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Thailändische Kutter fischen in afrikanischen Gewässern

Thailändische Kutter fischen in afrikanischen Gewässern

Um neuen Vorschriften und Auflagen zu entgehen, ziehen thailändische Fischereiflotten immer weiter westwärts.

Greenpeace sichtete thailändische Kutter in abgelegenen und ökologisch wertvollen Gewässern vor der afrikanischen Küste.

Thailand ist der viergrößte Meeresfrüchteexporteur der Welt. Die Europäische Union hatte Thailand die Gelbe Karte gezeigt, weil die Multimillionen-Dollar-Industrie weitestgehend unreguliert war und es immer wieder zur Ausbeutung von Arbeitnehmern und moderner Sklavenhaltung kam.

Die thailändische Regierung versprach, dagegen vorzugehen und spricht von Erfolgen, während die Europäische Union von diesen Fortschritten aber noch nicht recht überzeugt ist.

Thailändische Kutter fischen in afrikanischen Gewässern
Thailändische Kutter fischen in afrikanischen Gewässern

Die Fischereiflotten scheinen unterdessen einen anderen Weg gefunden zu haben, um etwaigen strengeren Vorschriften zu entgehen. Fernab von Gesetzen ziehen die Kutter westwärts. Sie werden von Mutterschiffen mit Nachschub versorgt, während diese Mutterschiffe gleichzeitig die Ladung der Kutter aufnehmen. Theoretisch kann ein Trawler auf diese Weise jahrelang auf See bleiben ohne jemals einen Hafen anlaufen zu müssen.

Ohne ein Überwachungssystem, das in diesen weit entfernten Hochseegewässern wirklich benötigt wird, gibt es keine Kontrolle darüber, was dort geschieht“, sagte Anchalee Pipattanawattanakul von Greenpeace Südostasien.

Thailand geriet unter erheblichen internationalen Druck, damit in der skandalträchtigen Fischereiindustrie aufgeräumt wird, nachdem die EU mit einem Importverbot thailändischer Fischereiprodukte gedroht hatte.

Doch trotz der Bemühungen der thailändischen Regierung, gegen illegale Praktiken, Menschenhandel und Sklaverei vorzugehen, kommt es an Bord der Schiffe ständig zu Gesetzes- und Menschenrechtsverstößen. Das liegt daran, dass sich die Kutter außer Reichweite befinden und die Gewässer nur ungenügend überwacht werden, wie Greenpeace in einem aktuellen Bericht feststellt.

Laut Greenpeace änderten bis zu 76 Kutter unter thailändischer Flagge ihren Kurs und operieren jetzt an der Saya de Malha Bank, einem Flachwassergebiet nordöstlich vor der Küste von Madagaskar. Diese neuen Fischgründe wurden angesteuert, weil Indonesien und Papua-Neuguinea verstärkt gegen thailändische Kutter vorgingen, die in ihre Gewässer eindrangen. Indonesien statuierte ein Exempel und sprengte die Kutter wie Piratenschiffe. Die thailändischen Kutter hatten schon vor vielen Jahren Kurs auf indonesische Gewässer genommen, weil die Fischgründe in Thailand wegen Überfischung nicht mehr ergiebig sind.

Die ökologisch wertvolle und für äußere Einflüsse sehr empfindliche Saya de Malha Bank ist von Thailand ungefähr 7.000 Kilometer entfernt. Die Bank ist laut Greenpeace-Bericht seit 18 Monaten ein „Himmel für skrupellose thailändische Fischer“.

Auch dort wurden Mutterschiffe gesichtet, die den Fang aufnehmen und die Kutter mit Lebensmitteln und Wasser versorgen, was den Kapitänen erlaubt, ununterbrochen auf See zu bleiben – weit weg von den Augen der Behörden.

Diese Praxis, die Transshipment genannt wird, gibt skrupellosen Fischereibetreibern freie Hand, ihre Arbeitskräfte auszubeuten und die Umwelt zu zerstören.

Diese thailändischen Flotten sind so rücksichtslos wie immer“, sagte Anchalee, die die Militärregierung aufforderte, Transshipment komplett zu verbieten.

Thailands Fischereibehörde, die weder auf den Bericht von Greenpeace noch auf Nachfragen von Journalisten reagierte, hat in den letzten Jahren vorsichtige Zustimmung erhalten, weil neue Vorschriften eingeführt wurden, die Kutter und die Arbeitnehmer darauf zu registrieren.

Die USA gaben Thailand im jährlichen Bericht über Menschenhandel eine bessere Note, weil laut Amerikanern signifikante Fortschritte erzielt worden seien, die Ausbeutung von Arbeitnehmern in der Fischereiindustrie zu beseitigen.

Gleichzeitig wurde aber darauf hingewiesen, dass es weiterhin Fälle von Korruption gebe, die Reformen unterminiere und Missbrauch in der Meeresfrüchteindustrie weiterhin von „signifikanter Besorgnis“ sei.

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