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Synchronuhren gehen nach

Synchronuhren gehen nach

Eine Synchronuhr verwendet das Wechselstromnetz als Zeitmesser. In der Regel sind das Uhren, die entweder in elektrischen Geräten eingebaut sind oder mit einem Kabel mit dem Stromnetz verbunden sind. Da diese Uhren synchron zur Netzfrequenz laufen, nennt man sie Synchronuhren.

Nicht zu verwechseln mit der Funkuhr. Das sind Quarzuhren, die per Funk ein Zeitsignal empfangen und dadurch intern die Uhrzeit regulieren. In Deutschlang befindet sich dieser Zeitzeichensender in Mainflingen nahe Frankfurt/M., der das Signal in Langwelle überträgt.

Doch zurück zu den Synchronuhren, die auf die eine oder andere Weise am Stromnetz hängen. Früher bestachen sie durch ihre Ganggenauigkeit, man musste sie nie nachstellen – nur zu Beginn der Winter- bzw. Sommerzeit ist ein Eingriff nötig.

Das scheint sich inzwischen geändert zu haben. Leute verpassen Bus oder Bahn, weil sie einige Minuten hinter der eigentlichen Zeit zurück liegen, wenn sie sich auf die Synchronuhren verlassen.

Das liegt an dem akuten Energiemangel, und spätestens jetzt wäre es an der Zeit, auf den oben beschriebenen Funkwecker bzw. eine Funkuhr zurückzugreifen.

Uhren oder Radiowecker, die in Mikrowellen, Backöfen oder Kaffeemaschinen eingebaut sind, beziehen ihre Energie aus dem Stromnetz, nehmen genau dieses Netz, um mit 50 Hertz als Taktgeber auch die genaue Uhrzeit zu bestimmen. Diese Methode ist billiger als einen zusätzlichen Quarzoszillator einzubauen, wie man ihn in den Funkuhren findet.

Die Blütezeit der Synchronuhren begann in den 60er Jahren, und eigentlich galten die Uhren immer als zuverlässiger Zeitanzeiger. Doch im deutschen Stromnetz ändert sich etwas.

Das deutsche Stromnetz galt einmal als eines der stabilsten der Welt. Wegen der Einspeisung von Wind- und Sonnenenergie ist dies aber nicht mehr der Fall. Entweder wird zu wenig produziert (kein Wind, keine Sonne), dann muss Strom aus herkömmlichen Kraftwerken ins Netz eingespeist werden, die aus Sicherheitsgründen im Hintergrund laufen. Wenn zu viel Strom produziert wird (zu viel Sonne und Wind), muss der Strom in Netze im Ausland eingespeist werden, damit es nicht zu einer Überspannung kommt.

Synchronuhren gehen nach

Da niemand den überschüssigen deutschen Strom haben will, müssen die Deutschen für ihren Stromverkauf bezahlen – auch das – neben den subventionierten Windmühlen – ein Grund, weshalb der Strom in Deutschland immer teurer wird und das Land fast Weltspitze ist, was die Strompreise betrifft.

Das Mittel des europäischen Stromnetzes liegt bei 50 Hertz, darauf sind die Uhren, die am Stromnetz hängen, geeicht. Wenn nun mehr Strom gefordert als produziert wird, dann wird dies durch eine erhöhte Einspeisung ins Netz ausgeglichen. Diese erhöhte Einspeisung durch herkömmliche Energiequellen wie Gaskraftwerke kostet natürlich ebenfalls Geld, und die Netzbetreiber warten mit dieser Einspeisung so lange bis es gar nicht mehr anders geht. Dasselbe gilt im umgekehrten Fall: Wenn es zu viel Strom gibt und dieser gegen Gebühr ins Ausland geleitet wird, wird auch bis zum letzten Moment gewartet. Dadurch entstehen die Spannungsunterschiede.

Dass die Synchronuhren kürzlich so sehr nachgingen, wurde offiziell damit begründet, dass es Probleme im serbischen Stromnetz gab. Vor ein paar Jahren war das serbische Stromnetz in Deutschland jedenfalls kein Thema.

Im vergangenen Monat wurde berichtet, dass der Leistungsmangel seit Februar in Deutschland ein Dauerzustand zu sein scheint und die 50 Hertz nicht mehr erreicht werden, sondern nur Werte von knapp über 49. Prompt gehen die Uhren nach, die zum Indikator dafür geworden sind, dass offensichtlich etwas nicht stimmt.

Es kommt auch häufiger zu Stromausfällen. Nur wenig wird darüber in dem Medien berichtet. Aber waren Stromausfälle in der Vergangenheit nicht ein Unding, etwas, das es nur in der Dritten Welt gab?

Man verbrachte in einem exotischen Land den Urlaub, erlebte den einen oder anderen Stromausfall und war, was das betraf, froh, wieder zu Hause in Deutschland zu sein. Jetzt braucht man offenbar nicht mehr wegfahren, um einen Stromausfall zu erleben.

Mit den Synchronuhren fängt es an, ein denkbar harmloses Beispiel. Aber wenn sich die Schwankungen im Netz verstärken, weil immer mehr herkömmliche Kraftwerke abgeschaltet werden, was kommt als nächstes? Irgendwann werden allerlei komplizierte auf Strom angewiesene elektronische und mechanische Maschinen nicht mehr richtig laufen, weil der in Deutschland produzierte Strom das nicht mehr hergibt.

Fabrikanten haben dann die Wahl: Entweder bauen sie sich ein eigenes Kraftwerk gleich neben der Fabrik oder aber sie gehen ins Ausland, wo 50 Hertz Netzfrequenz noch ein stabiler Wert sind.

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