Header Banner
Header Banner
Header Banner
Header Banner

Thailand schliddert in eine Müllkrise

Thailand schliddert in eine Müllkrise

Thailand schliddert in eine MüllkriseDer Brand auf einer Müllkippe bei Bangkok, in der sechs Millionen Tonnen faulender Müll, aber auch toxische Stoffe abgeladen wurden, führte zu einer Diskussion, wie das Müllproblem in Thailand gelöst werden kann. Wird nichts unternommen, wird Thailand wegen mangelnder Planung und laxer Umsetzung bestehender Gesetze in eine Müllkrise schliddern.

Anwohner hatten schon lange die Schließung der stinkenden Müllkippe Praeksa in der Povinz Samut Prakan gefordert, die zwischen mehreren Industriegebieten am Rande Bangkoks liegt. Erst ein acht Tage lang andauernder Brand brachte Praeksa in den Brennpunkt der Öffentlichkeit und entfachte eine nationale Debatte über den Umgang mit Müll.

Bangkok produziert rund 10.000 Tonnen Müll pro Tag, ein hoher Anteil an den 27 Millionen Tonnen Müll, die pro Jahr in ganz Thailand anfallen. Die herrschenden Militärs haben das Müllproblem auf ihre Reformliste gesetzt, weil sie wissen, dass schlecht kontrollierte Müllkippen nicht nur schnell gefüllt werden, sondern auch Katastrophen vorprogrammiert sind.

Experten warnen davor, dass Müllkippen Zeitbomben für die Umwelt sind, und dass in Gemeinden immer mehr dieser Müllkippen entstehen und die Anwohner in direkter Nachbarschaft mit diesen Müllhalden leben müssen.

Der Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen für Asien und Pazifik fordert ein Ende dieser offenen Müllkuppen, weil sie große Beeinträchtigungen für die Umwelt nach sich ziehen und langfristig auch negative gesundheitliche Auswirkungen haben, weil Wasser und Land kontaminiert werden.

Thailand schliddert in eine MüllkriseVon Thailands 2500 offenen Mülldeponien wird laut Seuchenkontrollzentrum nur ein Fünftel korrekt betrieben. Bei den anderen handelt es sich quasi um wilde Müllkippen, auf denen auch Sondermüll abgeladen wird. Es kann zu Bränden kommen, Giftstoffe sickern in den Boden.

Der Brand, der Mitte März in Praeksa ausbrach und immer wieder aufflammte, war laut Seuchenkontrollzentrum nur einer von zehn, die jedes Jahr in Thailand auf Müllkippen ausbrechen.

Verantwortlich ist eine zu laxe Durchsetzung von Gesetzten, sagte, Nicha Rakpanichmanee von Ecological Alert and Recovery Thailand. Sie erklärte, dass das ganze System auf Geld aufgebaut sei. Wer zahlen kann, darf auch Müll abladen. Sie sagte, dass 1,9 Millionen Tonnen Sondermüll jedes Jahr spurlos verschwinden, sobald dieser die Fabriktore verlassen hat. Viele Fabriken würden den toxischen Müll illegal beseitigen, um Kosten zu sparen. Betreiber von Müllkippen würden nur zu gerne wegsehen, was auf den Deponien abgeladen wird – sofern der Preis stimmt.

Die Leute, die auf dem Problem sitzen bleiben, sind die Ärmsten, weil sie nicht wegziehen können“, sagte sie über die Gemeinden, die gezwungen sind, auf kontaminiertem Land mit verseuchtem Wasser zu leben.

Für die Anwohner der Müllkippe in Praeska ist seit dem Brand klar, dass auf der Müllkippe leicht entflammbare Chemikalien lagern. Eigentlich ist diese Deponie nur für Hausmüll vorgesehen.

Der Betreiber bestritt erlaubt zu haben, dass dort Chemikalien entsorgt werden. „Es gab aber eine Reihe von Firmen, die die Müllkippe vor mir betrieben“, sagte er.

Ich möchte, dass die Deponie geschlossen wird“, sagte Jad Pimsorn, ein 85 Jahre alter Anwohner. „Ich habe mit dem Müll gelebt, aber ich will nicht, dass meine Kinder und Enkel das auch tun müssen.

Bis zu dem Brand in Praeksa war Müll ein Thema, das nur Wenige diskutieren wollten.

Zurzeit zahlen thailändische Haushalte weniger als 16 Baht pro Monat, um ihren Müll loszuwerden. Die Kommunen sagen, dass das Geld nicht ausreiche, um in moderne, umweltfreundliche Verbrennungsanlagen oder Recyclinganlagen zu investieren. Die Preise möchten sie aber nicht anheben aus Sorge vor Problemen mit der Bevölkerung, die bei Kommunalwahlen dann andere Leute wählen könnten.

Vielleicht ändert sich jetzt etwas, da zurzeit alle Wahlen, auch Kommunalwahlen, suspendiert sind und Premierminister General Prayuth Chan-ocha versprach, das Müllproblem in Thailand anzugehen.

Können Bürger ihren Müll im All entsorgen?“ fragte General Prayuth in einer seiner wöchentlichen TV-Sendungen. „Das können sie nicht… Sie müssen den Müll in Thailand wegwerfen.

Dieser Kommentar des „Ich-kann-alles“-Premierministers lässt die Hoffnung keimen, dass jetzt nach Jahren verschwendeter Zeit und kurzfristiger Planung durch Regierungen, die im politisch turbulenten Thailand nicht einmal eine Legislaturperiode überstanden, etwas unternommen wird, das langfristig nachhaltig ist.

Das Seuchenkontrollzentrum schlug vor, dass es unabänderlich sei, die Gebühren für die Müllabfuhr zu erhöhen. Es sollen auch Gesetze entstehen, die Recycling fördern.

Eine Lösung könnte sein, organischen Abfall besser zu kompostieren, insbesondere in Thailand würde sich das lohnen. Hier handelt es sich bei knapp der Hälfte des täglichen 1,1 Kilo pro Haushalt anfallenden Mülls um organische Abfälle.

Eine Gruppe von Bangkoker Müllsammlern, die Flaschen, Plastik und andere wieder verwertbare Dinge sammeln, sagten, dass die Thais ihre Gewohnheiten ändern oder mit den Konsequenzen leben müssten.

Es ist schwierig, das Problem zu lösen“, sagte Müllmann Wutthichai Namuangrak.

Wir helfen dabei, den Müll abzuholen, aber die Leute können sich nicht nur auf uns verlassen.

Ähnliche Beiträge