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Todesstrafe, Kaution, frei

Todesstrafe, Kaution, frei

Die Witwe des erschossenen Olympiateilnehmers Jakkrit Panichpatikum war zum Tode verurteilt worden, weil sie den Mord an ihrem Ehemann plante, ihn in eine Falle lockte und töten ließ. Das kann behauptet werden, weil ein Gericht sie wegen dieser Straftat zum Tode verurteilte.

Normalerweise müsste die 41-jährige Nithiwadee „Mo Nim“ Phucharoenyos spätestens seit Beginn der Ermittlungen nach dem Mord an ihrem Mann – sie galt von Anfang an als Hauptverdächtige – in Untersuchungshaft sitzen.

Nicht so in Thailand: Nach der Urteilsverkündung im Dezember 2016, legte sie Rechtsmittel ein, hinterlegte sie eine Kaution in Höhe von zwei Millionen Baht und verließ als freie Frau das Gericht nur mit der Auflage, das Land nicht zu verlassen.

Das Berufungsgericht setzte einen Termin für die Urteilsverkündung an, aber die Angeklagte Nithiwadee ließ ausrichten, dass sie wegen ihres jüngsten Sohnes zu einem Elternsprechtag in die Schule müsse. Die Rechtsanwälte von zwei weiteren Angeklagten ließen wissen, sie hätten am Tag der Urteilsverkündung ebenfalls keine Zeit. Daraufhin verschob das Gericht den Verkündungstermin auf ein Datum, das irgendwann später einmal bekannt gegeben werden soll.

Santi Thongsem, ein 31 Jahre alter Rechtsanwalt, war ebenfalls in I. Instanz zum Tode verurteilt worden, weil er den Mord an Jakkrit arrangiert haben soll. Er erschien nicht bei Gericht, weil er laut Verteidiger eine Autopanne gehabt hatte.

Zwei weitere Angeklagte waren aber anwesend. Es handelte sich um Jeerasak Klinkhai, den Todesschützen, der Jakkrit am 19. Oktober 2013 in dessen Auto erschoss, als er auf dem Weg zu Nithiwadee war, die ihn angerufen und um einen Besuch gebeten hatte. Ferner anwesend war Tawatchai Phetchote, der dem Schützen sagte, wo genau sich Jakkrit aufhielt, damit er ihn ermorden konnte.
Diese beiden Angeklagten hatten wohl kein Geld für die Kaution, denn sie sitzen seit ihrer Verhaftung im September 2016 im Gefängnis. Da beide aussagewillig waren, hatte das Gericht sie nicht zum Tode, sondern zu lebenslanger Haft verurteilt.

Weiterhin hatte das Kriminalgericht die vier Angeklagten aufgefordert, der Familie des Opfers 2,5 Millionen Baht Entschädigung nebst Zinsen zu zaheln.
In der ersten Instanz war Nithiwadees Mutter, die 75 Jahre alte Surang Duangchinda freigesprochen worden. Die Polizei hatte sie zuerst im Verdacht gehabt. Sie hätte die Idee gehabt, Jakkrit zu ermorden, weil der ihre Tochter mehrmals misshandelt hatte und dieserhalb auch schon im Gefängnis gesessen hatte. Sie konnte es laut Polizei nicht ertragen, dass ihr Schwiegersohn die Tochter weiterhin schlug. Vor Gericht konnte ihr aber nicht nachgewiesen werden, dass sie die Drahtzieherin des Mordes gewesen ist.

Jakkrits Mutter, Boonkid Panichpatikum, die bei der Verhandlung anwesend war, sagte, sie sei Nithiwadee nicht böse, im Grunde habe sie sich um sie Sorgen gemacht.

Sie sagte, sie habe ihrer Schwiegertochter vergeben, sie lobte sie, weil sie eine gute Mutter sei und sich rührend um Boonkids zwei Enkelkinder kümmere, die sie so sehr vermisse. Sie sagte, sie sei in Tränen ausgebrochen, als sie gehört habe, der Verkündungstermin solle verschoben werden, weil Nithiwadee wegen ihres Sohnes zur Elternsprechzeit in die Schule wolle.

Boonkid sagte, sie akzeptiere Nithiwadees Wai, mit dem sie Respekt gezollt habe, sie sei ihr nicht böse und könne sie verstehen.

Ihre Schwiegertochter sei während der Ehe mit Jakkrit gut zu ihr gewesen.

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