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Verdrehte Fremdwörter

Verdrehte Fremdwörter

In der englischen Sprache finden sich mehrere deutsche Fremdwörter. Am bekanntesten sind wohl „Kindergarten“ und „Wunderkind“, vielleicht auch „Angst“ und „Wanderlust“ und ganz sicher „Blitz“ im Sinne von „Blitzkrieg“.

Während die deutschen Wörter im Englischen genau das bedeuten, was sie auch im Deutschen bezeichnen, so ist es umgekehrt ganz anders.

Deutsche übernehmen die Lehnwörter aus der englischen Sprache und verdrehen ihren Sinn in einer Weise, dass kein englischer Muttersprachler mehr versteht, worüber gesprochen wird. Das bekannteste Beispiel dürfte „Handy“ sein. Das Mobiltelefon (auf Englisch „mobile phone“ und auf amerikanisch „cell phone“) ist im Englischen keinesfalls ein Handy, denn „handy“ bedeutet „handlich“.

Es gibt weitere Wörter, von denen allerdings die wenigsten Deutschen wissen, was sie ursprünglich bedeuten.

Bodybag

Was für Engländer ein Sack ist, in den man eine Leiche steckt, ist für Deutsche etwas völlig anderes. Ein Bodybag ist in Deutschland kein Behältnis, in dem man eine Leiche unterbringt, sondern nichts anderes als ein Rucksack.

Public Viewing

Um bei den Toten zu bleiben: Wenn die Oma in der englischsprechenden Welt stirbt und bei der Totenfeier aufgebahrt wird, damit sich die Familie verabschieden kann, dann ist das Public Viewing. Doch in Deutschland ist Public Viewing mit Spaß verbunden, denn hier geht es um Großveranstaltungen bei Sport oder anderen Ereignissen.

Shitstorm

Das ist eines der englischen Wörter, die im Deutschen genau dasselbe bedeuten wie im Englischen. Aber Vorsicht: Es ist ein Slangwort, das man vielleicht in der Gegenwart von Freunden benutzen kann, sicherlich ist es aber nicht dafür geeignet, es in Zeitungen und Magazinen – zuletzt war es sogar im „Spiegel“ zu lesen, abgedruckt zu werden. Shit ist nämlich ein sogenanntes „Four-Letter-Word“, das man lieber nicht in den Mund nehmen sollte, und das auch in Zeitungen nichts zu suchen hat.

Streetworker

Wenn im Englischen jemand „Streetwork“ erledigt, dann hat das sicherlich mit sozialer Interaktion zu tun, sicherlich aber nicht im Sinne der deutschen Sprache. Man sollte auch nicht auf die Idee kommen, dass ein Streetworker jemand ist, der im Auftrag des Tiefbauamtes Straßenreparaturen durchführt.

Während im Englischen mit Streetworker Straßenprostituierte bezeichnet werden,  sind im deutschen Sprachschatz damit Sozialarbeiter gemeint, die Leuten auf der Straße, wie Obdachlosen oder Drogenabhängigen und jugendlichen Bandenmitgliedern helfen.

Castingshow

Dieser Anglizismus ist im Grunde sinnvoll, wird bei Engländern aber dennoch Kopfkratzen auslösen. Die „Castingshow“ in Deutschland ist in England nämlich eine „Talentshow“, die Engländer und Amerikaner eher als „Reality Show“ bezeichnen würden. Doch was würde es für einen Sinn haben, die Deutschen hier korrigieren zu wollen?

Smoking

Verdrehte Fremdwörter
Verdrehte Fremdwörter

Die deutsche Sprache ist für ihre exzessiv langen Wörter berüchtigt, doch manchmal übernehmen die Deutschen kurze englische Wörter und bezeichnen damit etwas, was für englische Muttersprachler überhaupt keinen Sinn ergibt.

Ein gutes Beispiel hierfür ist das deutsche Wort „Smoking“, das keinesfalls Rauchen bedeutet, sondern eine formale Bekleidung, die zum Abendessen getragen wird. Im Englischen gibt es den Begriff „smoking jacket“, der sich auf Jacketts bezieht, die früher eigens zum Tabakkonsum angelegt wurden. Diese waren meist aus Samt oder Seide hergestellt. Möglicherweise ist „Smoking“ eine Verballhornung dieses Begriffs.

Beamer

Wenn ein Deutscher seinem englischen oder amerikanischen Freund von seinem neuen Beamer vorschwärmt, dann sollte man sich nicht auf ein Fahrzeug freuen, denn es handelt sich keinesfalls um einen brandneuen BMW.

Im Deutschen bedeutet das Wort „Projektor“, und ist vom englischen Wort „beam“ wie in „Lichtstrahl“ übernommen. Mit einem BMW hat es also gar nichts zu tun, und wenn man den neuen Beamer sehen will, bringt man besser Popcorn mit, anstatt sich auf eine kleine Spitztour auf der Autobahn einzustellen.

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