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Thailand fängt mehr Fische als offiziell angegeben

Thailand fängt mehr Fische als offiziell angegeben

Die Menge gefangener Fische durch Thailands Fischereiflotten fernab des Landes in indopazifischen Gewässern ist beinahe sieben Mal so hoch als vom Land gegenüber der UNWelternährungsorganisation (FAO) angegeben. Das jedenfalls wird in einer neuen Studie von Sea Around Us behauptet.

Beispielsweise fingen thailändische Kutter 2014 3,7 Millionen Tonnen Fisch außerhalb der thailändischen ausschließlichen Wirtschaftszone, es wurden aber nur 247.000 Tonnen angegeben. Diese Zahl, wenn auch noch hoch, repräsentiert dennoch einen Rückgang der Fänge, die Mitte der 90er Jahre ihren Höhepunkt erreichten. Da fingen thailändische Fischer bis zu sieben Millionen Tonnen Fisch pro Jahr. Aber auch damals wurden die meisten Fänge nicht offiziell angegeben und wohl auch auf illegale Weise eingeholt, wird in der Studie festgestellt.

Thailändische Kutter, die außerhalb thailändischer Gewässer fischen, sind im Südchinesischen Meer zu finden, nahe der indonesischen Inseln, im Golf von Bengalen und im Westindischen Ozean, gemäß sowohl offiziellen als auch inoffiziellen Vereinbarungen, aber auch illegal“, sagte Brittany Derrick, die Hauptautorin der Studie. Sie ist Forscherin bei der Initiative Sea Around Us am Institut für Ozeane und Fischereiwesen der University of British Columbia.

Sie sagte, dass die thailändischen Behörden immer noch nicht nachweisen können, wie viele thailändische Kutter jenseits der Grenzen Fische fangen. Das gefährde die gesamte Fischerei. „Unhaltbare und illegale Praktiken sowie Sklaverei und Menschenhandel sind nach wie vor weit verbreitet.“

Thailand ist der viertgrößte Exporteur für Meeresfrüchte der Welt und hat Maßnahmen eingeleitet, mit denen das sogenannte IUU-Fischen (illegales, unreguliertes und unregistriertes Fischen) unterbunden werden soll. Die Europäische Union hatte mit Sanktionen gedroht, die bis hin zu einem Importverbot für thailändische Meeresfrüchte führen könnten.

Thailand verbot beispielsweise vorübergehend Fahrten von Kuttern in entlegene Gebiete, indem die Schiffe nur 30 Tage auf hoher See bleiben durften. Es wurde ein elektronisches Fischereilizenzierungssystem eingeführt, ein System für Logbücher und ein System zur Überwachung der Kutter, eine Art GPS für Schiffe.

Es gibt aber „einige Berichte, die darauf schließen lassen, dass unreguliertes Fischen und illegale Aktivitäten in signifikanter Anzahl weitergehen. In anderen Worten, die Kutter fahren zum Fischen in entfernte Regionen anstatt sich an die neuen Gesetze zu halten“, sagte Dirk Zeller, Co-Autor der Studie und Professor für Meeresnaturschutz an der University of Western Australia. „Thailändische Gesetze in den Gewässern oder Häfen ferner Länder anzuwenden ist schwierig oder sogar unmöglich, auch wenn Thailand nach internationaler Gesetzgebung laut den Flaggen an diesen Kuttern das Herkunftsland ist.“

Das führte laut Studie auch zu einer Situation, wonach die Menge von Fängen in heimischen Gewässern nicht korrekt angegeben wird. Es lässt sich rekonstruieren, dass die Fänge in thailändischen Gewässern in den letzten 60 Jahren geschätzt beinahe eineinhalb Mal größer waren als von Thailand gegenüber der FAO angegeben.

Im Jahr 2014 fingen thailändische Fischer 1,7 Millionen Tonnen Fisch innerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone, aber 27 Prozent wurden nicht angegeben.

Insgesamt hat Thailands Fischereiindustrie, von einzelnen Fischern hin bis zur industriellen Großfischerei zwischen 1950 und 2014 über 109 Millionen Tonnen Fisch gefangen. Viele dieser Fänge wurden offiziell nicht gemeldet.

Der Mangel an verlässlichen Zahlen erschwert die Versuche des Landes, gegen die Ausbeutung der Meeresressourcen vorzugehen, die seit Mitte der 1990er Jahre wegen Überfischung anfangen zu verschwinden. Das macht es auch schwierig, Maßnahmen zu entwickeln, um striktere Vorschriften durchzusetzen“, sagte Derrik.

Die Studie mit dem Titel „Thailands verschwundene Fischfänge (1950-2014)“ wurde bei Frontiers of Marine Science veröffentlicht. Sie basiert auf einer Methode, die von Sea Around Us entwickelt wurde, mit der die Quantität der tatsächlichen Fänge rekonstruiert werden kann.

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