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Thailand und Europa: Die gemeinsame Vergangenheit

Thailand und Europa: Die gemeinsame Vergangenheit

Die neueste Version der EU-Heritage-Map in Kombination mit einer App, gewährt Touristen einen besseren Zugang zu Bangkoks architektonischem Kulturerbe.

Kürzlich unternahmen Diplomaten aus der Europäischen Union gemeinsam mit thailändischen Journalisten eine Fahrradtour durch das Herz Bangkoks, um die vielen von Europa beeinflussten Bauwerke näher kennenzulernen, die es zu sehen gibt. Aufgezeichnet sind diese in der European Heritage Map and App. Die 14 Kilometer lange Fahrradtour kombiniert zwei der vier Wege, die zu denkmalgeschützten Bauten führen.

Die Gruppe fuhr durch enge Straßen und Gassen und hielt an der alten Maen Si Water Pumping Station, in der Leitungswasser produziert wird. Andere Ziele waren das Wat Benjamabophit (Marmortempel), die Thronhalle Ananta Samakhom, die Abhisek Dusit Hall, Wat Rachathiwat, das Verteidigungsministerium und die beiden Paläste Saranrom und Parusakawan.

Zuvor hatte die Delegation der Europäischen Union in Thailand mit Unterstützung des Nationalinstitutes für Kultur der Europäischen Union (Eunic) eine neue Version der App Eurpean Heritage Map entwickelt, die zum ersten Mal vier thematische Routen zu denkmalgeschützten Bauten vorstellt: Königliche Paläste und Villen, religiöse Bautwerke, Technik und Verkehr sowie Wirtschaft und Handel.

Jede Strecke beinhaltet zwischen zwölf und 18 Sehenswürdigkeiten, die entweder zu Fuß erreichbar sind, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Die App listet insgesamt 217 Sehenswürdigkeiten und Monumente in 25 Städten in ganz Thailand auf. Daher ist die European Heritage Map and App eine der besten Quellen für kostenlose Informationen über das thailändisch-europäische Kulturerbe. Hervorgehoben wird die tief verwurzelte kulturelle Verbundenheit zwischen Europa und Siam.

Die Fahrradtour hat Spaß gemacht und einem die Augen geöffnet“, sagte die italienische Diplomatin Luisa Ragher. „Die architektonischen Schätze sprechen Bände über die gemeinsame Vergangenheit.“ Insbesondere gefielen ihr persönlich die Palastgebäude mit portugiesischen, italienischen, deutschen und britischen Einflüssen.

Die neue App-Version wurde verbessert, die Graphik ist besser, und es sind auch schöne Fotos zu sehen. Der Erfolg der App-Version von 2013 inspirierte die EU-Delegation, eine neue Version in Auftrag zu geben. Die jetzt vorliegende 2016-App zeigt noch viele andere Orte wie beispielsweise das St. Gabriel College in Dusit, den alten Obersten Gerichtshof am Sanam Luang, das Queen Saovabha Memorial Institute in der Nähe vom Chulalongkorn Hospital oder den Sanam Chandra Palace in Nakhon Pathom.

Die App soll bekannter werden, indem Reiseveranstalter darüber informiert werden. In Hotellobbys sollen Karten mit Hinweisen auf die App hinterlegt werden und eine Förderung auch in sozialen Netzwerken stattfinden. Es gibt eine Verknüpfung mit einem Kalender, der kulturelle Veranstaltungen anzeigt und jeden Monat auf den neuesten Stand gebracht werden soll.

Thailand und Europa - Die gemeinsame Vergangenheit
Thailand und Europa – Die gemeinsame Vergangenheit

Viele Orte sind vielleicht eine Überraschung, Paläste, die von italienischen oder deutschen Architekten gebaut wurden, Kirchen, die von Franzosen und Portugiesen gegründet, Handelsorte die von dänischen und holländischen Händlern errichtet wurden oder Brücken, die Belgier und Briten bauten“, sagte der Franzose Luc Citrinot, der an dem Projekt mitarbeitete.

Um die Jahrhundertwende, als die Kolonisierung Südostasiens auf dem Höhepunkt war, versuchte Siam durch Verhandlungen einer Kolonisierung zu entgehen und seine Souveränität zu wahren. Zwischen 1860 und 1930 holte die siamesische Monarchie Ingenieure und Architekten aus Europa nach Bangkok. Um 1905 waren 200 Europäer bei der Behörde für öffentliche Bauarbeiten angestellt.

Citrinot behauptete, dass Gebäude im westlichen Stil wie Pilze aus dem Boden schossen, insbesondere während der Regierungszeit der Könige Rama V. und Rama VI. Dies reflektiere die Vision der beiden Monarchen, aus Siam mittels europäischer Architektur ein modernes Land zu machen.

Vasu Poshyanandana vom Institut für Bildende Künste sieht das etwas anders. „Wir haben das Gefühl, dass unser Land zivilisiert ist. Es ist wahr, dass es westliche Architektur war, aber diese ‚zivilisierte Kultur’ wurde von unseren Königen und nicht von westlichen Generälen begonnen.

Die europäische Architektur sei ein Teil des thailändischen Erbes, weil Thais alle guten Kulturen absorbierten, erklärte Architektin Pongkwan Sukwattana Lassus, Mitglied des Siamesischen Architektenverbandes. „Da gibt es einen thailändischen Touch, der anders als das Original ist. Zum Beispiel wurde die Chakri Maha Prasat Throne Hall von einem britischen Architekten entworfen, bekam aber ein Dach im thailändischen Stil, das den Thronsaal einzigartig macht.“

Die App kann kostenlos für IOS und Android herunter geladen werden. Sie ist in App-Stores unter European Heritage Map and Cultural Calendar of Thailand zu finden.

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