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Über Dammprojekte sollte diskutiert werden

Über Dammprojekte sollte diskutiert werden

Eine Prüfung von Thailands Energieplänen ergibt, dass das Angebot an Elektrizität die Nachfrage stark übersteigt. Weshalb will Thailand unbedingt weitere problematische Staudämme, die als Wasserkraftwerke fungieren, in Nachbarländern bauen?

In Burma will der staatliche thailändische Stromkonzern Egat dafür sorgen, dass dort der umstrittene Mong-Ton-Damm gebaut wird. Die Egat tritt dort mit drei weiteren Investoren auf. Der Staudamm soll am Salween River in vom Bürgerkrieg zerfetzten Staat Shan entstehen, nicht weit entfernt von der thailändischen Grenze. Die Egat hat zugesichert, 90 Prozent des erzeugten Stroms abnehmen zu wollen.

Währenddessen kommen die Arbeiten am 1.360-Megawatt-Damm Hat Gyi, ein Joint-venture zwischen Thailand, China und Burma, ebenfalls am Salween River in Burma nicht voran, weil es hier bewaffnete Konflikte zwischen der burmesischen Armee und ethnischen Gruppen gibt. Laut Staatssekretär im Energieministerium, Areepong Bhoochaoom, wartet Thailand darauf, dass die Spannungen mit den ethnischen Gruppierungen beendet werden, damit hier weitergemacht werden kann.

In der Nähe der nördlichen thailändischen Grenze zu Laos auf laotischem Territorium entsteht zurzeit am Mekong River der umstrittenste aller Dämme: das Wasserkraftwerk Xabayuri mit 1.285 Megawatt Leistung. Hier sind die Arbeiten bereits fortgeschritten, der Damm soll 2019 fertig werden. Hinter dem Damm steht auch die Egat, die 29 Jahre lang den Strom garantiert abnehmen will. Bauherr ist ein thailändisches Konsortium.

Ein weiterer Damm in Laos am Mekong River ist geplant. Das 912-Megawatt-Wasserkraftwerk Pak Beng soll ebenfalls Strom nach Thailand liefern. Chinesische und thailändische Bauträger sollen das Projekt bauen – trotz Umweltschutzbedenken in Thailand.

Kein einziges dieser Projekte ist ohne Kontroversen. Da man offensichtlich in Thailand solche Projekte nicht mehr durchsetzen kann, werden sie ins Ausland verlagert.
Der Mong-Ton-Damm stieß bei Anwohnern auf breiten Widerstand, weil es zu erheblichen Veränderungen der sozialen Strukturen und bei der Umwelt kommen wird. Dadurch wurde die Planung verlangsamt. Jetzt sagt der Staatssekretär im thailändischen Energieministerium, dass der Damm auf Burmas Wunsch hin nicht 7.000, sondern nur noch 3.000 Megawatt Strom erzeugen soll. Der eine große Damm sei in zwei keine Dämme aufgeteilt worden, damit die Folgen der Bauarbeiten nicht so dramatisch sind. Es gibt bezüglich dieser neuen Pläne aber keine Umweltverträglichkeitsstudie, und weiterhin sind die Anwohner gegen den Damm bzw. die beiden Dämme.
Die Staudämme Xayaburi und Pak Beng, obwohl in Laos, stoßen auf starke Opposition der thailändischen Gemeinden entlang des Mekong River. Es wurden auch Klagen dieserhalb beim thailändischen Verwaltungsgericht eingereicht.
Obwohl die Egat diese Projekte so schnell wie möglich umsetzen will, musste der Stromriese zugeben, dass der Strombedarf Thailands den Gipfel überschritten hat und dringend einen neuen Energieplan benötigt.
Als Hauptgrund wurde ein weniger stark anwachsendes Bruttoinlandsprodukt als erwartet angegeben, was auch zu einem geringeren Wachstum des Strombedarfs führt. Ein weiterer Grund sei, dass jetzt auch mehr Energie mit Solarzellen gewonnen wird. Laut Egat hat Thailand eine Stromkapazität von 41.903 Megawatt, die Verbrauchsspitze beträgt nicht mehr als 28.578.
In anderen Worten: Das Land hat fast die doppelte Menge an Kapazität gegenüber dem tatsächlichen Verbrauch. Weshalb soll diese Kapazität so schnell wie möglich weiter ausgebaut werden?

