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Unzuverlässiges Online-Banking

Unzuverlässiges Online-Banking

In diesem Jahr brach am 31. August schon zum zweiten Mal wie aus heiterem Himmel das Überweisungssystem der Banken zusammen. Und wieder sagen diese, dass so etwas nicht noch einmal vorkommen wird.

Am 31. Dezember hatten die Programmierer des Bankensystems den Geldautomaten vergessen zu sagen, dass sich um Mitternacht die Jahreszahl ändert. Da brach das gesamte System zusammen und es passierte das, was beim Wechsel von 1999 auf 2000 befürchtet worden war. Der Y2K-Crash ereignete sich in Thailand mit genau 18 Jahren Verspätung.

Dann wieder ein Systemzusammenbruch. Überdurchschnittlich viele Leute gingen am 31. August zum Geldautomaten oder zahlten mit PromptPay. Das System schaffte das wegen „zu vieler Kunden“ nicht und verabschiedete sich, weil es zu viele bargeldlose Überweisungen mit dem von der Regierung geförderten PromptPay gab.

Hatten doch erst vor rund einem Jahr unzählige Experten gewarnt, dass die Banken die Software umschreiben müssten, weil es zu viele rechtliche und technische Probleme gebe. Diese Forderungen kamen genau einen Tag nachdem Finanzminister Apisak Tantivorawong die Sicherheit von PromptPay lobte. Es dauerte dann noch ein Jahr, nämlich bis Juni 2017, bevor die Banken sagen konnten, dass das Überweisungssystem PromptPay „ein großer Erfolg“ sei.

Sechs Monate später, Silvester 2017, konnte niemand 15 Stunden lang das PromptPay-App benutzen. Ausgerechnet in der Urlaubszeit mit vielen Überweisungen. Vier Tage später erklärte der thailändische Bankenverband, es sei nicht der Fehler der Banken gewesen. Dennoch werde man die etwa 20.000 betroffenen Kunden entschädigen, indem man ihnen für alternative Zahlungsmethoden keine Gebühren berechne.

Zukünftig wird es solche Probleme nicht mehr geben“, sagte der Präsident des thailändischen Bankenverbandes, Pridi Daochai, von der Kasikorn Bank.

Pridi und die Kasikorn Bank waren schon immer ganz vorne dabei, wenn es um das Konzept der Überweisungen in Thailand via Smartphones ging. Pridi war auch führend, was die Unterstützung von PromptPay betrifft. Als die Kasikorn Bank im August 2016 PrompPay Online einführte, registrierte Pridi höchstpersönlich Premierminister General Prayuth Chan-ocha für das System. Zu dieser Zeit dachte der General verständlicherweise, PrompPay sei ein Symbol für Thailand 4.0 und seine digitalen Projekte.

Da grenzt es schon an Ironie, als PromptPay und andere Überweisdungssysteme wieder einmal offline gingen und die Kasikorn Bank sogar das gesamte Bankensystem inklusive Geldautomaten vom Netz nehmen musste. Alle elektronischen Geldüberweisungen, Abhebungen und sonstigen Zahlungsdienstleistungen brachen zusammen und funktionierten nicht mehr.

Wenn es jemandem trotzdem gelang, mit dem Smartphone oder am Geldautomaten eine Verbindung zur Bank herzustellen, erhielt er die Mitteilung, dass zu viele Kunden gleichzeitig im System eingeloggt sind. Diese automatische Nachricht ist im System eingebettet, und zunächst war nicht klar, ob das auch tatsächlich die Ursache war. Die Banken zeigten jedenfalls überhaupt keine Eile, die Kundschaft und die Öffentlichkeit darüber zu informieren, was dieses Mal das Problem war. Der Systemabsturz wurde schlicht „Störung“ genannt.

Das Problem trat weniger als zwei Wochen nach der Ankündigung des Nationalen e-Zahlungs-Komitees auf, die Höhe der mit PromptPay möglichen Überweisungen zunächst auf 700.000 Baht und später auf zwei Millionen Baht zu erhöhen. Ein Signal, dass PromptPay ein großer Erfolg ist.

