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Taj Mahal: Horrortrip für Touristen

Wer dachte, dass es Geschichten über Abzocke nur in Thailand gibt, der irrt. In einem Artikel der „Times of India“ wird über die Zustände in Agra berichtet. Dort wollen sowohl indische als auch ausländische Touristen eines der berühmtesten Bauwerke der Welt besichtigen wollen: Das Taj Mahal.

Viele Touristen, sowohl indische als auch ausländische, kommen nach Agra, um das Taj Mahal zu besichtigen. Sie kehren nach Hause zurück und fühlen sich betrogen, ausgenutzt und über den Tisch gezogen. Schlepper, Reiseleiter, Auto- und Taxifahrer oder Hoteliers versuchen bei jeder Gelegenheit, einen schnellen Dollar zu verdienen und zögern nicht, falsche und irreführende Informationen zu geben, damit sie aus den Besuchern noch mehr Geld herauspressen können.

Jeden Tag werden Touristen, insbesondere Ausländer, in ähnlicher Weise auf jede nur erdenkliche Art betrogen. Für die meisten von ihnen beginnt der Alptraum nach der Ankunft am Bahnhof. Sie werden nicht nur von Schleppern gejagt, „Lapkas“ genannt, ihnen wird zu viel Geld abgeknöpft und sie müssen in vielen Fällen auch länger als geplant in ihren Hotels zubringen, weil ihnen unwahre Geschichten über Unruhen oder ausgefallene Züge aufgetischt werden.

Laut Quellen der Tourismusindustrie in der Stadt, arbeiten die Lapkas für gut organisierte Banden. „Der Modus Operandi ist sehr einfach. Sie haben Kollegen in anderen Städten, die die potentiellen Ziele an Bahnhöfen ausmachen und Informationen über Einzelheiten wie Sitzplätze weitergeben. Sobald die Touristen in Agra eintreffen, übernehmen die Lapkas, die sich als Reiseleiter oder Taxifahrer ausgeben und damit beginnen, die Touristen zu belästigen. Oft benutzen sie Köder wie kostenlose Taxifahrten oder versprechen einen Sonderpreis. Viele Touristen, die glauben, es handele sich um „freundliche“ Reiseleiter, fallen auf sie herein“, sagte Sanjay Sharma, Präsident des Verbandes für Reiseleiter in Agra.

Die Hauptaktivitäten führen die meisten Lapkas am Taj Mahal durch. Laut einer Schätzung gibt es am Taj Mahal nur 50 bis 60 offiziell lizenzierte Reiseleiter, während gleichzeitig über 3.000 Lapkas als Fotografen, Reiseleiter oder Mittelsmänner am Eingang zum Taj Mahal posieren und versuchen, potentielle Kunden abzufangen.

Man braucht eigentlich nur eine Kamera, einen Ausweis und ein Taj-Mahal-Ticket für 20 Rupien, um dort Geschäfte machen zu können.

Ein Besuch von Mitarbeitern der „Times of India“ vor Ort zeigte, wie sich dort die Situation verhält, insbesondere am Westtor, durch das rund zwei Drittel der Besucher die Anlage betreten.

Ein 16 Jahre alter Junge, Farhan, bot an, die Journalisten in den Komplex durch einen anderen Eingang zu schleusen und behauptete, man müsse dort nicht anstehen und auf ein Ticket warten Stattdessen könne er sie an den Warteschlangen vorbeilotsen, was pro Ticket 40 Rupien (anstatt normalen 20 Rupien) koste zuzüglich einer Servicegebühr für Farhan in Höhe von 70 Rupien.

Diese „Dienstleistungsgebühr“ kann am Wochenende bis zu 300 Rupien betragen, wenn viele Leute zum Taj Mahal fahren. Mitarbeiter von Touristenbehörden machen die lokale Polizei verantwortlich, die solche Aktivitäten erlaubt.

Händler sind in der Nähe des Monuments nicht erlaubt, aber es gibt Hunderte, die pro Kopf und Tag 100 oder 200 Rupien an die Polizei bezahlen. Viele von ihnen zahlen für ausländische Touristen extra, bis zu 5.000 Rupien“, sagte ein Mitarbeiter der Tourismusbehörde.

Trotz der offensichtlichen Abzocke gibt es darüber im lokalen Polizeirevier kaum Beschwerden. „Wir haben keine schriftlichen Beschwerden von Touristen, denn die sind nur ein paar Stunden hier und wollen einfach, dass der Fall geklärt wird“, sagte der Polizeibeamte Jitendra Kumar Diwedi. Der Touristenpolizei wird Ignoranz vorgeworfen, auch wenn sie, wie in Thailand, speziell für die Belange von Touristen zuständig ist.

So wurden 2013 auf dem Revier der Touristenpolizei nur 35 Fälle vermerkt, bei denen es sich überwiegend um Handtaschendiebstähle handelte. Drei oder vier sexuelle Nötigungen waren auch dabei. Ende 2014 wurden die Zahl der Fälle mit 25 angegeben.

Experten sind der Meinung, dass hart vorgegangen werden und ein gegen die Touristen gerichtetes Verhalten nicht toleriert werden solle.

Die Anzahl der Touristen, die nach Agra kommen, geht zurück, und viele sind nicht daran interessiert, hier Sachen zu kaufen. Hauptgründe sind Betrug und überteuerte Preise, die zu einer negativen Publicity führen und das Image des Landes schädigen“, sagte Rajiv Tiwari, Präsident des Reiseverbandes Agra.

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