Header Banner
Header Banner
Header Banner
Header Banner

Unsere Heimat, unser Land: Gemeinsam sind wir stark

Unsere Heimat, unser Land: Gemeinsam sind wir stark
Beschädigte Brahma-Statue im Bangkoker Erawan-Schrein

In Boston gab es „Boston Strong“, in Paris gab es „Je suis Charlie“. So sehr wir uns wünschten, es nie zu haben, gibt es als Antwort auf den Bombenanschlag vom 17. August in Bangkok jetzt „Stronger Together“ und „Our Home, Our Country“, schreibt Kong Rithdee in der „Bangkok Post“.

Wenn uns Glückseligkeit nicht einen konnte, dann vielleicht eine Tragödie. Oder eine Tragödie sollte es. Und das ist bis zu einem gewissen Grad auch passiert. Das konnte aber nicht verhindern, dass es weiterhin Vorurteile und Anschuldigungen gibt, die bereits begannen, als sich der Rauch noch nicht gelichtet hatte und die Leichenteile noch nicht aufgesammelt waren. So lange die feigen Killer nicht gefasst sind, so lange werden uns die gegenseitigen Schuldzuweisungen begleiten.
Ausgenutzt wird das sowohl durch die neue als auch die alte Machtclique, und der einzige Weg, das zu beenden ist, die wahren Schuldigen zu finden. Wenn das nicht gelingt, wird das nur unseren Zustand der Fehlfunktion, sowohl moralischer als auch juristischer Natur, bestätigen. So viel ist klar.

Die Explosion an der Kreuzung Ratchaprasong war der schlimmste Angriff auf Bangkok seit Menschengedenken, und dennoch war er nicht der Schlimmste, insbesondere wenn man an die Phrase „Our Home, Our Country“ denkt. Im Süden ist in den letzten zehn Jahren Schlimmeres passiert. Das ist auch klar, wenn es auch häufig vergessen wird, und ein Anruf bei einem Freund vergegenwärtigte mir, dass es dort nie einen Slogan gab, der die Leute dazu aufforderte, gemeinsam stark zu sein, wenn eine Bombe in Yala oder Pattani explodierte.

Es ist nicht lange her, da wurden bei einem Bombenanschlag im Süden ein Mönch, ein Soldat und ein Zivilist getötet, viele Menschen wurden verletzt. Und nachdem die ganze Nation diese Meldung schockiert aufnahm, verschwand sie schnell im Nebel, nachdem ein anderer Vorfall geschah. Im Juni explodierten in der Region eine Auto- und eine Motorradbombe, mindestens zwei Brandstiftungen gab es und zwei weitere Bombenattentate. Im Juni starben 15 Menschen, im Mai waren es 29. Alle Opfer waren Thai.
Es tut mir weh, wenn ich so tief sinke und die Anzahl von Toten anführe, denn der Tod ist nicht nur eine Statistik. Aber wenn wir einmal genau über die Anzahl von Todesfällen nachdenken, dann starben bei den Massakern in Krue Se und Tak Bai mehr Menschen als in Bangkok. Ganz abgesehen davon, dass im Süden innerhalb von fast zwölf Jahren über 6.400 Menschen bei Anschlägen ums Leben kamen.

Was am Erawan-Schein passierte, war eine Tragödie. Was sonst in „unserem Land“ passiert, könnte als entfernt, abgekoppelt, sogar als nicht greifbar bezeichnet werden, aber es ist nicht weniger tragisch. Es ist sogar Alltag für Leute, die geschult wurden, nach verdächtigen Paketen auf Bürgersteigen Ausschau zu halten – lange bevor wir in der Hauptstadt nach dem Anschlag damit begonnen haben und uns jetzt schon darüber beschweren. Die Bangkoker Bombe war sicherlich laut, aber war sie lauter als die anderen?

Our Home, Our Country“: Würde dieses Motto in den dornigen Süden passen, der von Zweifeln geplagt wird, wo „Heimat“ und „Land“ eine tiefere Dimension haben? „Stronger Together“ ist allgemein wirksam und militaristisch, was bedeutet, es würde nicht im Süden funktionieren, wo die Militärpräsenz sicherlich Teil des Problems ist.

Würde ein „Je suis Pattani“ (Ich bin Pattani) für schicke Bangkoker akzeptierbar sein, jetzt da wir in der Hauptstadt wissen, wie eine Bombe einen bis in den Kern erschüttern kann, von 100 Bomben ganz zu schweigen? Unsere Erinnerung an Gewalt ist aus Angst und wegen unserer Vorurteile selektiv, verstopft und vernebelt, und ein oder zwei Slogans sind manchmal nicht genug, nach dem bitteren Nachgeschmack der Grausamkeit für Solidarität zu sorgen.

Die Mottos sind sicherlich gut für das T-Shirt-Geschäft an der Nana oder Silom. Sie heben die Stimmung und sie fangen den menschlichen Instinkt ein, vorwärts zu gehen und den thailändischen Instinkt, zu vergessen. Die Slogans sind Werbung, das heißt, sie sind leer oder teilweise leer, während sie unsere unterschiedlichen Schichten der Unzufriedenheit in die Vergessenheit drängen.

Sie sind zugegebenermaßen nötig, aber durch einen semantischen Trick sind sie gleichzeitig eine Maske. Das ist der Grund, weshalb Slogans an Orten kaum funktionieren, an denen die Leute nicht das Glück haben, vergessen zu können – wie im Süden, wo es so viele Fälle, so viele Akte der Barbarei und Ungerechtigkeit gibt.

Boston Strong“, denn Boston verhaftete und verurteilte den Bombenleger.
Paris jagte die Charlie-Hebdo-Mörder, die von Sicherheitskräften erschossen wurden.
Ich bin nicht für Auge um Auge. Es ist nur so, dass Slogans sich selbst bestätigen müssen, um überhaupt etwas, irgendetwas, zu bedeuten und zu beweisen, dass es sich nicht nur um leere Symbole handelt. Slogans sind erhebend, aber bringen nichts zu Ende, und je länger wir an Werbung kleben, umso schwieriger wird es, die Realität zu überdecken.

Findet die Mörder und hört mit den Schuldzuweisungen auf, anderenfalls wird uns „Stronger Together“ nur schwächer machen.

Beitragsquelle : http://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/664976/violence-in-south-is-no-less-tragic

Ähnliche Beiträge