Er forderte die Regierung auf, die Gehälter von Arbeitern zu erhöhen und etwas gegen die unorganisierten Schulden zu unternehmen. Weiterhin empfahl er, den Mindestlohn zu erhöhen, damit die Leute, die davon leben müssen, auch ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Er rechnete aus, dass man mindestens 356 Baht pro Tag verdienen müsse, um über die Runden zu kommen.

Wie es um die konjunkturelle Lage bestellt ist, erklärte Umesh Pandey in einem Kommentar in der Bangkok Post. Er sieht trotz wieder steigender Exporte keinen Grund zur Entwarnung und merkt an, dass nicht nur die einfachen Menschen von der schlechten Wirtschaftslage betroffen sind, sondern diese inzwischen auch die großen Unternehmen einholt.

Im Februar und im März stiegen die Exporte wieder an. Im März waren es 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und im Februar sogar 10,3 Prozent. Es lohnt sich aber, sich die Zahlen näher anzusehen. Die positiven Zahlen im Februar lagen hauptsächlich an Goldexporten, die um über 1.000 Prozent zunahmen, außerdem stieg der Goldpreis im Vergleich zu Februar 2015 erheblich. Wenn man Gold und militärische Güter aus den Februarzahlen herausrechnet, bleibt ein Exportminus von 3,7 Prozent. Auch im März bescherte Gold positive Exportzahlen. Wegen des Mehrwerts im Vergleich zu März 2015 kam es zu einem Exportplus. Ohne Gold wären die Exporte im März um 1,1 Prozent zurückgegangen.

Im Anschluss geht Umesh Pandey auf die Privathaushaltsschulden ein, die etwa 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachen. Es ist bekannt, dass die hohen Schulden den Konsum vermindern, weil Kredite bezahlt werden müssen und das Geld nicht für Konsumgüter ausgegeben werden kann.

Er führt weiter aus, dass ihn die Veröffentlichung von Bankberichten über das erste Quartal des Jahres aufhorchen ließ.

Wenn man sich die Berichte genau ansieht, dann merkt man, dass es da einige merkwürdige Zahlen gibt. Dazu gehören die Rentabilität des Bankensektors und die notleidenden Darlehen, das heißt Kredite, die von Bankkunden nicht zurückgezahlt werden.

Auf der einen Seite gingen die Gewinne der Finanzinstitute im Land in den ersten drei Monates des Jahres durchschnittlich um fast zehn Prozent im Vergleich zu Januar bis März 2015 zurück. Gleichzeitig, und das macht die Sache schlimmer, stieg die Anzahl der notleidenden Kredite im Jahresvergleich um 18,5 Prozent an und im Vergleich zum vierten Quartal letzten Jahres um 5,6 Prozent.

Die Steigerung mag keine Überraschung sein, wenn man an die vorerwähnten Privathaushaltsschulden und fallende Preise für Landwirtschaftsprodukte und das Streichen von Subventionen für diese denkt.

Aber es geht nicht nur Arbeiter oder Farmer, kleine und mittelständische Betriebe, sondern inzwischen auch um große Unternehmen, die betroffen sind. In anderen Worten: Es gibt eine Anzahl großer Firmen, die ihre Kredite nicht mehr bedienen können, daher ist die Krise inzwischen ganz oben angekommen.

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