Die Überlegung der Energieplaner bestehe darin, dass in Zukunft der Bedarf sowieso steigen wird, und jetzt Kapazitäten zu bauen ist billiger als das später zu machen, unabhängig von Ungewissheiten in der Zukunft. Für Privatinvestoren sind Profite garantiert, weil zusätzliche Kosten an den Stromverbraucher weitergegeben werden, sagte Witoon Permponsacharoen vom Mekong Energy and Ecology Network.
Wenn Kraftwerke außerhalb Thailands entstehen, sei eine Debatte über das Für und Wider kaum vorhanden, sagte Witoon.
Außerdem haben sich die Entscheidungsprozesse in den letzten Jahren geändert. Früher musste ein Projektentwickler genau den Kosten-Nutzen-Faktor abwägen. Investoren überprüften die finanziellen Risiken, am wichtigsten war die Wirtschaftlichkeit. Jetzt könnten eine Handvoll Leute Kraftwerke in einem Nachbarland bauen, müssten wenig Rücksicht auf Kosten oder die Meinung der Öffentlichkeit nehmen.

Die Mechanismen der Marktwirtschaft würden unterlaufen, erklärte Witoon, wenn es nur einen Großabnehmer (Thailand) für Strom gibt. Der staatliche Elektrizitätskonzern ist der Hauptkunde und gleichzeitig der Bürge für neue Projekte. Sobald ein Vertrag unterschrieben ist, wird von der Egat zugesichert, 25 bis 30 Jahre den Strom garantiert abzunehmen – unabhängig von der Wirtschaftlichkeit des Projektes. Auch die Banken bekommen Sicherheiten, weil die Egat Bürge ist.

In Thailand gibt es keine Ausschreibungen und keinen Wettbewerb, wenn es um Projekte im Ausland geht. Niemand kümmert sich um die Risiken, aber am Ende zahlen die Stromkunden, sagte Witoon.
Das zeigt sich an dem Plan, in Kambodscha ein 2.400-Megawatt-Kohlekraftwerk zu bauen. Eine Quelle innerhalb der Egat deutete anonym an, dass das Kraftwerk und die 400 Kilometer lange Stromtrasse nach Thailand die Stromkosten für die Konsumenten in den nächsten 25 Jahren in die Höhe treiben werden. Die Quelle sagte weiterhin, dass der Deal zwischen der Egat und Kambodscha im Oktober abgeschlossen werden solle.

In der Region gibt es auch brachliegende Energiereserven. China bot Thailand Stromlieferungen aus den südwestlichen Provinzen an, weil es dort ein Überangebot an Energie gibt. Der Preis soll tiefer liegen als für Strom, der in Thailand produziert wird.
Wegen der zurückgehenden Nachfrage bei gleichzeitig steigenden Energiereserven sollte Thailand damit beginnen, die Energie zu absorbieren, die die Egat dem Land beschert. Dazu könnte gehören, dass das thailändische Energieministerium im Juni ankündigte, aus Thailand ein Transitland zu machen. Mit dem „Asean Power Grit“ ist geplant, dass Thailand als Mittelsmann fungiert und Strom in Laos erwirbt und diesen an Malaysia weiterverkauft. Der Vorschlag beinhaltet, dass an das südliche Nachbarland 100 Megawatt weitergeleitet werden.
Thailands Energieplanung und deren Genehmigungen müssen genau überprüft werden, nicht zuletzt von Gemeinden, die Probleme bei Umwelt und Gesellschaft tragen, wenn die Projekte schlecht geplant sind. Thailands Energieregulierungsbehörde wäre der Schlüssel, die Planungen zu kanalisieren, Fragen bei Entscheidungen und vor Genehmigungen zu stellen. Die erste Frage sollte hier sein, ob Staudämme und Kraftwerke überhaupt benötigt werden.

Beitragsquelle : http://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1328339/dam-projects-require-serious-debate

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