Offenbar ein störanfälliger großer Erfolg. Es ist schon traurig, wenn ein Bankensystem zusammenbricht, nur weil der letzte Tag des Monats ein Freitag ist und viele Leute Geld abheben oder überweisen wollen. In den Tagen vor dem Computerzeitalter bereiteten sich Banken darauf vor, indem sie größere Bargeldreserven in den Filialen hatten und mehr Bankangestellte an die Schalter beorderten, damit es nicht zu lange Wartezeiten für die Kunden gab. Im Computerzeitalter scheint das alles in Vergessenheit geraten zu sein.

Bei dem zweiten Systemcrash innerhalb von acht Monaten handelt es sich demnach keineswegs um eine Störung, das genaue Gegenteil ist der Fall. Hier hat sich offenbart, wie schlecht geplant wurde, wie schlecht Banken auf Eventualitäten vorbereitet sind. Die Banken mussten sehr viel Vertrauensverlust hinnehmen, denn das System hatten sie zuvor der Kundschaft als „revolutionär“ angepriesen.

Die Banken kündigten nach dem Systemzusammenbruch an, dass sie bis Ende des Jahres die Überweisungskapazitäten verdoppeln wollen.

Am 31. August wurden 4.000 Transaktionen pro Sekunde vorgenommen, und dann brach das System zusammen. Die Kapazität soll bis Ende des Jahres auf 10.000 und 2019 auf 50.000 Transaktionen pro Sekunde erhöht werden, damit es keinen Crash mehr gibt. Zumindest nicht deshalb, weil zu viele Transaktionen gleichzeitig vorgenommen werden.

Zu diesem Thema passt der Plan, dass schon in diesem Monat Bankgeschäfte auch in Filialen der Supermarktkette 7-Eleven abgewickelt werden können.

Die Kunden der Government Savings Bank (GSB) werden die ersten sein, die ab dem 31. Oktober in über 13.000 7-Eleven-Filialen Geld einzahlen und abheben können.

Bankvorstand Chatchai Payuhanaveechai sagte, die Kunden werden ein Smartphone-App benutzen, um die Transaktion zu autorisieren, die dann am Schalter des Supermarktes ausgeführt werden. Rund um die Uhr können hier bis zu 30.000 Baht eingezahlt und bis zu 5.000 Baht pro Transaktion oder 20.000 Baht pro Tag abgehoben werden. Diesen Service wird es alsbald wohl auch für andere Banken geben.

Die Kunden zahlen für jede Transaktion eine Gebühr von 15 Baht. Im ersten Jahr sind Transaktionen im 7-Eleven für Kunden im Alter bis 20 Jahren gebührenfrei.

Dass man im 7-Eleven auch Bankgeschäfte ausüben kann, führt zu der Überlegung, dass weitere Bankfilialen abgebaut werden. Chatchai sagte indes, diese Befürchtungen seien grundlos, man werde in naher Zukunft keine Filialen schließen.

Die Bank wird keine Filialen schließen, allerdings auch keine neuen eröffnen“, sagte er. „Die Zusammenarbeit unseres Bankservices mit 7-Eleven wird die Dinge für unsere Kunden auf dem Land bequemer machen.

Laut Chatchai gibt es rund 6.000 7-Eleven-Filialen außerhalb der Städte. Das ist etwa das Sechsfache der 1.070 Bankfilialen in ganz Thailand, die 20 Millionen Kunden bedienen.

Korsak Chairasmisak, Präsident von CP, einem der größten Firmenkonglomerate Thailands und Eigentümer von 7-Eleven, sagte, sein Unternehmen habe sich auf dieses Serviceangebot vorbereitet, weil immer mehr Banken ihre Filialen schließen.

Die Bank of Thailand änderte die Vorschriften, um es Supermärkten zu erlauben, Bankdienstleistungen anzubieten, weil sich eine Reihe von Banken verkleinern wird.

GSB-Chef Chatchai sagte, er hoffe, dass er in den nächsten zwei Jahren mit dieser Initiative zehn Millionen weitere Kunden hinzugewinnen kann.

Beitragsquelle : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1533578/unreliable-bank-apps

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