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Überarbeitet und unglücklich

Überarbeitet und unglücklich

Ärzte und Krankenschwestern in thailändischen Krankenhäusern sind chronisch überarbeitet, stellte der Medizinische Dienst fest, der zurzeit die Ergebnisse einer Studie untersucht. Demnach arbeiten über 60 Prozent der Ärzte 80 Stunden pro Woche, und 90 Prozent übernehmen auch dann eine Schicht, wenn sie krank sind.
Nach der Auswertung wird die Studie Gesundheitsminister Piyasakol Sakolsatayadorn und dem Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Su-khum Kanchanapimai, vorgelegt, sagte Behördenchef Somsak Akkasilp.
Somsak sagte, ein Team aus Medizinrechtsexperten sei Ende letzten Jahres mit der Studie beauftragt worden, um herauszufinden, wie viel Ärzte und Krankenschwestern, Apotheker, medizinisch-technisch Angestellte und Radiologen arbeiten, die alle auch Nachtschicht haben.
Das Ziel ist es, mit Hilfe der gewonnenen Informationen Lösungswege zu finden.
Somsak sagte, diese Lösungen würden zunächst dem medizinischen Personal in über 31 Krankenhäusern zugute kommen. Es handele sich um über 10.000 Personen. Insgesamt arbeiteten in dem Bereich rund 18.000 Personen.
Von 1.000 befragten Ärzten gaben 600 an, mehr als 80 Stunden die Woche zu arbeiten – das Doppelte von dem, was der Medizinrat vorschlägt, nämlich 40 Stunden. Somsak sagte, alle Faktoren, die zu diesen enormen Überstunden führen, würden untersucht, um entsprechende Lösungen zu finden.

Krank und trotzdem Dienst

Ein Autor der Studie schrieb auf Facebook, dass 30 Prozent der Ärzte sogar über 100 Wochenstunden arbeiten. Weitere 15 Prozent der Befragten gaben an, sie würden jeden Tag arbeiten, während 90 Prozent auch dann zum Dienst gehen, wenn sie krank sind. Der Grund ist, dass es niemanden gäbe, der für sie einspringen könnte. Daher fühlten sie sich verpflichtet, auch im Krankheitsfall zur Arbeit zu gehen.
70 Prozent der Ärzte arbeiteten auch dann im Schichtdienst, wenn ein Elternteil, Partner oder Kind krank ist, was dazu führt, dass sie sich nicht um die eigene Familie kümmern könnten.
Über die Hälfte der Ärzte untersuchten pro Tag über 100 neue Patienten – hinzu kommen noch die stationär aufgenommenen Patienten, die sie im Rahmen ihrer Visite behandeln.
Neue Vorschriften besagen, dass ein Arzt einen neuen Patienten mindestens zehn Minuten und einen bekannten Patienten mindestens fünf Minuten untersuchen muss.
Wenn es 100 neue Patienten pro Tag sind, dann wären allein das schon über 16 Stunden, wenn der Arzt sich an die Vorschriften hält. Hinzu kämen die Visiten …
Abgesehen davon gaben 55 Prozent der befragten Ärzte an, dass sie pro Tag beinahe 70 Notfälle behandeln müssten.
90 Prozent sagten, Behandlungsfehler seien wegen Arbeitsdruck und Schlafmangel nicht ausgeschlossen.
70 Prozent der Ärzte meinten, die Arbeit beeinträchtige ihre eigene mentale und physische Konsistenz. Das führe zu Depressionen, Schlafstörungen und dem sogenannten Burnout. 65 Prozent gaben an, sie seien mit ihrem medizinischen Beruf unzufrieden.

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